Chronische Ekzeme

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Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.

Beschreibung

Ein Ekzem ist eine nicht ansteckende, entzündliche Hautveränderung (Dermatitis) mit Juckreiz; es gilt als unspezifische Reaktionsform der Haut auf schädigende Einflüsse. Unterschieden wird das exogene (durch äußere Einflüsse ausgelöste) vom endogenen (organisch bedingten) Ekzem. Das endogene Ekzem beginnt häufig schon in der frühen Kindheit – nach Krankheiten, Impfungen, seelischen Belastungen oder durch auslösende Substanzen. Akute Ekzeme werden als Dermatitis bezeichnet.

Chronische Ekzeme gelten als schwer zu behandeln und sind eine “Crux” der Medizin. Häufig liegen ihnen Stoffwechselstörungen zugrunde: Der Körper versucht, Substanzen, die er nicht verträgt, über die Haut loszuwerden. Deshalb gilt es, den Stoffwechsel anzuregen und Giftstoffe u. Ä. über die Ausscheidungsorgane auszuleiten. Man spricht vom „Von innen nach außen heilen".

Symptome

Hauptproblem ist zumeist der quälende Juckreiz. Die betroffenen Hautflächen sind entzündet, nässen oder sind trocken, bilden Krusten und schuppen. An den kranken Stellen neigt die Haut zu Begleitinfektionen. Besondere Ekzemformen sind Neurodermitis und Schuppenflechte.

Ursachen

Ekzeme können toxischer, allergischer oder infektiöser Natur sein; ebenso können Umweltbelastung, Impfschaden, ein geschwächtes Immunsystem, falsche Ernährung und Allergien u. a. (mit)verursachend wirken.


Phytotherapeutika

Wichtige Heilpflanzen bei chronischen Ekzemen

Innerliche Anwendung:

Pflanze Wirkung
Ackerstiefmütterchen Kortisonähnlich entzündungshemmend, stoffwechselfördernd
Birkenblätter Stoffwechselfördernd, harntreibend
Bittersüßer Nachtschatten Entzündungshemmend, juckreizlindernd
Brennnessel Stoffwechselfördernd, bindegewebsstärkend
Gänseblümchen Stoffwechselfördernd
Goldrute Harntreibend, entzündungshemmend
Löwenzahn Stoffwechselanregend, leberstärkend
Mariendistel Hepatoprotektiv
Walnussblätter Adstringierend, entzündungshemmend
Stinkender Storchschnabel Wundheilend, entzündungshemmend

Äußerliche Anwendung:

Pflanze Wirkung
Ackerstiefmütterchen Entzündungshemmend, juckreizlindernd
Aloe vera Kühlend, feuchtigkeitsspendend
Ballonrebe Entzündungshemmend, juckreizlindernd
Bittersüßer Nachtschatten Entzündungshemmend
Birkenkork/Betulin Hautbarriere regenerierend
Blutwurz Adstringierend, entzündungshemmend
Eichenrinde Zusammenziehend, juckreizstillend – Mittel der 1. Wahl bei nässenden Ekzemen!
Johanniskrautöl Entzündungshemmend, keimwidrig, wundheilend
Kamille Entzündungshemmend, wundreinigend
Malve Reizmildernd, feuchtigkeitsspendend
Ringelblume Wundheilend, entzündungshemmend
Sanddornöl Hautregenerierend, pflegend
Schwarz-/Grüntee Adstringierend, entzündungshemmend
Walnuss Adstringierend, gerbend
Wassernabel Wundheilend, entzündungshemmend
Zaubernuss Adstringierend, entzündungshemmend
Zistrose Entzündungshemmend, antioxidativ

Pflanzenporträts

Ackerstiefmütterchen


Eichenrinde


Therapiekonzept

Die phytotherapeutische Ekzembehandlung ruht auf 3 Säulen:

  1. Anregung/Entgiftung des Stoffwechsels – zur Entlastung der Haut, v. a. über die Ausscheidungsorgane Nieren und Leber: unterstützt das Ausscheiden von im Bindegewebe abgelagerten Stoffwechselendprodukten/Giften
  2. Innerliche und äußerliche Anwendung entzündungs- und (juck-)reizlindernder Dermatika
  3. Stärkung der Hautbarriere

Beachte: Ekzempatienten leiden meist unter einem ausgeprägten Leidensdruck – ihnen sollte klargemacht werden, dass eine realistische Therapiedauer ca. 3–6 Monate und länger beträgt (abgesehen von der kurzfristigen Linderung der akuten Symptomatik).

