Magenerkrankungen
Übersicht
Der vorliegende Abschnitt stellt die pflanzliche Begleitung von Magenerkrankungen vor. Im Einzelnen werden behandelt:
- Akute Magenerkrankung – Unkomplizierte akute Magenerkrankung, Gastritis, Übelkeit, Erbrechen
- Chronische Gastritis und Magengeschwür – Gastritis, Ulcus ventriculi, Sodbrennen (Reflux)
- Verdauungsstörungen – Funktionelle Dyspepsie, Reizmagen, Bitterstoffdrogen
Der Magen als Organ
Über die Speiseröhre gelangt das Essen in den Magen – nach dem Motto “gut gekaut ist halb verdaut” möglichst mechanisch fein zerkleinert. Hier wird der Speisebrei durchgeknetet, vermengt, mit Sekreten und Enzymen vermischt und durch konzentrierte Salzsäure desinfiziert. Portionsweise gibt der Magenpförtner ihn anschließend wohlgeordnet an den Dünndarm weiter.
Das komplexe Verdauungsgeschehen hängt eng mit dem vegetativen Nervensystem zusammen: Schon beim Riechen köstlicher Speisen oder beim Appetitverspüren beginnen die Verdauungssäfte vorbereitend zu fließen. Das vegetative Nervensystem steuert Sekretion und Muskelbewegung, mit denen der Speisebrei durcheinandergemischt wird – und es reagiert auf Stress, der bekanntlich “auf den Magen schlägt”. Bei der Ursachensuche also immer auch die Psyche im Blick behalten!
Grundvoraussetzungen
Grundlage der Vorbeugung von Erkrankungen der Verdauungsorgane ist eine gesunde Ernährung: abwechslungsreich, naturbelassen und vollwertig, gewürzt mit aromareichen und bitteren Kräutern. Nur so kann der Körper die notwendigen Nährstoffe, Spurenelemente, Vitamine und Enzyme gut verdauen und resorbieren.
Relevante Rezepte und Querverweise
- Magentropfen – Tinktur bei nervösem oder verstimmten Magen
- Verdauungstropfen – Bitterstofftinktur zur Verdauungsförderung
- Karminativum – Blähungswidrige Mischtinktur
- Bitterstoffe – Wirkprinzip der Amara
- Infus und Dekokt – Zubereitung von Tees und Abkochungen
- Umschläge und Kompressen – Feuchtwarme Auflagen und Wickel
Zusammenfassung
Für das gesamte Spektrum der Magenerkrankungen hält die Phytotherapie wirksame und gut verträgliche Behandlungsoptionen bereit:
- Akute Beschwerden werden symptomatisch mit krampflösenden, brechreizlindernden und entzündungshemmenden Heilpflanzen behandelt (Kamille, Pfefferminze, Ingwer, Gänsefingerkraut)
- Chronische Gastritis und Magengeschwüre erfordern eine mehrwöchige Therapie mit Schleimhautschützern (Mucilaginosa), Antiphlogistika und Spasmolytika, ergänzt durch Stressabbau und Magenkräftigung
- Verdauungsstörungen sprechen besonders gut auf Bitterstoffdrogen (Amara) an, die Speichel-, Magen-, Galle- und Pankreassaftsekretion anregen