Schuppenflechte (Psoriasis)
Beschreibung
Die Schuppenflechte gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen. Ihr liegt eine erheblich beschleunigte Vermehrung und gestörte Reifung der Keratinozyten zugrunde. Die anlagebedingte Stoffwechselerkrankung verläuft chronisch und in Schüben.
Symptome
Charakteristisch sind juckende, entzündliche Hautareale, die silberweiß geschuppt, an typischen Körperstellen lokalisiert und scharf gegen die gesunde Haut abgegrenzt sind:
- Ellenbogenstreckseiten
- Knie
- Unterer Rücken
- Hinter den Ohren
- Am behaarten Kopf
Unbehandelt wirkt die Haut meist vergröbert, weißlich-schuppig und ist darunter rötlich entzündet; zu sehen ist ein „dünnes Psoriasis-Häutchen". An den entzündeten Stellen bildet sich vermehrt Bindegewebe, die Haut wird derber und dicker. Psoriasis kann auch die Fingernägel betreffen (bräunliche Verfärbungen, Wellenbildung, Tüpfel/Grübchen); in etwa 30 % der Fälle, meist zwischen dem 30. und 55. Lebensjahr, führt sie zu arthritischen Gelenkveränderungen: der Psoriasis-Arthritis.
Ursachen
Die Ursachen sind vielfältig und genetischer/immunologischer Natur: Psoriasis tritt als Spätfolge von Stoffwechselstörungen (Mangel an Fumarsäure) auf – bei zusätzlich geschwächtem Immunsystem, erblicher Belastung und evtl. infolge einer T-Zellen-vermittelten Autoimmunerkrankung. Die angestaute Menge körper eigener Abwehrstoffe (Interleukine) in der Haut steigert die Zellteilung und führt zu einer 7-mal schneller als normal verlaufenden Abschuppung der oberflächlichen Hautzellen.
Auslöser können sein:
- Infektionen (Tonsillitis, grippaler Infekt, Scharlach)
- Psychische Belastungen
- Säure-Basen-Ungleichgewicht
- Allergene, Nahrungsmittel(zusatz)unverträglichkeiten
- Toxine, Medikamente
- Hormonelle Umstellungen (Schwangerschaft)
- Darmfunktionsstörungen
Praxistipp: Eine gesunde Lebensführung und regelmäßige sportliche Aktivität wirken sich günstig auf Verlauf und Häufigkeit der Psoriasisschübe aus. Zu viele Genussmittel, Ernährungsumstellungen, Alkoholmissbrauch sowie mechanische und physikalische Hautreizungen sollten vermieden werden.
Phytotherapeutika
| Heilpflanze | Wirkung | Anwendung |
|---|---|---|
| Birkenkork/Betulin | Keratolytisch, antiproliferativ, entzündungshemmend, regeneriert die Hautbarriere | Äußerlich: Lotion bewahrt Haut vor Austrocknen, reduziert Juckreiz und Schuppenbildung |
| Mahonie | Entzündungshemmend, keratolytisch, antiseborrhoisch, hemmt übermäßige Zellteilung | Äußerlich: wichtigste „Psoriasis-Pflanze", wirkt ganz spezifisch auf das Hautbild |
| Bittersüßer Nachtschatten | Kortisonähnlich entzündungshemmend, juckreizlindernd | Innerlich und äußerlich: lindert starken Juckreiz |
| Zistrose | Entzündungshemmend, juckreizlindernd | Innerlich und äußerlich |
| Erdrauch | Traditionelle Verwendung, stoffwechselfördernd, schwach wirksam aber lindernd | Innerlich: Tee trinken; äußerlich: Waschung/Bäder (als „Grindkraut" gegen Schuppenflechte bekannt) |
| Johanniskrautöl | Psoriasis-hautpflegend | Äußerlich: Öl in die nach dem Duschen noch feuchte Haut einmassieren |
| Leinöl | Psoriasis-hautpflegend | Äußerlich |
| Weihrauch | Entzündungshemmend, immunmodulierend | Innerlich und äußerlich: dämpft überschießende Immunreaktionen, v. a. bei Psoriasis-Arthritis |
Weitere Heilpflanzen finden sich im Kapitel Ekzeme.
