Ölauszüge
Definition und Prinzip
Ölauszüge (Heilöle, Mazeratöle) lösen die Inhaltsstoffe von Heilpflanzen in einem fetten Trägeröl. Ganz im Gegensatz zu wässrigen Auszügen oder alkoholischen Tinkturen kommen hier ausschließlich fettlösliche Wirkstoffe zur Geltung – allen voran ätherische Öle, die fettlöslichen Vitamine (A, D, E, K), Carotinoide, Flavonoide, Harze und Phytosterine.
Heilöle arbeiten vor allem an der Haut: als Massageöl, Einreibung, Badezusatz oder als Basis für Salben. Einige milde Ölauszüge, etwa das Johanniskrautöl, dürfen auch innerlich eingenommen werden.
Zwei grundsätzliche Herstellungswege stehen zur Wahl: den Kaltauszug und den Warmauszug.
Geeignete Trägeröle
Welches Trägeröl gewählt wird, entscheidet über Extraktionseigenschaften, Hautwirkung und Haltbarkeit.
Basis-Trägeröle
| Trägeröl | Eigenschaften | Hautgefühl | Haltbarkeit | Besonders geeignet für |
|---|---|---|---|---|
| Olivenöl (nativ, kaltgepresst) | Klassiker, universell, gute Extraktion | Mittelschwer, pflegend | 9-12 Monate | Alle Pflanzen, vor allem Johanniskraut, Ringelblume, Arnika |
| Mandelöl (süß) | Mild, hautfreundlich, gut einziehend | Leicht, angenehm | 6-9 Monate | Empfindliche Haut, Babyhaut, Ringelblume, Kamille |
| Sonnenblumenöl (kaltgepresst) | Preisgünstig, gute Extraktion | Mittelleicht | 6-8 Monate | Grundöle für Salben, Allrounder |
| Jojobaöl | Flüssiges Wachs, sehr stabil, hautähnlich | Sehr leicht, zieht schnell ein | 12-24 Monate | Gesichtsöle, fettige Haut, Akne, empfindliche Haut |
| Kokosöl (nativ) | Fest bei < 25 °C, antimikrobiell | Reichhaltig, fettend | 12-24 Monate | Tropicale Heilpflanzen, Hautschutz, Massage |
| Sesamöl (kaltgepresst) | Ayurveda-Klassiker, wärmend | Mittelschwer | 9-12 Monate | Massageöl, Muskel- und Gelenkbeschwerden |
| Rapsöl (kaltgepresst) | Regional, günstig, gute Extraktion | Mittelleicht | 6-8 Monate | Allrounder, Alternative zu Olivenöl |
| Traubenkernöl | Leicht, reich an Antioxidantien | Sehr leicht | 6-9 Monate | Leichte Gesichts- und Massageöle |
Grundregeln für die Ölwahl
- Kaltgepresste, native Öle bevorzugen – sie führen ihre natürlichen Begleitstoffe mit und besitzen eine höhere Extraktionskraft.
- Raffinierte Öle bleiben geschmacksneutral und länger haltbar, geben dafür aber weniger her. Sie sind nur sinnvoll, wenn Geruch und Geschmack neutral bleiben sollen.
- Je höher der Anteil an gesättigten Fettsäuren, desto oxidationsstabiler und haltbarer ist das Öl (Kokosöl > Olivenöl > Sonnenblumenöl).
- Mehrfach ungesättigte Fettsäuren drohen schnell ranzig zu werden: Öle wie Lein-, Hanf- oder Nachtkerzenöl taugen als Auszugsbasis nicht – sie dürfen höchstens zu 5-10 % fertigen Auszügen beigemischt werden.
