Beinwell-Tinktur
Beinwell-Tinktur (äußerlich)
Zutaten
- 2 Handvoll Beinwell (Wurzeln), frisch
- 500 ml Franzbranntwein oder 50 Vol.-% Alkohol
Herstellung
Frische Wurzeln (im Frühjahr oder Herbst nach den ersten Frösten ausgraben) gut waschen und trocken schütteln, klein schneiden und mit dem Alkohol zusammen in ein Glas geben. Getrocknete Wurzeln benötigen mehr Platz im Glas, höchstens bis zur Hälfte füllen. Man lässt sie nun 2-3 Wochen lang an einem warmen Ort ausziehen, bevor sie gefiltert werden. Der dabei entstandene Auszug ist schleimhaltig und dickflüssig. Er riecht auch etwas seltsam, aber das ist normal! Im Laufe der Zeit verfärbt er sich tief dunkelbraun und färbt damit auch angereicherte Salben bräunlich. Dieser Auszug ist ein sehr wirksames Mittel, das nur verdünnt verwendet werden darf!
Inhaltsstoffe
Alantoin, Cholin, Gerbstoffe, Flavonoide, Schleimstoffe, Gummi, Triterpene, Pyrrolizidin-Alkaloide, Alkaloide, Harz.
Wirkung
Regt Zellteilung und Erneuerung des Gewebes an.
Verwendung
Nur äußerlich anwenden. Stauchungen, nach Knochenoperationen, Entzündungen in Gelenken und Gewebe (Sehnen, Muskeln), Schmerzen, bei Verletzungen und Schmerzen des Bewegungsapparats allgemein.
Dosierung
Mehrmals täglich in Form von Salben oder Einreibungen; verdünnt als Umschlag und Badezusatz.
Hinweise
- Beinwell enthält (allerdings in geringer Menge) giftige Pyrrolizidin-Alkaloide, daher ist er zur Einnahme nur in kleinen Mengen geeignet.
- Nicht auf offenen Wunden benutzen.
- Da er die Heilung und Zellerneuerung stark beschleunigt, können sich auch unter dem frisch gebildeten Gewebe Vereiterungen zeigen.
- Während der Schwangerschaft sollte man auf Beinwell ganz verzichten.
- Bei Verwendung von Franzbranntwein: Enthält Kampfer, Menthol und ätherische Öle. Nach Anwendung bei trockener Haut eincremen.
- Franzbranntwein kann durch einen anderen Alkohol ersetzt werden.
- Glycerinmazerate sind äußerlich nur für die Salbenherstellung geeignet, da sie etwas klebrig sind.
Zusammenfassung
Die Beinwell-Tinktur ist ein sehr wirksames äußerliches Mittel bei Verletzungen und Beschwerden des Bewegungsapparats. Sie beschleunigt Zellteilung und Gewebeerneuerung. Wegen der enthaltenen Pyrrolizidin-Alkaloide nicht auf offenen Wunden und nicht in der Schwangerschaft anwenden.