Pflanzenporträts
Therapiekonzept
Alle Therapieschritte werden parallel durchgeführt:
| Therapieschritt | Arzneidrogen | Dauer |
|---|---|---|
| Ekzemtherapie | Therapiekonzept Ekzeme: Stoffwechselförderung, Entzündungshemmung | Mehrere Monate |
| Entzündungshemmende, keratolytische Arzneidrogen | Birkenrinde/Betulin, Mahonie | Mehrere Monate |
| Antiproliferativ wirkende Arzneidrogen | Mahonie | Mehrere Monate |
| Immunmodulation | Weihrauch, Therapiekonzept Neurodermitis | Mehrere Monate |
| Darmsanierung | Therapiekonzept Darmsanierung | Mehrere Wochen bis Monate |
Präparate
Entzündungshemmende, keratolytische Arzneidrogen
| Präparat | Inhalt | Anwendung |
|---|---|---|
| Rubisan Creme, Salbe | Mahonie | Mehrmals tägl. die betroffenen Hautpartien einreiben. Salbenverband: Salbe ca. 2 mm dick auf ein Tuch auftragen und über Nacht einwirken lassen |
Antiproliferativ wirkende Arzneidrogen
| Präparat | Inhalt | Anwendung |
|---|---|---|
| Ekzevowen derma Creme | Ackerstiefmütterchen, Mahonie, Wassernabel | Mehrmals tägl. auftragen |
| Rubisan Creme, Salbe | Mahonie | Mehrmals tägl. auftragen |
Pflegeprodukte
| Präparat | Inhalt | Anwendung |
|---|---|---|
| Imlan Creme pur, Creme plus, Lotion plus | Birkenkork/Betulin | Mehrmals tägl. auftragen; Plus-Varianten mit Harnstoff |
| Psorelia Weihrauch-Creme AureliaSan | Weihrauch | Mehrmals tägl. auftragen |
| Belixos Creme, Liquid, Gel | Mahonie, Kamille, Teepflanze | Mehrmals tägl. auftragen |
Immunmodulation
Siehe Therapiekonzept Neurodermitis – insbesondere Weihrauch-Präparate.
Äußerliche Anwendungen
Ölauszüge
Johanniskrautöl und Leinöl sind bewährte Pflegeöle bei Psoriasis. Sie werden in die nach dem Duschen noch feuchte Haut einmassiert.
Salben
Salbenverbände mit Mahonie-Salbe (ca. 2 mm dick auf ein Tuch oder Papiertaschentuch auftragen) können über Nacht einwirken gelassen werden und unterstützen die keratolytische Wirkung.
Umschläge und Kompressen
Erdrauch-Waschungen und -Bäder werden traditionell als „Grindkraut" bei Schuppenflechte eingesetzt.
Hinweise
- Psoriasispatienten sollten ca. 2 L Flüssigkeit täglich trinken, besonders bei Durchspülungstherapie mit Birkenblättern.
- Die Therapie erfolgt parallel auf mehreren Ebenen: Stoffwechsel, Entzündungshemmung, Keratolyse, Immunmodulation.
- Mahonie ist die spezifischste Heilpflanze für Psoriasis und sollte zentraler Bestandteil der Therapie sein.
- Weihrauch ist besonders bei Psoriasis-Arthritis indiziert und dämpft überschießende Immunreaktionen.
Zusammenfassung
Die Psoriasis ist eine chronische, anlagebedingte Stoffwechselerkrankung der Haut mit stark beschleunigter Zellteilung. Die Phytotherapie verlässt sich auf die Mahonie als spezifische „Psoriasis-Pflanze", unterstützt durch Birkenkork/Betulin für die keratolytische Behandlung und die Regeneration der Hautbarriere. Ergänzt wird dies durch stoffwechselfördernde, entzündungshemmende und immunmodulierende Maßnahmen aus der Ekzem- und Neurodermitistherapie. Bei begleitender Psoriasis-Arthritis bietet sich besonders Weihrauch an. Die Behandlung erstreckt sich über mehrere Monate.