Geeignete Pflanzen für Ölauszüge
Bewährte Klassiker
| Pflanze | Pflanzenteil | Anwendung | Wirkung |
|---|---|---|---|
| Johanniskraut (Hypericum perforatum) | Blüten und obere Triebspitzen | Narbenpflege, Wundheilung, Nervenschmerzen, leichte Verbrennungen | Entzündungshemmend, wundheilend, nervenschützend (Hypericin, Hyperforin) |
| Ringelblume (Calendula officinalis) | Blütenblätter (Zungenblüten) | Wundheilung, Narbenpflege, Hautregeneration, Ekzeme | Entzündungshemmend, granulationsfördernd, antimikrobiell |
| Arnika (Arnica montana) | Blüten | Muskelkater, Prellungen, Verstauchungen, Rheuma (nur äußerlich!) | Durchblutungsfördernd, entzündungshemmend, schmerzlindernd |
| Kamille (Matricaria chamomilla) | Blüten | Hautentzündungen, Wundheilung, Ekzeme, Hämorrhoiden | Entzündungshemmend, wundheilend, krampflösend (Chamazulen, Bisabolol) |
| Lavendel (Lavandula angustifolia) | Blüten und Blätter | Nervenberuhigend, Schlafförderung, Hautpflege, Insektenstiche | Beruhigend, entzündungshemmend, antimikrobiell |
| Beinwell (Symphytum officinale) | Wurzel und Blätter | Prellungen, Zerrungen, Knochenbrüche, Gelenkschmerzen (nur äußerlich!) | Regenerationsfördernd, entzündungshemmend (Allantoin) |
| Spitzwegerich (Plantago lanceolata) | Blätter | Insektenstiche, Wunden, Hautentzündungen | Entzündungshemmend, juckreizstillend |
| Schafgarbe (Achillea millefolium) | Blüten und Blätter | Wundheilung, Hämorrhoiden, Venenleiden | Entzündungshemmend, blutstillend, venenstärkend |
| Gänseblümchen (Bellis perennis) | Blüten | Prellungen, Quetschungen, Wundheilung, empfindliche Haut | Entzündungshemmend, wundheilend |
| Rosmarin (Rosmarinus officinalis) | Blätter und Zweige | Durchblutungsfördernd, Muskelkater, Haarwuchsförderung | Durchblutungsfördernd, wärmend, belebend |
| Thymian (Thymus vulgaris) | Blätter und Blüten | Erkältungseinreibung, Bronchitis (Brusteinreibung), Muskelschmerzen | Antimikrobiell, auswurffördernd, durchblutungsfördernd |
| Melisse (Melissa officinalis) | Blätter | Herpes, Lippenbläschen, Nervenberuhigung | Antiviral (Herpes), beruhigend |
Grundregeln für die Pflanzenauswahl
- Nur einwandfreie, vollständig getrocknete Pflanzenteile verwenden – frische Pflanzen bringen zu viel Wasser ins Öl, das dann ranzig wird oder schimmelt.
- Ausnahme: Johanniskraut wird traditionsgemäß mit frischen Blüten angesetzt, denn das rote Hypericin löst sich nur im Öl aus den frischen Öldrüsen. Weitere Ausnahmen sind möglich, verlangen aber Erfahrung und erhöhte Sorgfalt bei Trocknung und Hygiene.
- Keine Pflanzen mit Schimmel, Fäulnis, Verfärbungen oder Schädlingsbefall verwenden.
- Pflanzenteile vor dem Ansatz grob zerkleinern oder zumindest anquetschen – die vergrößerte Öloberfläche erleichtert die Extraktion.
Kaltauszug (Kaltmazeration)
Prinzip
Getrocknetes Pflanzengut liegt mehrere Wochen in Trägeröl bei Raumtemperatur. Das Öl tastet sich langsam und behutsam an die fettlöslichen Inhaltsstoffe heran – der Kaltauszug bleibt die schonendste Methode und verschont auch hitzeempfindliche Wirkstoffe.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
-
Pflanzenmaterial vorbereiten:
- Nur vollständig getrocknete Pflanzenteile verwenden (Ausnahme: Johanniskraut, siehe unten).
- Die Pflanzenteile grob zerkleinern, Blüten können ganz bleiben.
- Optimal ist ein Zerkleinerungsgrad von etwa 0,5-2 cm Stückgröße.
-
Glas bereitstellen: Ein sauberes, absolut trockenes Schraub- oder Bügelglas mit weiter Öffnung verwenden. Das Glas muss vollständig trocken sein – jeder Wassertropfen kann zu Schimmel führen.
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Glas befüllen: Das Pflanzenmaterial locker in das Glas füllen. Das Glas sollte zu etwa einem Drittel bis zur Hälfte mit Pflanzenmaterial gefüllt sein (Faustregel).
