Stoffwechselerkrankungen

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Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.

Beschreibung

Stoffwechselerkrankungen werden im Kapitel „Erkrankungen der Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse" nicht als eigenständige Krankheitsbilder, sondern im Rahmen der hepatobiliären und pankreatischen Funktionsstörungen besprochen. Fettstoffwechselstörungen und Diabetes mellitus Typ 2 erscheinen deshalb als Begleit- und Folgeerkrankungen.

Fettstoffwechselstörungen (Hyperlipidämie)

Erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin und Triglyzeride) gelten als zentraler Risikofaktor für Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Leber nimmt als zentrales Stoffwechselorgan eine Schlüsselstellung im Lipidstoffwechsel ein. Eine gestörte Leberfunktion – vor allem im Rahmen einer Fettleber – ist häufig mit Fettstoffwechselstörungen verknüpft.

Diabetes mellitus Typ 2 (Begleiterkrankung)

In 30 % der Fälle einer chronischen Pankreatitis entwickeln die Betroffenen als Begleiterkrankung einen sekundären Diabetes. Ursache ist der fortschreitende Untergang des Pankreasgewebes mit Verlust der insulinproduzierenden Zellen. Die Phytotherapie setzt hier an der Unterstützung der Pankreasfunktion und des Glukosestoffwechsels an.

Phytotherapeutika

Lipidsenkende und stoffwechselregulierende Pflanzen

Pflanze Wirkung Besonderheiten
Artischocke Lipid- und triglyzeridsenkend Hepatoprotektiv, choleretisch; senkt Cholesterin und Triglyzeride
Löwenzahn Lipidregulierend Hepatoprotektiv, verdauungs- und gallefördernd
Gelbwurz (Curcuma) Lipidregulierend, antiarteriosklerotisch Antioxidativ, entzündungshemmend; Vorbeugung/Begleittherapie Arteriosklerose/Hyperlipidämie
Sojaphospholipide Lipidsenkend, antioxidativ Hepatoprotektiv durch Membranstabilisierung
Erdrauch Cholesterinsenkend, stoffwechselfördernd Reguliert die Gallefunktion; Fumarsäureester unterstützen den Stoffwechsel
Mariendistel Stoffwechselanregend Leberzellschutz und -regeneration als Grundlage eines gesunden Stoffwechsels

Pankreasstimulierende Pflanzen (bei Diabetes-Begleittherapie)

Pflanze Wirkung Besonderheiten
Gelbwurz Anregung der Bauchspeicheldrüsenfunktion Choleretisch, entzündungshemmend
Haronga Stimuliert die exokrine Pankreasfunktion Zudem stimmungsaufhellend bei depressiver Verstimmung
Ingwer Stoffwechselanregend Cholagog, antiemetisch
Bitterstoffe allgemein Verdauungs- und stoffwechselanregend Wermut, Tausendgüldenkraut, Enzian u. a.

Therapiekonzept

Fettstoffwechselstörungen

Die Therapie der Fettstoffwechselstörungen ist in die Behandlung der Hepatopathie eingebettet (siehe Lebererkrankungen):

  1. Leberfunktion stärken: Mariendistel, Artischocke als Basistherapie
  2. Lipidsenkende Phytotherapie: Artischocke, Löwenzahn, Gelbwurz, Sojaphospholipide
  3. Cholesterinsenkung: Erdrauch – senkt erhöhte Cholesterinwerte und regt den Stoffwechsel an
  4. Diätetische Maßnahmen:
    • Fettarme, ballaststoffreiche Vollwertkost
    • Ballaststoffe binden Cholesterin und Gallensalze
    • Alkohol reduzieren
    • Gewichtsreduktion anstreben
  5. Dauer: mindestens 6 Monate

Diabetes Typ 2 – Begleittherapie

Die Phytotherapie des sekundären Diabetes bei chronischer Pankreatitis umfasst:

