Koriander

pflanzenprofilpflanzecoriandrum sativum
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Koriander (Coriandrum sativum)

Botanische Bezeichnung: Coriandri fructus, Apiaceae

Inhaltsstoffe

  • 0,3–1,2 % ätherisches Öl (vorwiegend (+)-Linalool, ca. 60–70 %, daneben α-Pinen, γ-Terpinen, Campher, Geraniol)
  • 13–20 % fettes Öl (reich an Petroselinsäure und Linolsäure)
  • 15–20 % Eiweiß
  • Cumarine (Umbelliferon, Scopoletin)
  • Kaffeesäurederivate, Phenolcarbonsäuren
  • Vitamin C, Mineralstoffe (Kalium, Calcium, Magnesium)

Wirkungen

Innerlich:

  • Stark krampflösend (spasmolytisch) auf die glatte Muskulatur des Magen-Darm-Trakts
  • Karminativ, blähungswidrig — reduzierte Gasbildung und -ansammlung
  • Appetitanregend und sekretionsfördernd (regt Speichel-, Magen- und Gallensaftproduktion an)
  • Verdauungsfördernd, lindert Völlegefühl und dyspeptische Beschwerden
  • Mild antibakteriell und antimykotisch (ätherisches Öl, v.a. gegen Candida albicans)
  • Antioxidativ (Linalool, Flavonoide)
  • In höherer Dosierung leicht sedierend
  • Kraut: traditionell zur Ausleitung von Schwermetallen (Chelat-Bindung) eingesetzt, regt Entgiftungsenzyme an

Äußerlich:

  • Keimhemmend, entzündungsmildernd
  • In Salben/Wundauflagen bei Hautentzündungen und schlecht heilenden Wunden
  • Lindernd bei rheumatischen Beschwerden (Einreibung mit verdünntem ätherischem Öl)

Indikationen

  • HMPC: Traditionelles pflanzliches Arzneimittel bei leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden, Völlegefühl und Blähungen
  • ESCOP: Dyspeptische Beschwerden, Appetitlosigkeit
  • Verdauungsbeschwerden mit Völlegefühl und Blähungen
  • Gute Verdauungshilfe, wenn Kümmel nicht vertragen wird
  • Begleitend beim Reizdarmsyndrom (spasmolytische Wirkung)
  • Adjuvans bei Blähungskoliken von Säuglingen und Kindern (milde Teezubereitung)

Anwendungen

  • Tee (Infus): 1–2 TL (ca. 1–3 g) frisch zerstoßene oder gemörserte Früchte mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10–15 Min. zugedeckt ziehen lassen, abseihen. 2–3 Tassen täglich zwischen den Mahlzeiten trinken. Tagesdosis: 3–6 g Droge.
  • Tinktur: Coriandri tinctura, 2–3-mal täglich 20–30 Tropfen in etwas Wasser, vor oder nach den Mahlzeiten.
  • Fertigarzneimittel: Korianderöl-haltige Kapseln (z.B. in Kombination mit Kümmel- und Fenchelöl bei Blähungen), Magen-Darm-Tropfen.
  • Gewürz: Frisch gemahlene oder zerstoßene Früchte den Speisen zugeben; das gemahlene oder zerstoßene Gewürz verliert schnell an Aroma.
  • Äußerlich: Ätherisches Öl in 1–3%iger Verdünnung in fettem Öl als Bauch-Einreibung bei Blähungen.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Nebenwirkungen: Bei äußerlicher Anwendung selten allergische Hautreaktionen. In therapeutischer Dosierung keine relevanten Nebenwirkungen bekannt.

Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Koriander oder andere Apiaceae (Doldenblütler). In Schwangerschaft und Stillzeit in üblichen Gewürzmengen und therapeutischen Dosierungen unbedenklich.

Kombinationen

  • Mit Fenchel und Kümmel bei Blähungen und Verdauungsbeschwerden (klassische Dreier-Kombination, z.B. als Tee oder Kapseln)
  • Mit Pfefferminze bei krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden und Reizdarm
  • Mit Melisse bei nervös bedingten Verdauungsstörungen
  • Mit Artischocke oder Mariendistel bei Fettverdauungsstörungen und Gallenbeschwerden
  • Mit Schafgarbe und Wermut bei Appetitlosigkeit und Verdauungsschwäche

Siehe auch

Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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