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Öl aufgießen: Das Trägeröl über die Pflanzen gießen, bis diese vollständig bedeckt sind. Die Ölschicht sollte mindestens 2-3 cm über dem Pflanzenmaterial stehen. Eventuell aufschwimmende Pflanzenteile mit einem sauberen Glasgewicht oder einem in Öl getränkten Gazetuch beschweren.
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Lufteinschlüsse entfernen: Mit einem sauberen Holz- oder Glasstab vorsichtig umrühren, damit Luftblasen zwischen den Pflanzenteilen entweichen. Lufteinschlüsse sind potenzielle Schimmelherde.
-
Verschließen und ziehen lassen:
- Das Glas fest verschließen.
- An einen warmen, hellen Ort stellen (ca. 20-25 °C), aber nicht in pralle Sonne – direktes Sonnenlicht kann das Öl oxidieren lassen.
- Ein Platz auf der Fensterbank mit indirektem Licht oder ein helles Regal ist ideal.
-
Ziehzeit:
- Standard: 3-6 Wochen
- Johanniskraut: 2-4 Wochen (der rote Farbstoff ist ein guter Indikator – ist das Öl tiefrot, ist es fertig)
- Harte Pflanzenteile (Wurzeln, Rinden): 4-8 Wochen
-
Täglich schütteln: Das Glas mindestens einmal täglich leicht schwenken oder kippen, um das Öl in Bewegung zu halten und die Extraktion zu fördern.
-
Kontrolle: Wöchentlich den Geruch prüfen. Riecht das Öl ranzig, muffig oder unangenehm, ist es verdorben und muss entsorgt werden.
-
Filtern: Nach Ablauf der Ziehzeit das Öl durch ein feinmaschiges Sieb, einen ungebleichten Kaffeefilter oder ein dichtes Leinentuch abgießen. Die Pflanzenreste gut auspressen (z. B. das Tuch auswringen).
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Nachfiltern und ruhen lassen: Das gefilterte Öl 1-2 Tage in einem geschlossenen Glas ruhen lassen, damit sich feinste Pflanzenteilchen und Wassertröpfchen (sofern vorhanden) am Boden absetzen. Dann vorsichtig vom Bodensatz abgießen oder ein zweites Mal filtrieren.
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Abfüllen: Das fertige Heilöl in dunkle Glasflaschen (Braunglas, Blauglas) füllen und mit Pflanzenname, Trägeröl, Herstellungsdatum und Methode beschriften.
Warmauszug (Warmmazeration)
Prinzip
Pflanzenmaterial und Trägeröl erwärmen sich gemeinsam im Wasserbad und ziehen über Stunden bei niedriger Temperatur. Der Warmauszug ist damit deutlich schneller fertig als der Kaltauszug und erlaubt die Herstellung „auf Abruf". Dafür geht es weniger schonend zu: hitzeempfindliche Wirkstoffe können teilweise zerstört werden, und die Gefahr der Überhitzung lauert bei jedem Schritt.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
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Pflanzenmaterial vorbereiten: Wie beim Kaltauszug. Die Pflanzen müssen absolut trocken sein.
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Glas oder Topf vorbereiten: Die zerkleinerten Pflanzenteile in ein hitzebeständiges Glas (Einmachglas oder Weckglas) oder direkt in einen Edelstahl- oder Emaille-Topf geben.
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Öl zugeben: Das Trägeröl über die Pflanzen gießen, bis diese gut bedeckt sind (mindestens 2 cm Öl über dem Pflanzenmaterial).
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Wasserbad vorbereiten:
- Einen großen Topf etwa zu einem Drittel mit Wasser füllen.
- Ein Geschirrtuch oder einen Topfuntersetzer auf den Topfboden legen (verhindert direktes Aufsetzen des Glases und somit Sprünge).
- Das Glas mit dem Öl-Kräuter-Ansatz in den Topf stellen.
-
Erwärmen:
- Das Wasserbad auf 40-50 °C erhitzen (nicht wärmer!).
- Mit einem Thermometer kontrollieren; die Temperatur sollte 50 °C nicht übersteigen. Höhere Temperaturen können hitzeempfindliche Wirkstoffe zerstören und das Öl oxidieren.
- Die Temperatur für 2-4 Stunden aufrechterhalten, gegebenenfalls warmes Wasser nachgießen.
