Galgant

pflanzenprofilpflanzealpinia galanga
Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.

Galgant (Alpinia galanga)

  • Familie: Zingiberaceae
  • Droge: Galangae rhizoma (Wurzelstock — “Großer Galgant”)
  • Hinweis: Neben Alpinia galanga wird auch Alpinia officinarum (Kleiner Galgant) als Droge verwendet; beide werden ähnlich eingesetzt
  • Verwandtschaft: nahe Verwandte des Ingwers

Inhaltsstoffe

  • 0,5–1 % ätherisches Öl: 1,8-Cineol (Eukalyptol), α-Pinen, Methylcinnamat, Kampfer, Borneol
  • Scharfstoffe: Diarylheptanoide (Galangol u. a., verwandt mit den Gingerolen), Alpinin
  • Flavonoide (Galangin, Kaempferid), Bitterstoffe, Gerbstoffe, Harz
  • Stärke (reichlich), Zucker

Wirkungen

Innerlich:

  • Karminativ (blähungslindernd) und spasmolytisch an der glatten Muskulatur des Magen-Darm-Trakts
  • Magensaft- und speichelanregend, appetitanregend, bitter-aromatisch
  • Antiemetisch (gegen Übelkeit, auch Reiseübelkeit)
  • Antibakteriell und antimykotisch (ätherisches Öl, experimentell belegt)
  • Durchblutungsfördernd und wärmend
  • Mild entzündungshemmend und antioxidant (Galangin)

Äußerlich:

  • Spülungen bei Mundschleimhautentzündungen (traditionell)
  • Die durchblutungsfördernde Wirkung wird bei Einreibungen genutzt

Indikationen

  • Traditionell bei Verdauungsstörungen, Völlegefühl und Blähungen
  • Übelkeit und Reiseübelkeit (mit Ingwer verwandtes Anwendungsgebiet)
  • Leichte krampfartige Magen-Darm-Beschwerden
  • Appetitlosigkeit
  • Mundgeruch und Mundschleimhautentzündungen (Kauen, Spülung)
  • Unterstützend bei Erkältungskatarrhen (sekretolytisch, durchwärmend)

Anwendungen

  • Tee (Dekokt): 1 TL (ca. 1 g) frisch angeschnittener Wurzelstock mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Min. zugedeckt ziehen lassen, abseihen. 1–3 Tassen täglich vor oder nach den Mahlzeiten. Tagesdosis: 3–6 g Droge.
  • Kauen: 1 kleines Scheibchen (ca. 0,5 g) einige Minuten kauen, bei Übelkeit und Mundgeruch.
  • Tinktur: Galangae tinctura, 2–3-mal täglich 15–30 Tropfen in etwas Wasser.
  • Fertigarzneimittel: Bestandteil von Karminativa und Magenbittern; Gewürz in der asiatischen Küche.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Nebenwirkungen: In therapeutischer Dosierung praktisch keine. In hohen Dosen Magenreizung, Sodbrennen.

Gegenanzeigen:

  • Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre (Reizung)
  • Gallensteine und Gallenwegserkrankungen (choleretische Wirkung)
  • Schwangerschaft und Stillzeit in therapeutischen Dosen nur nach Rücksprache (fehlende Daten; als Gewürz unbedenklich)
  • Kleinkinder unter 2 Jahren (ätherisches Öl)

Kombinationen

Siehe auch

Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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