Erkrankungen des Bewegungsapparats

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Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.

In Deutschland leiden ungefähr 10 Millionen Menschen an einer der vielen Formen von “Rheuma” – gut 200–400 verschiedene Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparats fallen darunter. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen:

  • Entzündlichen Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen
  • Degenerativen Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen
  • Weichteilrheumatismus und rheumatischen Beschwerden als Begleitsymptom anderer Krankheiten
  • Fibromyalgie

Da eine ausheilende Therapie bis heute fehlt, verdienen Vorbeugung, Schmerzlinderung und die Verbesserung der Beweglichkeit besondere Beachtung.

[!IMPORTANT] Beachte Bei rheumatischen Beschwerden sollte man stets in Bewegung bleiben. Nur ein bewegtes und ausreichend trainiertes Gelenk wird gut durchblutet, mit Nährstoffen versorgt und bildet genügend Synovialflüssigkeit (Gelenkschmiere). Das oberste Behandlungsziel ist die Bekämpfung der Schmerzen.

Neben einer vollwertigen, basischen und “entzündungsarmen” Ernährung stehen darum (geschulte) Bewegung sowie Wärme – mitunter auch Kälte – im Zentrum der naturheilkundlichen Therapie.

Die 3-Säulen-Therapie bei rheumatischen Beschwerden

Die pflanzenheilkundliche Rheumatherapie stützt sich auf drei Säulen:

Säule Prinzip Pflanzen (Beispiele) Wirkungseintritt
Säule 1 Stoffwechselanregende, ausscheidungsfördernde Aquaretika Niere: Birke, Brennnessel, Goldrute, Löwenzahn; Leber: Artischocke, Mariendistel, Schafgarbe; Darm: Bärlauch, Knoblauch, Leinsamen; Haut: Holunder, Linde Kurzfristig
Säule 2 Innerliche Einnahme entzündungshemmender, schmerzlindernder Phytoanalgetika Afrikanische Teufelskralle, Brennnessel, Hagebutte, Weide, Weihrauch Ca. 3 Wochen, dann anhaltend
Säule 3 Äußerlich applizierte schmerzlindernde und durchblutungsfördernde (oder kühlende) Phytoanalgetika Ätherisches Pfefferminzöl, Arnika, Beinwell, Cayennepfeffer, Heublumen, Ingwer, Johanniskrautöl, Kohl, Senfmehl Rasch (oft nach 30 Min.), dafür meist nur wenige Stunden

Chronische Erkrankungen verlangen “chronische”, also langfristig angelegte Behandlungen. Wechselnde Intervalle und ein regelmäßiger Wechsel der Präparate setzen für den Stoffwechsel immer wieder neue Reize. Ein Gewöhnungseffekt tritt nicht auf, und die Wirkung bleibt selbst bei langjährig beanspruchter Therapie erhalten.

[!NOTE] Hinweis Phytotherapeutika Pflanzliche “Rheumamittel” vertragen sich gut und bieten sich als kostengünstige, nebenwirkungsarme Ergänzung oder Alternative zu synthetischen Rheumamitteln an.

Frühjahrskur — Entgiftungskur

Wer im Frühjahr gründlich “ausmistet” und die körpereigene Entgiftung unterstützt, tut nicht nur sich selbst etwas Gutes: Dies ist sowohl als Basistherapie bei rheumatischen Erkrankungen und chronischen Stoffwechselstörungen sinnvoll als auch zur Erhaltung der Gesundheit. Nicht zu Unrecht bezeichnet man die Entgiftung als “Mutter aller Therapien”.

Entgiftet man das Bindegewebe, stärkt man die Fähigkeit des Organismus, gestörte Prozesse selbst zu regulieren. Bewährt hat sich dafür der kurmäßige Einsatz stoffwechselfördernder “Entgiftungspflanzen” – als Tees, Pflanzenfrischsäfte, Smoothies oder Präparate.

Empfohlener Zeitraum: 1–2-mal jährlich über 4–6 Wochen. Immer auf ausreichende Trinkmenge achten.

Pflanzenfrischsaftkur

Schon das Chlorophyll in den Pflanzenfrischsäften entfaltet zahlreiche pharmakologische Wirkungen: Es wirkt antioxidativ, verbessert die Zellatmung, begünstigt die Aufnahme von Vitamin C und Eisen und regt die Blutbildung an.

  • Klassisch nach Kneipp: Morgens und abends je 15 ml Brennnessel- und Löwenzahnpresssaft mit 5 Teilen Buttermilch, Wasser oder Fruchtsaft verdünnen
  • Frühjahrskur nach Pumpe: 10 Tage lang Löwenzahnsaft, 10 Tage lang Brennnesselsaft, 10 Tage lang Birkensaft und anschließend 10 Tage lang Zinnkrautsaft. Jeweils morgens und abends 10 ml verdünnt mit Buttermilch, Wasser oder Fruchtsaft

Smoothies

Frisch von der Wiese gepflückt eignen sich junge Frühjahrskräuter hervorragend zur Entgiftung: Täglich insgesamt eine Handvoll zarter Brennnesselspitzen, junger Löwenzahn- und Birkenblätter, Bärlauch, Wiesenschaumkraut, Knoblauchrauke u. v. m. mit Banane, Mango, Apfel oder anderem Obst mischen, mixen und genießen.

Wichtige Heilpflanzen im Überblick

Wirkung Pflanze Anwendung
Antiarthrotisch, analgetisch, entzündungshemmend, ödemhemmend Afrikanische Teufelskralle Arthrose, Rückenschmerzen, Ischialgie
Antiphlogistisch, analgetisch, antirheumatisch Weidenrinde Rheumatische Beschwerden, Fieber, Kopfschmerzen
Harntreibend, Harnsäureausschwemmend, antiarthrotisch, entzündungshemmend Brennnessel Rheumatische Beschwerden, Gicht, Entgiftung
Entzündungshemmend, immunmodulierend, schmerzlindernd Weihrauch Chronische Polyarthritis, Autoimmunerkrankungen
Entzündungshemmend, antioxidativ, schmerzlindernd Hagebutte Arthrose
Abschwellend, schmerzlindernd, entzündungshemmend (äußerlich) Beinwell Arthrose, Prellungen, Rückenschmerzen
Antiphlogistisch, analgetisch (äußerlich) Arnika Verletzungen, Arthrose, Arthritis
Hyperämisierend, analgetisch (äußerlich) Cayennepfeffer Muskelschmerzen, Arthrose
Durchblutungsfördernd, schmerzlindernd (äußerlich) Heublumen Degenerative und entzündliche rheumatische Erkrankungen
Entzündungshemmend, schmerzlindernd Ingwer Arthrose, Arthritis
Entzündungshemmend, Gelenkschwellung reduzierend Kurkuma (Gelbwurz) Rheumatoide Arthritis

Typische Erkrankungen

  • Arthrose — Degenerativ-rheumatische Erkrankungen
  • Arthritis — Entzündlich-rheumatische Erkrankungen, Rheumatoide Arthritis
  • Gicht — Hyperurikämie
  • Weichteilrheuma — Fibromyalgie, Muskelrheuma

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Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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