-
Alternativ – Methode “Ofen”: Das Glas mit dem Ansatz in den Backofen bei 40-50 °C (Umluft, unterste Schiene) für 2-4 Stunden stellen.
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Alternativ – Methode “Sonne” (traditionell): Das Glas an einen sehr sonnigen, warmen Platz (z. B. in einen Frühbeetkasten oder auf ein sonniges Fensterbrett) für 1-3 Tage stellen. Diese traditionelle Methode wird besonders für Johanniskrautöl (“Rotöl”) verwendet. Wichtig: Temperatur im Glas kontrollieren und bei extremer Sommerhitze beschatten.
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Abkühlen lassen: Das Glas aus dem Wasserbad nehmen und auf Raumtemperatur abkühlen lassen.
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Filtern: Wie beim Kaltauszug durch ein feines Sieb oder Tuch filtrieren und die Pflanzenreste gut auspressen.
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Ruhen lassen und abfüllen: Auch ein warmausgezogenes Öl 1-2 Tage ruhen lassen, damit sich Trübstoffe absetzen. Dann in dunkle Glasflaschen füllen und beschriften.
Massageöle/Heilöle mit ätherischen Ölen (nach Bühring)
Einreibungen und Massagen gehören zum Handwerkszeug jeder therapeutischen Praxis, denn sie lassen sich niederschwellig und jederzeit einsetzen. Voraussetzung ist genaues Wissen über Wirkung und Nebenwirkung der jeweiligen ätherischen Öle.
Es eignen sich beispielsweise Mischungen aus:
- Mandelöl mit Rose, Lavendel und Sandelholz bei empfindlicher Haut: sie wirken beruhigend.
- Johanniskrautöl mit Rosmarin, Wacholder und Nadelölen bei Verspannungs- und Schmerzzuständen des Bewegungsapparats: gut zur Durchblutungsförderung.
- Jojobaöl mit Benzoe und Blütenölen (Jasmin, Ylang Ylang, Neroli u.a.): zur inneren Spannungslösung und Stimmungsaufhellung.
Dosierung für eine Ganzkörpermassage
Je größer die behandelte Fläche, desto niedriger konzentriert:
| Konzentration | Menge |
|---|---|
| 0,5 %ige Lösung | 5 Tr. auf 50 ml Trägeröl |
| 1 %ige Lösung | 10 Tr. auf 50 ml Trägeröl |
| 2 %ige Lösung | 20 Tr. auf 50 ml Trägeröl |
Fertige 10 %ige Öl-Mischungen (z.B. von Primavera, Taoasis, Bahnhof-Apotheke Kempten) lassen sich unkompliziert mit fetten Ölen mischen:
| Gewünschte Konzentration | Mischungsverhältnis |
|---|---|
| 1,25 %ige Mischung | 35 ml fettes Öl + 5 ml 10 %iges Ölgemisch |
| 2,5 %ige Mischung | 15 ml fettes Öl + 5 ml 10 %iges Ölgemisch |
Praxis-Tipps für Massageöle
- Trägeröle lichtgeschützt und kühl lagern.
- Eine Beimischung von 10 % Jojobaöl erhöht die Haltbarkeit.
- Angesetzte Öle innerhalb von wenigen Monaten verbrauchen.
- Ätherische Öle sind lipophil und kleinmolekular, deshalb gelangen sie schnell in die Kapillaren und den Blutstrom – und entfalten ihre Wirkung ebenso schnell.
- Massage beschleunigt die Aufnahme in den Körper, bei vorgewärmtem Öl oder bei warmem Körper noch mehr.
Besonderheiten bei einzelnen Pflanzen
Johanniskrautöl (Rotöl)
Das leuchtend rote Johanniskrautöl zählt zu den berühmtesten Ölauszügen überhaupt. Die charakteristische Rotfärbung gelingt nur mit frischen (oder angetrockneten) Blüten – allein sie tragen in ihren Öldrüsen das rote Hypericin.
- Frische Blüten: Die Blüten leicht anquetschen (zwischen den Fingern zerreiben), damit die Öldrüsen aufplatzen und das Hypericin freigeben. Das Öl färbt sich innerhalb weniger Tage tiefrot. Wegen des höheren Schimmelrisikos täglich kontrollieren.
