Arbutin
Vorkommen
Den Hauptfundort von Arbutin bilden die Blätter der Bärentraube sowie die der Preiselbeere.
Chemie
Arbutin zählt zu den phenolisch strukturierten Wirkstoffen: Als Prodrug wird es erst in den Dünndarmzellen in die beiden Bestandteile Zucker (Glykosid) und Hydrochinon (Aglykon) zerlegt. In dieser Form ist das Hydrochinon gut aufnahmefähig, wird zur Leber transportiert und dort zu wasserlöslichen Konjugaten umgebaut (als Glucuronid und Schwefelsäureester), die sich über die Niere mit dem Urin ausscheiden lassen. In der Blase spalten Bakterien diese Hydrochinonverbindungen wieder in freies, antibakteriell aktives Hydrochinon – wirksam gegen uropathogene Erreger wie Enterobacter-, Escherichia-coli-, Klebsiella-, Proteus-, Pseudomonas- und Staphylokokken-Keime.
Wirkungen
Bei einer Tagesgabe von 400-700 mg Arbutin hält die antibakterielle Wirkung des Hydrochinons 3-4 Std. an. Neuere Studien belegen, dass Hydrochinon auch bei saurem pH-Wert antibakteriell wirkt.
Indikationen
Eingesetzt wird Arbutin bei Nieren- und Harnwegsinfektionen. Um eine ausreichende Dosierung und verlässliche Wirkung sicherzustellen, greift man heute bevorzugt auf Fertigpräparate zurück.
Nebenwirkungen
Arbutin wird verdächtigt, leberschädigende, mutagene und kanzerogene Eigenschaften zu besitzen. Daher sollte die Einnahme zeitlich begrenzt bleiben: höchstens 5-mal/Jahr und jeweils maximal 1 Woche lang. Wegen des hohen Gerbstoffanteils kann es zu Magenreizungen kommen; deshalb bereitet man Mono-Tees als mehrstündiges Kaltmazerat zu, das weniger Gerbstoffe freisetzt.
Kontraindikationen
Schwangerschaft, Stillzeit und Kinder unter 12 Jahren.
Wichtige Drogen/Pflanzen
| Pflanze | Botanischer Name | Drogenbezeichnung |
|---|---|---|
| Echte Bärentraube | Arctostaphylos uva-ursi | Uvae ursi folium |
| Preiselbeere | Vaccinium vitis-idaea | Vitis-idaeae folium |