Arthritis

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Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.

Arthritis — Entzündlich-rheumatische Erkrankungen

Beschreibung

Chronisch-entzündliche Gelenkerkrankungen – dazu zählen rheumatisches Fieber, primär chronische Polyarthritis (PCP), die progressive Polyarthritis, Spondylarthritis und der Morbus Bechterew – haben Systemcharakter und betreffen den gesamten Organismus. In Deutschland sind rund eine Million Menschen betroffen.

Symptome

An den erkrankten Gelenken finden sich sämtliche Zeichen einer massiven Entzündung: Die Haut ist gerötet, das Gelenk geschwollen – nicht selten mit Ergussbildung –, die Schmerzen halten lange an, die Stelle ist überwärmt und die Funktion nimmt zunehmend ab. Je weiter die Entzündung fortschreitet, desto mehr wandelt sich der Bewegungsschmerz in einen Ruheschmerz, der scheinbar alle Gelenke erfasst. Jede Bewegung wird zur Qual, die Mobilität leidet zunehmend. Kommen die entzündlichen Vorgänge nicht zum Stillstand, folgen immer heftigere Entzündungsschübe, bis schließlich der Gelenkknorpel vollständig zerstört ist.

Ursachen

Was eine Arthritis genau auslöst, ist bis heute nicht abschließend geklärt:

  • Autoimmunprozesse, also fehlgesteuerte Abwehrreaktionen des Körpers gegen die eigene Gelenkinnenhaut
  • Bakterielle Infektionen
  • Stoffwechselerkrankungen

Phytotherapeutika

Innerliche Einnahme

Pflanze Wirkungen
Afrikanische Teufelskralle Antiarthrotisch, schmerzlindernd, entzündungs-/ödemhemmend, bremst kollagenzerstörende Enzyme
Birkenblätter Stoffwechselförderung, Entgiftung
Brennnessel Stoffwechselförderung, Entgiftung; Zytokinhemmer, antiarthrotisch, entzündungshemmend: Schmerzlinderung, Besserung der Beweglichkeit
Weihrauchharz Entzündungs- und ödemhemmend, schmerzlindernd, reduziert Verbrauch an NSAR

Naturheilkundliche Begleitmaßnahmen

Heilpflanze / Maßnahme Wirkungen
Ernährung Basenreich, säurearm, vegetarisch, soweit verträglich rohkostreich; Vermeiden von Übergewicht
Ernährungsumstellung Kann bei rheumatischer Arthritis Besserung der Beschwerden einleiten, v.a. wenn sie mit einer Fastenkur begonnen wird. Beim Fasten werden die im Körper kursierenden entzündungsfördernden Stoffe dezimiert
Granatapfelextrakt Blockiert Enzyme, die die Entzündungen aufrechterhalten und die Knorpelzerstörung vorantreiben: lindert Entzündungsaktivität. Granatapfel-Polyphenole inaktivieren knorpelschädigende freie Radikale, führt zu Schmerzlinderung
Ingwer (innerlich und äußerlich) Laut Studien lindert Ingwer die Beschwerden von rheumatischer Arthritis, Osteoarthritis, Kniegelenksarthrose. Der Scharfstoff Gingerol wirkt der Freisetzung des entzündungsfördernden NF-κB-Proteins entgegen. Untersuchung: tägl. Gabe 30–500 mg Ingwer 4–36 Wochen lang linderte Knieschmerzen bei Osteoarthritis
Kurkuma (Gelbwurz) Bessert laut Studien die Gelenkschwellung, die Morgensteifigkeit und die Gehzeit: das Polyphenol Kurkumin hemmt bei rheumatoider Arthritis die Freisetzung des Proteins NF-κB (entzündungsfördernde Botenstoffe) in den Gelenken
Physikalische Therapie So viel Bewegung wie möglich, aber nicht in den Schmerz hineintherapieren. Im akuten Schub: Gelenk schonen!

[!NOTE] Hinweis Äußerlich kommen bei den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen dieselben Mittel zur Anwendung wie bei den degenerativen Formen – dazu Arthrose > Tab. 6.3. Vorrang hat die Linderung der Schmerzen; deshalb spielen äußerliche Anwendungen neben der innerlichen Einnahme eine bedeutende Rolle. Besonders schnell wirken gekühlte Zubereitungen: Im Kühlschrank aufbewahrte Salben, Gele u. Ä. werden kalt auf die schmerzenden Gelenke aufgetragen.

