Berberitze

Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.
Berberitze (Berberis vulgaris)
- Familie: Berberidaceae
- Droge: Berberidis cortex (Wurzelrinde), Berberidis fructus (Beeren)
- Volksnamen: Sauerdorn, Echte Berberitze — die sauren Beeren enthalten reichlich Vitamin C
Inhaltsstoffe
- Alkaloide in der Wurzelrinde, v. a. Berberin (3–6 %), daneben Berbamin, Oxyacanthin, Jatrorrhizin, Palmatin
- Die Beeren dagegen praktisch alkaloidfrei: Vitamin C, Fruchtsäuren (Äpfel-, Zitronensäure), Pektin, Anthocyane, Gerbstoffe, Zucker
- Harze und Bitterstoffe in Rinde und Wurzel
Wirkungen
Innerlich:
- Choleretisch und cholagog: regt Produktion und Ausschüttung der Galle an
- Leberstoffwechsel anregend und leicht leberschützend (traditionell)
- Antibakteriell, antiprotozoisch und antimykotisch (Berberin: breites Keimspektrum, u. a. gegen Helicobacter pylori und Giardia in experimentellen Studien)
- Bitter-tonisierend und appetitanregend (Rinde)
- Mild abführend (Berberin regt die Darmperistaltik an)
- Die Beeren wirken erfrischend, durstlöschend und leicht adstringierend
Äußerlich:
- Traditionell bei Hautentzündungen, Psoriasis und Ekzemen (in Form von Salben und Einreibungen)
Indikationen
- Traditionell bei Gallenbeschwerden, Gallenflussstörungen und Leberfunktionsschwäche
- Kommission E (analog verwandter Bitterdrogen): Appetitlosigkeit, dyspeptische Beschwerden
- Verdauungsstörungen mit Blähungen und Völlegefühl
- Als “Stoffwechselkur” und bei Hautproblemen (Akne, Ekzeme) — traditionell
- Die Beeren als Vitamin-C-reiches Hausmittel, bei Übersäuerung und zur Schonung von Magen und Galle
Anwendungen
- Beerensaft/-mus (traditionell): aus den reifen Beeren, 2–3-mal täglich 1 EL, als erfrischendes Vitamin-C-Mittel.
- Tee (Dekokt) aus der Rinde: 1 TL kleingeschnittene Wurzelrinde mit 150 ml Wasser 10 Min. kochen, abseihen. 1 Tasse 30 Min. vor den Mahlzeiten, 1–2-mal täglich. Tagesdosis: 1,5–3 g Droge.
- Tinktur aus der Rinde: 10–20 Tropfen 1–3-mal täglich vor den Mahlzeiten. Nur kurweise über 2–3 Wochen anwenden.
[!WARNING] Berberin Berberin ist ein wirksames Alkaloid mit geringer therapeutischer Breite. Die Wurzelrinde sollte nur in niedriger Dosierung und kurweise angewendet werden. Beeren sind unbedenklich.
Nebenwirkungen und Gegenanzeigen
Nebenwirkungen: In höheren Dosen Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit. Berberin kann die Herzfrequenz senken (bradykard) und in hohen Dosen Blutdruckabfall und Atemdepression verursachen.
Gegenanzeigen:
- Schwangerschaft (Berberin regt die Uterusmuskulatur an und kann beim Neugeborenen Gelbsucht durch Verdrängung von Bilirubin auslösen) und Stillzeit
- Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen (bradykarde Wirkung von Berberin)
- Schwere Leber- und Gallenwegserkrankungen
- Kinder unter 12 Jahren
Kombinationen
- Mit Löwenzahn, Artischocke und Mariendistel bei Gallen- und Leberfunktionsschwäche
- Mit Erdrauch und Schöllkraut bei Gallenwegsbeschwerden und Dyskinesie
- Mit Enzian und Wermut bei Appetitlosigkeit
- Mit Brennnessel und Gänseblümchen als “Stoffwechsel- und Blutreinigungskur”
- Beeren mit Hagebutte und Sanddornöl als Vitamin-C-reiche Stärkung
Siehe auch
- Muskel- und Rheuma-Tinktur — Mischtinktur mit Berberitzen-Beeren
- Gallenbeschwerden — Indikationsseite Leber-Galle
- Lebererkrankungen — Indikationsseite Leber-Galle
- Stoffwechselerkrankungen — Indikationsseite Leber-Galle
Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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