Therapieziele im Überblick

Therapieschritt Maßnahmen Dauer
Entlastung der Haut / Stoffwechselförderung Tees, Präparate, Nahrungsergänzungsmittel 4–6 Wochen, evtl. länger
Dermatotrope Entzündungshemmung, Juckreizlinderung Äußerliche Präparate, Auflagen, Waschungen, Bäder Mehrere Monate
Evtl. Darmsanierung Siehe Therapiekonzept Darmsanierung Je nach Beschwerdebild mehrere Wochen bis Monate

Beachte: Die freigesetzten Stoffwechselendprodukte/Toxine können das Hautbild anfangs zunächst verschlechtern. In dieser Phase sollte man die Patienten psychologisch-motivierend begleiten und ihnen zugleich mit äußerlichen Anwendungen praktisch zur Beschwerdelinderung verhelfen. Mittelfristig bessert sich das Hautbild.

Zu Therapiebeginn bietet sich zur Entlastung der Haut das Heilfasten nach Buchinger an. Oft ist zudem eine längerfristige Unterstützung der Leber mit Hepatoprotektiva über 3–6 Monate sinnvoll.

Grundsätze zur äußerlichen Behandlung

  • „Feucht auf feucht": Auflagen/Umschläge bei akuten, entzündlichen oder nässenden Hauterkrankungen
  • Je entzündeter die Haut, desto wasserreicher und fettärmer die Pflege
  • Gele besonders bei entzündlichen, allergischen Hauterkrankungen und Verbrennungen
  • „Je chronischer, desto fetter": Cremes zur Behandlung im subakuten Stadium, Salben v. a. bei chronischen Hauterkrankungen

Rezepte und Zubereitungen

Teemischungen

Hauttee (nach Weiss)

Droge Menge
Sennae folium (Sennesblätter) 40 g
Carvi fructus cont. (Kümmelfrüchte, angestoßen) 20 g
Matricariae flos (Kamillenblüten) 20 g
Dulcamarae stipites (Bittersüßstängel) 20 g

Zubereitung: 2 TL mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 10 Min. bedeckt ziehen lassen, dann abgießen. Dosierung: Morgens und abends 1 Tasse trinken.

Stoffwechselfördernder Ekzemtee

Droge Menge
Violae tricoloris herba (Stiefmütterchenkraut) 20 g
Juglandis folium (Walnussblätter) 20 g
Geranii robertiani herba (Storchschnabelkraut) 20 g
Fumariae herba (Erdrauchkraut) 20 g
Frangulae cortex (Faulbaumrinde) 10 g
Foeniculi fructus cont. (Fenchelfrüchte, angestoßen) 10 g

Zubereitung: 1 TL mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 10 Min. bedeckt ziehen lassen, dann abgießen. Dosierung: 2–3 Tassen tägl. trinken.

Ekzemtee, beruhigend

Droge Menge
Fumariae herba (Erdrauchkraut) 20 g
Solidaginis virgaureae herba (Echtes Goldrutenkraut) 20 g
Berberidis fructus cont. (Berberitzenfrüchte, angestoßen) 20 g
Melissae folium (Melissenblätter) 20 g
Dulcamarae stipites (Bittersüßstängel) 10 g
Calendulae flos (Ringelblumenblüten) 10 g

Zubereitung: 1 TL mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 10 Min. bedeckt ziehen lassen, dann abgießen. Dosierung: 2–3 Tassen tägl. trinken.

Eichenrinden-Dekokt (nässendes Ekzem)

Etwa 20 g zerkleinerte Eichenrinde mit 1 L Wasser aufkochen, 5–10 Min. ziehen lassen, abgießen. Mehrmals tägl. anwenden; für Spülungen, Umschläge und Bäder.

Stiefmütterchenwaschung

Insgesamt 9 EL Stiefmütterchenkraut mit 1 L kochendem Wasser übergießen, 15 Min. ziehen lassen, abseihen und als Badezusatz bzw. für Waschungen und Umschläge verwenden. Für Säuglinge 2–3 EL, Kleinkinder bis 4 Jahre 4 EL, Kinder bis 10 Jahre 4–5 EL auf 1 L.

Walnussblätterwaschung

4 EL Walnussblätter mit 500 ml kaltem Wasser aufkochen, 10–15 Min. ziehen lassen, abgießen und als Badezusatz bzw. für Waschungen und Umschläge verwenden. 1-mal tägl. baden oder mehrmals tägl. damit waschen und Umschläge machen. Für Säuglinge und Kleinkinder bis 4 Jahre: 2 EL auf 500 ml.

Storchschnabelwaschung

Insgesamt 4 EL Storchschnabelkraut mit 500 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen, abseihen und als Badezusatz bzw. für Waschungen und Umschläge verwenden. 1-mal tägl. baden oder mehrmals tägl. damit waschen.

Pfefferminzwaschung bei Juckreiz

4 TL Pfefferminzblätter mit 500 ml heißem Wasser überbrühen, 5 Min. bedeckt ziehen lassen. Abkühlen lassen und damit waschen.


