Pfefferminze

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Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.

Pfefferminze (Mentha x piperita)

Inhaltsstoffe

  • 0,5–4 % ätherisches Öl (freies Menthol 30–55 %, Menthon 14–32 %, Menthylacetat 3–10 % sowie 1,8-Cineol, Pulegon, Menthofuran, Limonen)
  • 5–12 % Gerbstoffe vom Lamiazeen-Typ (Rosmarinsäure, Chlorogensäure)
  • Flavonoide als Luteolin- und Apigenin-Glykoside
  • Bitterstoffe und Triterpene

Wirkungen

Innerlich:

  • Ausgeprägt spasmolytisch an Gallenwegen und Magen-Darm-Trakt, da der Calcium-Einstrom in glatte Muskelzellen gebremst wird
  • Fördert den Gallenfluss (cholagog) und die Gallenproduktion (choleretisch)
  • Blähungslindernd und karminativ — der untere Ösophagussphinkter wird entspannt, Darmgase können leichter entweichen
  • Antimikrobiell gegen Bakterien, Pilze und Viren, besonders gut gegen Staphylococcus aureus und Escherichia coli
  • Kühlend und leicht lokal betäubend (Menthol aktiviert den Kälterezeptor TRPM8)
  • Lindert Übelkeit und wirkt antiemetisch

Äußerlich:

  • Kühlend und durchblutungsfördernd (Hyperämie) mit schmerzlinderndem Effekt
  • Stoppt Juckreiz bei Hauterkrankungen
  • Bei Inhalation abschwellend und schleimlösend
  • Antimikrobiell

Indikationen

  • HMPC: Traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur symptomatischen Linderung leichter krampfartiger Beschwerden des Verdauungstrakts einschließlich Blähungen
  • ESCOP: Krampfartige Beschwerden im oberen Gastrointestinaltrakt und in den Gallenwegen, Reizdarmsyndrom, Blähungen, Katarrhe der oberen Atemwege, Entzündungen der Mundschleimhaut
  • Reizgalle und Gallenkoliken
  • Roemheld-Syndrom
  • Dyspeptische Beschwerden und Blähungen
  • Reizdarmsyndrom (besonders in magensaftresistenten Kapseln)
  • Erkältungskrankheiten (Inhalation)
  • Spannungskopfschmerz (äußerlich: 10%ige Lösung in Ethanol auf Schläfen und Stirn)

Anwendungen

  • Tee (Infus): 1,5–3 g Blätter (ca. 1 EL) mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 5–10 Min. zugedeckt ziehen lassen und abseihen. 3–4 Tassen täglich zwischen den Mahlzeiten. Tagesdosis: 6–9 g Droge.
  • Tinktur: Menthae piperitae tinctura, 3-mal täglich 10–20 Tropfen in Wasser.
  • Ätherisches Öl (innerlich): 1–3 Tropfen auf Zucker oder in Honig, 2–3-mal täglich. Nur kurzfristig anwenden! Bei Sodbrennen und Reflux in magensaftresistente Kapseln füllen.
  • Fertigarzneimittel: Magensaftresistente Weichkapseln (z. B. bei Reizdarm) sowie Kombinationspräparate mit Kümmelöl.
  • Äußerlich/Inhalation: 3–4 Tropfen ätherisches Öl auf ein Tuch oder in heißes Wasser zur Dampfinhalation bei Erkältung; 10%ige ethanolische Lösung zur Einreibung bei Kopfschmerz; als Badezusatz (3–5 Tropfen auf einen Emulgator) bei Erschöpfung und Erkältung.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Nebenwirkungen: Empfindliche Personen verspüren gelegentlich eine Magenreizung. Bei äußerlicher Anwendung kommt es selten zu Hautrötung oder allergischer Reaktion.

Gegenanzeigen: Bei Säuglingen und Kleinkindern bis 2 Jahre darf nichts im Gesichts- und Halsbereich angewendet werden — es drohen Glottiskrampf oder Atemstillstand (Menthol-Reflex)! Bei Gallensteinleiden nur nach ärztlicher Rücksprache. Bei Sodbrennen und Reflux keine nicht-magensaftresistenten Zubereitungen einnehmen, denn Menthol entspannt den Ösophagussphinkter und kann den Reflux verstärken. Ätherisches Öl in Schwangerschaft und Stillzeit nicht innerlich anwenden; der Tee ist unbedenklich.

Kombinationen

  • Mit Kümmel bei Reizdarm und Blähungen (die krampflösende Wirkung der beiden Drogen ergänzt sich, z. B. als magensaftresistente Kapseln)
  • Mit Fenchel und Anis bei Blähungen und Verdauungsbeschwerden (klassische karminative Mischung)
  • Mit Kamille bei krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden mit Entzündungskomponente
  • Mit Thymian bei Erkältungshusten (Inhalation oder Tee)
  • Mit Melisse und Baldrian bei nervös bedingten Verdauungsstörungen
  • Mit Schafgarbe und Artischocke bei Gallenbeschwerden
Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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