Pflanzenporträts

Weidenrinde

Weihrauch

Heublumen

Therapiekonzept Arthritis und andere entzündlich-rheumatische Erkrankungen

Bei der Arthritis begleitet die Phytotherapie die Behandlung unterstützend: Ihre Ziele sind die Linderung der Beschwerden und womöglich eine Dosisreduktion synthetischer Antirheumatika. Sämtliche Therapieschritte werden parallel ausgeführt.

Therapieziel Dauer Maßnahmen Darreichung
Entlastung des Bindegewebes / Entschlackung 6 Wochen Wie Therapiekonzept Arthrose Tees, Präparate, Nahrungsergänzungsmittel
Immunmodulation Monate bis dauerhaft Omega-3-Fettsäuren, Weihrauch, Curcuma Präparate, Nahrungsergänzungsmittel
Schmerzlinderung / Entzündungshemmung innerlich Monate bis dauerhaft Teufelskralle, Brennnessel, Phytodolor, Enzyme, Weide, Weihrauch Tees, Präparate, Nahrungsergänzungsmittel
Schmerzlinderung / Entzündungshemmung äußerlich Monate bis dauerhaft Arnika, Beinwell, Cayenne Präparate

[!IMPORTANT] Beachte Wird die Arthritistherapie über längere Zeit mit pflanzlichen Schmerzmitteln geführt, muss die für den einzelnen Patienten passende Erhaltungsdosis ermittelt werden; sie muss sich nicht mit den Empfehlungen der Arzneimittelhersteller decken.

Einnahme von Weihrauchpräparaten

Zu Behandlungsbeginn bis zu 4.800 mg täglich einnehmen, bis die Beschwerden nachlassen; anschließend auf die individuelle Erhaltungsdosis zurückgehen.

Einnahme von Enzymen

Enzyme stets auf leeren Magen nehmen: 60–30 Min. vor dem Essen bzw. frühestens 90 Min. danach.

Dosierung:

  • Akute Entzündungen verlangen immer eine hoch dosierte Kurzzeittherapie: üblich sind das 2–3-fache der Tagesmenge.
  • Chronische Entzündungen werden normal dosiert, dafür aber langfristig behandelt.

Teemischungen und Rezepte

Die passenden Teerezepturen stellt Arthrose bereit:

  • Klassischer “Entschlackungstee”
  • Mild abführender Stoffwechseltee
  • Ausleitungstee mit Diaphoretikum
  • Säureausleitender Tee
  • Basentee
  • Mild schmerzlindernder Rheumatee
  • Rheumatee

Präparate

Analgetika — innerlich

Präparat Inhalt Dosierung
Teufelskralle-Präparate (TEUFEL etc.) Afrikanische Teufelskralle 3-mal tägl. 1–2 Kps.
Hox alpha Brennnessel 3-mal tägl. 2 Tbl.
Natulind 600 mg Afrikanische Teufelskralle 2-mal tägl. 1 Tbl.
Phytodolor Pappel, Esche, Goldrute 3-mal tägl. 30–50 Tr.
Rheuma-Hek forte Brennnessel 3-mal tägl. 1 Drg.
Sogoon Afrikanische Teufelskralle 2-mal tägl. 1 Tbl.
Weidenrinde Schmerzdragees Weidenrinde Bis zu 8 Drg. tägl.

Enzyme

Präparat Inhalt Dosierung
Bromelain POS Bromelain Nach Vorschrift
Phlogenzym aktiv Bromelain, Papain, Trypsin, Chymotrypsin u.m. 3-mal 2 Tabl.
regazym plus Enzyme aus Aspergillus oryzae (Ananas, Feigen-, Kiwi- und Papayafruchtpulver) 3-mal tägl. 2 Tabl.
Wobenzym N Bromelain, Pankreasenzym, Rutosid 1. Wo.: 2-mal 6 oder 3-mal 4, dann 2-mal 3 oder 3-mal 2 Tabl.

Immunmodulation / Nahrungsergänzungsmittel

Präparat Inhalt Dosierung
H15 Weihrauchkapseln Hecht-Pharma 350 mg Weihrauch 3-mal tägl. 1–4 Kps. nach dem Essen
Mantra 400 Original Weihrauchkapseln Weihrauch 3-mal tägl. 1–4 Kps. nach dem Essen
Tete-sept Omega-3 intens 1400 mg Omega-3-Fettsäuren 2-mal tägl. 1 Kps. nach dem Essen
Omega 3-loges vegan Omega-3-Fettsäuren 2-mal tägl. 2 Kps. nach dem Essen
Weihrauchkapseln Aureliasan 300 mg Weihrauch 3-mal tägl. 2–4 Kps. nach dem Essen
Curcuflex Gelbwurz (Kurkuma) 2-mal tägl. 1 Kps.
Curcumin-loges Gelbwurz (Kurkuma) 2-mal tägl. 1 Kps.
Curcumin Extrakt B Sure-EU Gelbwurz (Kurkuma) 3-mal tägl. 1 Kps.
Curcusol Gelbwurz (Kurkuma) 2-mal tägl. 1 Kps.
Dr. Wolz (Gelbwurz) Gelbwurz (Kurkuma) 3-mal tägl. 1–4 Kps. nach dem Essen