Präparate

Innere Anwendung (dermatotrope Antidyskratika)

Präparat Inhalt Dosierung
Dermatodoron Bittersüßer Nachtschatten, Pfennigkraut Säuglinge (ab 1. Monat): 1–3-mal tägl. 3–5 Tr. über max. 4 Wochen; Kinder 2–5 J.: 3-mal tägl. 5–10 Tr.; Kinder ab 6 J.: 3-mal tägl. 10–15 Tr.; Erwachsene: 3-mal tägl. 15–20 Tr.
Dulcamara Urtinktur DHU Bittersüßer Nachtschatten 3-mal tägl. 10 Tr.
Geranium robertianum Urtinktur Ceres Stinkender Storchschnabel 3-mal tägl. 3 Tr.
Juglans regia Urtinktur Weleda Walnuss 3-mal tägl. 10 Tr.
Viola tricolor Urtinktur Ceres/DHU Stiefmütterchen 3-mal tägl. 3 bzw. 10 Tr.

Äußere Anwendung (Entzündungshemmung, Juckreizlinderung)

Wenn nicht anders erwähnt, mehrmals täglich dünn auf die betroffenen Hautpartien auftragen:

Präparat Inhalt
Cefabene Salbe Bittersüßer Nachtschatten
Dermaplant Salbe Ballonrebe
Dermatodoron Salbe Bittersüßer Nachtschatten, Pfennigkraut
Ekzevowen derma Creme Ackerstiefmütterchen, Mahonie, Wassernabel
Halicar Creme/Salbe Ballonrebe
Hamasana Salbe Zaubernuss
Hametum Creme, Salbe Zaubernuss

Pflegeprodukte

Präparat Inhalt Besonderheit
Akut Creme Potentilla Blutwurz
Bedan Hyperforin Creme, Gesichtscreme, Lotion Johanniskraut
Cystus Bio Salbe Dr. Pandalis Zistrose
Hamameliswasser Primavera Zaubernuss Mehrmals tägl. aufsprühen
Imlan Creme pur, Creme plus, Lotion plus Birkenkork/Betulin Plus-Varianten mit Harnstoff
Neurelia Weihrauch-Creme AureliaSan Weihrauch
Ruhige Haut Gesichts-Creme, Körper-Balsam Süßholz, Weide, Enzian Von Velan

Äußerliche Anwendungen

Umschläge und Kompressen

Durch die Verdunstungskälte wirken Auflagen und Umschläge kühlend, entzündungshemmend und juckreizlindernd. In der akuten, entzündlichen oder nässenden Phase unterstützen sie die Reinigungs- und Granulationsphase der Haut.

Praxistipp: Auflagen/Umschläge offen halten (nicht abdecken, locker sitzend) und häufig wechseln, damit die Verdunstungskälte wirksam bleibt. Je öfter und je länger bei einem Ekzem angewendet wird, desto stärker trocknet die Haut aus. Abnehmen, sobald der Umschlag warm wird (warme Umschläge fördern die Entzündung): ca. 1–2 Std. lang alle 10–20 Min. anlegen, zu Behandlungsbeginn bis zu 3-mal tägl. Um Hitzestau zu vermeiden, keine fetten Cremes, Salben oder okklusiven Verbände anwenden.

Salben

Salben kommen vor allem bei chronischen Hauterkrankungen zur Anwendung („Je chronischer, desto fetter"). Sie werden mehrmals täglich dünn auf die betroffenen Hautpartien aufgetragen.

Bäder und Waschungen

Waschungen mit Stiefmütterchen, Walnussblättern, Storchschnabel oder Pfefferminze wirken kühlend, entzündungshemmend und juckreizlindernd. Bei nässenden Ekzemen ist ein Eichenrinden-Dekokt für Spülungen, Umschläge und Teilbäder besonders geeignet.


Hinweise

  • Beim akuten Ekzem reagieren Patienten unterschiedlich auf Heilpflanzenanwendungen: Was dem einen hilft, muss dem nächsten nicht helfen. Geduldiges Ausprobieren ist Bestandteil der Therapie.
  • Bei Bedarf Darmsanierung erwägen (siehe Therapiekonzept Darmsanierung).
  • Kein Vollbad bei nässenden, großflächigen Ekzemen und Hautverletzungen, fieberhaften und infektiösen Erkrankungen oder Herzinsuffizienz.

Zusammenfassung

Die Behandlung chronischer Ekzeme verlangt ein umfassendes Konzept, das die innere Stoffwechselanregung mit einer äußerlichen, symptomatischen Therapie verbindet. Zentrale Heilpflanzen sind Ackerstiefmütterchen, Eichenrinde, Bittersüßer Nachtschatten und Walnussblätter. Über mehrere Monate hinweg wird die Therapie durch Teemischungen, Präparate, Waschungen, Umschläge und Bäder gestützt. Ziel ist es, die Haut zu entlasten, indem man über die Ausscheidungsorgane arbeitet – „von innen nach außen heilen".

Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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