Benediktenkraut

pflanzenprofilpflanzecnicus benedictus
Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.

Benediktenkraut (Cnicus benedictus)

  • Familie: Asteraceae
  • Droge: Cnici benedicti herba (Kraut)
  • Typ: Amarum purum — eines der stärksten Bitterdrogen der Phytotherapie

Inhaltsstoffe

  • 0,2–0,7 % Cnicin (Sesquiterpenlacton), Bitterwert bis zu 15 000 — eines der bittersten Pflanzenprinzipien überhaupt
  • Ätherisches Öl (Spuren), Gerbstoffe (bis 5 %)
  • Schleimstoffe, Flavonoide, Saponine
  • Harze und phenolische Säuren (Kaffeesäure)

Wirkungen

Innerlich:

  • Stark appetitanregend: über die Bitterrezeptoren der Zunge werden Speichel- und Magensaftsekretion reflektorisch gesteigert (Amarum-purum-Effekt)
  • Gallenproduktion und -fluss anregend (choleretisch, cholagog)
  • Leicht krampflösend und blähungslindernd
  • Sekretolytisch und expektorierend (traditionell bei Husten)
  • Antibakteriell und entzündungshemmend (Cnicin)
  • Fiebersenkend und kräftigend (traditionell)

Äußerlich:

  • Adstringierend und keimhemmend (traditionell bei schlecht heilenden Wunden und Hautentzündungen)

Indikationen

  • HMPC: Traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur symptomatischen Behandlung leichter krampfartiger Magen-Darm-Beschwerden, bei Appetitlosigkeit und Völlegefühl
  • Kommission E: Appetitlosigkeit, dyspeptische Beschwerden
  • ESCOP: Appetitlosigkeit, dyspeptische Beschwerden
  • Hypochlorhydrie (zu wenig Magensäure), Magenschwäche
  • Rekonvaleszenz: kräftigendes Bittermittel nach Krankheit
  • In der Volksmedizin zusätzlich bei Husten und als entzündungshemmendes Mund- und Gurgelmittel

Anwendungen

  • Tee (Infus): 1 TL (ca. 1 g) Benediktenkraut mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen, abseihen. 1 Tasse 30 Min. vor den Mahlzeiten, 1–3-mal täglich. Tagesdosis: 3–4 g Droge.
  • Tinktur: Cnici benedicti tinctura, 10–20 Tropfen (stark bitter!) 1–3-mal täglich 30 Min. vor den Mahlzeiten in etwas Wasser.
  • Fertigarzneimittel: Bestandteil von Bitter-Magentropfen (z. B. Carvomin: Angelikawurzel, Benediktenkraut, Pfefferminze).

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Nebenwirkungen: Durch den extremen Bittergeschmack in höheren Dosen Übelkeit und Erbrechen möglich; vermehrter Speichelfluss. In therapeutischer Dosierung gut verträglich.

Gegenanzeigen:

  • Schwangerschaft und Stillzeit (hohe Dosen: uterusstimulierende Wirkung, fehlende Sicherheitsdaten)
  • Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre (Sekretionsförderung)
  • Gallengangverschluss und akute Cholezystitis
  • Überempfindlichkeit gegen Korbblütler

Kombinationen

Siehe auch

Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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