Analgetika — äußerlich

Präparat Inhalt Anwendung
Arnica/Symphytum comp. Salbe Arnika, Beinwell, Birke, Mandragora, Rosmarinöl, Lärchenharz 3-mal tägl. auftragen
Arnika Salbe 10 % und 30 % Weleda Arnika 3-mal tägl. auftragen
Arnika-Gelee Weleda Arnika 3-mal tägl. auftragen
Arthrosenex N Creme Arnika 3-mal tägl. auftragen
Capsamol Salbe Cayenne 3-mal tägl. auftragen
DOLO-CYL Öl Johanniskrautöl, Arnika, Eukalyptus, Lavendel, Rosmarin, Wacholder, Latschenkiefer 3-mal tägl. auftragen
Kneipp Arnika Salbe S Arnika 3-mal tägl. auftragen
Kneipp Arnika Kühl- und Schmerzgel Arnika, Kampfer 3-mal tägl. auftragen
Kytta-Plasma f Umschlagpaste Beinwell 1–2-mal tägl. über 5 Std. auflegen
Kytta-Balsam f Beinwell, Methylnicotinat 3-mal tägl. auftragen
Kytta Schmerzsalbe Beinwell 3-mal tägl. auftragen
Profelan Arnika 3-mal tägl. auftragen
Röwo Sportgel Spray Arnika, Menthol, Minzöl, Kamille, Echinacea, Hamamelis 3-mal tägl. auftragen
Thermo-Bürger Salbe Cayenne 3-mal tägl. auftragen
Traumaplant Salbe Beinwell 3-mal tägl. auftragen

Äußerliche Anwendungen

Heublumenauflage

Ein Heublumensack wird 15 Min. im Wasserdampf erhitzt – im Dampfkochtopf genügen 1–2 Min. – und anschließend vorsichtig ausgedrückt. Möglichst heiß legt man ihn dicht auf die betroffene Stelle und fixiert ihn straff mit einem Wolltuch. Solange die Auflage angenehm ist (etwa 40 Min.), bleibt sie liegen. Dabei gelangen die Wirkstoffe direkt in die Haut und entfalten lokal wie auch am gesamten Körper eine schmerzlindernde und entspannende Wirkung.

[!CAUTION] Gegenanzeigen Heublumen Akute oder entzündliche Erkrankungen, offene Hautareale; akute Neuralgien, Allergien.

Quarkauflage (bei akuten Entzündungen)

Kühler Quark wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd – gerade im akuten Schub die Methode der Wahl.

Hinweise

  • Der Schmerztherapie kommt bei Arthritis höchste Priorität zu
  • Kühl gelagerte Salben und Gele lindern entzündliche Schmerzen am schnellsten
  • Bei langfristiger Weidenrindeneinnahme die Gerinnungswerte regelmäßig kontrollieren lassen
  • Weidenrinde ist kein Ersatz für ASS zur Infarktprophylaxe
  • Weihrauch zu Behandlungsbeginn hoch dosieren (bis 4.800 mg/Tag), später auf die Erhaltungsdosis gehen
  • Im akuten Schub das Gelenk ruhigstellen und kühlende, entzündungshemmende Maßnahmen (Quarkauflage, Kühlgel) anwenden

Zusammenfassung: Bei den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen (Arthritis, Polyarthritis, Morbus Bechterew) geht es vor allem darum, die Entzündung einzudämmen und die Schmerzen zu stillen. Innerlich setzt die Pflanzenheilkunde auf Teufelskralle, Weidenrinde und Weihrauch, ergänzt um Enzympräparate und Omega-3-Fettsäuren. Weihrauch (Boswelliasäuren) hemmt die Prostaglandinsynthese und wirkt immunsuppressiv. Äußerlich kommen gekühlte Arnika- und Beinwell-Präparate zum Einsatz. Eine basenreiche, säurearme und vegetarische Ernährung unterstützt das Therapieziel.

Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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