- Getrocknete Blüten (angewelkt): Sicherer, aber weniger intensive Rotfärbung – eher bräunlich-rot. Die Wirkung bleibt dennoch gut.
- Öl: Traditionell wird Olivenöl verwendet. Auch Weizenkeimöl (reich an Vitamin E, antioxidativ) kann zu 10 % beigemischt werden.
- Ziehzeit: 2-4 Wochen, bis das Öl tiefrot ist.
- Standort: Heller Standort mit indirektem Sonnenlicht fördert die Rotfärbung.
Ringelblumenöl
Verwendet werden nur die orangeroten Zungenblüten, abgezupft vom Blütenkorb – die grünen Kelchblätter brächten Feuchtigkeit und Bitterstoffe ins Öl. Die Zungenblüten müssen gut durchgetrocknet sein; das fertige Öl schimmert goldgelb bis orange.
Arnikaöl
Nur äußerlich anwenden! Arnika kann bei empfindlichen Personen Hautreizungen verursachen – vor der ersten großflächigen Anwendung an einer kleinen Hautstelle testen. Nicht auf offene Wunden auftragen. Üblich sind höchstens 10-25 % Arnikablüten im Ölansatz.
Haltbarkeit und Lagerung
- Kühl und dunkel lagern: Heilöle immer in dunklen Glasflaschen an einem kühlen Ort (ideal: 10-18 °C) aufbewahren. Licht und Wärme treiben die Oxidation (Ranzigwerden) voran.
- Haltbarkeit: Je nach Trägeröl 6-12 Monate (siehe Tabelle oben). Auszüge aus Jojoba- und Kokosöl sind länger haltbar, Johanniskrautöl rund 9-12 Monate.
- Ranzigwerden erkennen: Der Geruch wird unangenehm, „malerisch", stechend oder riecht nach alter Farbe; der Geschmack kratzig-bitter. Ranziges Öl gehört in den Abfall – ranzige Fette sind gesundheitsschädlich.
- Verlängerung der Haltbarkeit: Ein Zusatz von 5-10 % Weizenkeimöl (reich an natürlichem Vitamin E) oder 1-2 Tropfen Vitamin-E-Öl (Tocopherol, aus der Apotheke) pro 100 ml wirkt als natürliches Antioxidans und verzögert die Oxidation.
- Wasser ist der Feind: Jeder Wassertropfen im Ölansatz kann zum Schimmelherd werden. Alle Geräte und Gläser absolut trocken halten. Nach der Filtration das Öl auf Wassertröpfchen am Boden prüfen – nötigenfalls nochmals dekantieren.
- Im Kühlschrank: Manche Heilöle vertragen die Kühlung, werden dann aber trüb und zähflüssig. Vor Gebrauch auf Raumtemperatur bringen und leicht schwenken.
Praktische Tipps
- Kleine Mengen: Nichts ansetzen, was nicht in 6-12 Monaten verbraucht wird. Besser öfter kleinere Mengen frisch zubereiten.
- Beschriftung nicht vergessen: Ölauszüge sehen sich alle ähnlich. Jede Flasche eindeutig mit Pflanze, Öl und Datum beschriften.
- Keine frischen Kräuter im Kaltauszug (außer bekannten Ausnahmen): Der Wasseranteil frischer Kräuter führt fast immer zu Schimmel oder Verderb im Öl. Im Zweifel immer getrocknete Kräuter verwenden.
- Ölauszüge als Salbenbasis: Ölauszüge bilden die ideale Grundlage für die Salbenherstellung.
- Kombination von Ölauszügen: Verschiedene Ölauszüge dürfen gemischt werden, z. B. Johanniskrautöl + Ringelblumenöl 1:1 für eine kräftige Wundheilmischung.
- Ätherische Öle zusetzen: sparsam! Dem fertigen, gefilterten Ölauszug dürfen 1-3 Tropfen ätherisches Öl pro 100 ml Trägeröl zugefügt werden, etwa Lavendelöl zur Verfeinerung und Verstärkung von Johanniskrautöl.
Siehe auch
- Salben – Salbenherstellung auf Basis von Ölauszügen
- Umschläge und Kompressen – Äußerliche Anwendungen
- Zubereitungsarten von Tinkturen – Alkoholische Auszüge als Alternative
- Pflanzen sammeln und vorbereiten – Ernte und Trocknung