  1. Pankreasfunktion anregen: Haronga, Gelbwurz, Bitterstoffe (vor jeder Enzymsubstitution!)
  2. Leber-Galle-Diät: Nahrung auf 5–8 Portionen verteilen; ausreichend Kalorien und Vitalstoffe zuführen
  3. Ernährungsempfehlungen:
    • Nahrung gut kauen = „vorverdauen"
    • „Verboten": Zucker, tierisches Eiweiß, blähende Speisen, frische Backwaren, Röststoffe, Alkohol
    • Schonend gegarte Gemüse und Kartoffeln (basisch)
    • Milchsaure Kost, viele bittere Lebensmittel
  4. Enzymtherapie bei exokriner Insuffizienz: Substitution mit Enzympräparaten aus Pflanzen und Pilzen
  5. Physikalische Maßnahmen: Wärme bzw. feuchtwarme Wickel auf den linken Oberbauch, Rotlichtbestrahlung

Pflanzenporträts (stoffwechselrelevante Aspekte)

Gelbwurz

Erdrauch

Artischocke

Teemischungen und Rezepte

Stoffwechselanregender Lebertee

Siehe Lebertee bei dyspeptischen Beschwerden in Lebererkrankungen – die Kombination aus Löwenzahn, Benediktenkraut, Salbei, Kümmel und Ringelblume wirkt stoffwechselanregend und verdauungsfördernd.

Pankreastee (auch bei Diabetes-Begleittherapie)

Droge Menge
Taraxaci herba cum radice (Löwenzahnkraut mit -wurzel) 30 g
Zingiberis rhizoma (Ingwerwurzel) 30 g
Cinnamomi cortex (Zimtrinde) 30 g
Matricariae flos (Kamillenblüten) 10 g

Zubereitung: Einen Teelöffel der Mischung mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen und dreimal täglich eine Tasse trinken.

Hinweis: Zimtrinde (Cinnamomum verum) zeigte in Studien positive Effekte auf den Blutzuckerspiegel und unterstützt die Diabetes-Begleittherapie.

Präparate

Lipidsenkende Präparate

Präparat Wirkstoffpflanze Dosierung
Artischocke-Präparate Artischocke Siehe Lebererkrankungen
Curcu-Truw Gelbwurz 2-mal tägl. 1 Drg.
Curcuflex Gelbwurz 2-mal tägl. 3 Kps.
Curcumin-loges Gelbwurz 2-mal tägl. 1 Kps.
Curcumin Extrakt 45 Dr. Wolz Gelbwurz 3-mal tägl. 1 Kps.
Curcusol Gelbwurz 2-mal tägl. 1 Kps.
Lipostabil 300 Sojaphospholipide 2-mal tägl. 1 Tbl.
Legalon 156 mg Mariendistel 2-mal tägl. 1 Kps.

Präparate bei Diabetes-Begleittherapie

Siehe Bauchspeicheldrüse für Pankreasstimulanzien und Enzympräparate.

Hinweise

  • Fettstoffwechselstörungen und Diabetes mellitus Typ 2 verlangen eine ärztliche Diagnostik und Betreuung; die Phytotherapie ist eine begleitende Maßnahme
  • Bei manifester Hyperlipidämie regelmäßige Laborkontrollen der Blutfettwerte
  • Bei Diabetes mellitus Typ 2 Blutzuckerselbstkontrolle und gegebenenfalls Anpassung der antidiabetischen Medikation in Absprache mit dem Arzt
  • Leberwerte (Transaminasen) bei längerer Einnahme von Gelbwurz (C. xanthorrhiza) nach 4 Wochen kontrollieren
  • Gewichtsreduktion ist die wirksamste nicht-medikamentöse Maßnahme bei Fettstoffwechselstörungen und Diabetes Typ 2

Zusammenfassung

Stoffwechselerkrankungen werden im Buch nicht in einem eigenen Kapitel, sondern im Kontext der Leber-Galle-Pankreas-Achse dargestellt. Die Phytotherapie der Fettstoffwechselstörungen beruht auf lipidsenkenden Pflanzen (Artischocke, Gelbwurz, Löwenzahn, Sojaphospholipide, Erdrauch) und ist eng mit der Lebertherapie verzahnt. Bei der Diabetes-Typ-2-Begleittherapie stehen Pankreasstimulanzien (Haronga, Gelbwurz, Ingwer) und Bitterstoffe im Vordergrund; ergänzt wird das Vorgehen durch diätetische Maßnahmen (Leber-Galle-Diät, ballaststoffreiche Kost). Insgesamt ist eine Behandlungsdauer von mindestens 6 Monaten vorgesehen.

Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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