Bauchspeicheldrüse -- Exokrine Pankreasinsuffizienz

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Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.

Beschreibung

Funktionelle Pankreasinsuffizienz (exokrine Pankreasinsuffizienz)

Arbeitet die Bauchspeicheldrüse zu schwach, stellt sie zu wenig Verdauungsenzyme her. In der Folge wird der Speisebrei nur teilweise enzymatisch zerlegt (Maldigestion) und unzureichend aufgenommen (Malabsorption); es entwickeln sich Gärungs- oder Fäulnisdyspepsien.

Symptome

  • Lange Zeit unspezifische Verdauungsbeschwerden, die häufig als Reizdarm, Dysbiose oder „Nahrungsmittelallergie" fehlgedeutet werden
  • Verdauungsstörungen mit breiigen, schaumigen, mitunter explosionsartig einsetzenden Stühlen
  • Anhaltende Blähungen und Völlegefühl mit aufgetriebenem Bauch und deutlichen Darmgeräuschen
  • Antriebslosigkeit, Appetitmangel und Gewichtsverlust (durch unzureichend verwertete Nahrung)
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Schmerzen im linken Oberbauch mit Ausstrahlung zum linken Schulterblatt
  • Auffällig fettreiche Stühle

Chronische Pankreatitis

Die chronische Pankreatitis geht mit einem fortschreitenden Untergang des Pankreasgewebes einher, das durch Bindegewebe ersetzt wird; das Organ verliert seine Funktion und mündet schließlich in einer Pankreasinsuffizienz. Die Erkrankung entwickelt sich schleichend und in Schüben – oft über 10 bis 20 Jahre! – mit uncharakteristischen Symptomen, während die Zerstörung des Drüsengewebes unaufhaltsam voranschreitet.

Warnzeichen eines Enzymmangels:

  • Gewichtsabnahme, Fettstühle
  • Übelkeit, ständige Oberbauchbeschwerden mit Ausstrahlung in den Rücken
  • Mangelerscheinungen durch fehlende Vitamine
  • Häufig schwere depressive Verstimmung

Es vergehen oft Jahre, bis die Diagnose gestellt wird. Als Laborbefund ist die Amylase 2- bis 3-fach erhöht. In 30 % der Fälle entwickelt sich als Begleiterkrankung ein sekundärer Diabetes.

Ursachen

  • Alkoholabusus
  • Erkrankungen der Gallenwege
  • Fehler der Zivilisationskost mit allmählicher Überforderung des Organs
  • Eine chronische Pankreatitis geht häufig auf eine akute Pankreatitis zurück

Phytotherapeutika

Tab. 3.6: Die wichtigsten Heilpflanzen bei Pankreasinsuffizienz

Pankreasstimulanzien

Pflanze Wirkung
Haronga Regt die exokrine Pankreasfunktion an; die enzymatische Aktivität nimmt zu; stimuliert die Sekretion von Magen- und Gallensaft
Gelbwurz Steigert die Tätigkeit der Bauchspeicheldrüse; choleretisch, entzündungshemmend
Ingwer Stoffwechselanregend, verdauungsfördernd
Schafgarbe Bitterstoffdroge, verdauungsanregend
Wermut Bitterstoff, regt die Verdauungssäfte an
Ananas Enzymlieferant (Bromelain)
Papaya (Melonenbaum) Enzymlieferant (Papain)

Enzympräparate aus Heilpilzen

  • Japanischer Reispilz (Nortase)

Spasmolytisch wirksame Karminativa

  • Anis, Fenchel, Kümmel

Begleitende Cholagoga

  • Boldo, Erdrauch, Pfefferminze

Wichtig: Bei einer funktionellen Pankreasinsuffizienz zuerst die Aktivität der Bauchspeicheldrüse anregen, bevor Enzyme substituiert werden.

Pflanzenporträts

Haronga

Gelbwurz – Pankreasanregung

Siehe Gelbwurz.

Ingwer – Pankreasstimulans

Siehe Ingwer.

Therapiekonzept funktionelle Pankreasinsuffizienz

Die einzelnen Schritte des Konzepts laufen parallel ab.

Tab. 3.8: Therapieziele

1. Anregung der Pankreastätigkeit

Dauer: mindestens 6 Monate

Mittel Wirkung
Haronga Pankreasstimulans, cholagog, stimmungsaufhellend
Gelbwurz u. a. Bitterstoffe Pankreasanregend, verdauungsfördernd
Japanischer Reispilz Enzymlieferant
Bromelain / Papain Pflanzliche Enzyme

2. Begleittherapie

Ansatz Verweis
Adaptogene Therapiekonzept Nervensystem (Erschöpfung)
Karminativa Therapiekonzept Blähungen
Bitterstoffe Therapiekonzept Reizdarm

3. Ernährung und Lebensführung

Tab. 3.7: Naturheilkundliche Tipps

Akutmaßnahmen zur Entlastung

  • Wermut, Tausendgüldenkraut, Pfefferminze, jeweils 1 Tasse vor der Mahlzeit (entlastet die akute Symptomatik spontan)
  • 1–2 kg geriebene Äpfel mit Schale oder 3 Tage lang Karottensuppe

Therapieeinleitung

  • Teefasten (3-tägig)
  • Und/oder 3-tägiges Apfel- und Karottenfasten

Leber-Galle-Diät

Empfohlen Zu meiden
Nahrung auf 5–8 Portionen verteilen Zucker, tierisches Eiweiß
Nahrung gut kauen = „vorverdauen" Blähende Speisen
Ausreichend Kalorien und Vitalstoffe zuführen Frische Backwaren
Schonend gegarte Gemüse und Kartoffeln (basisch) Röststoffe, Alkohol
Milchsaure Kost, viele bittere Lebensmittel

Enzymtherapie

Unverzichtbar ist die Substitution mit Enzymen, u. a. aus Pflanzen und Pilzen (siehe Präparate).

4. Physikalische Maßnahmen

  • Wärme bzw. feuchtwarme Wickel (Heublumen, Schafgarbe) abends auf den linken Oberbauch
  • Rotlichtbestrahlung
  • Sie lindern die Oberbauchbeschwerden

Teemischungen und Rezepte

Verdauungsfördernder Tee

Droge Menge
Centaurii herba (Tausendgüldenkraut) 30 g
Foeniculi fructus cont. (Fenchelfrüchte, angestoßen) 20 g
Aurantii pericarpium (Pomeranzenschale) 20 g
Thymi herba (Thymiankraut) 20 g
Juniperi fructus cont. (Wacholderbeeren, angequetscht) 10 g

Zubereitung: Einen Teelöffel der Mischung mit einer Tasse heißem Wasser übergießen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen und dreimal täglich eine Tasse trinken.

Pankreastee

Droge Menge
Taraxaci herba cum radice (Löwenzahnkraut mit -wurzel) 30 g
Zingiberis rhizoma (Ingwerwurzel) 30 g
Cinnamomi cortex (Zimtrinde) 30 g
Matricariae flos (Kamillenblüten) 10 g

Zubereitung: Einen Teelöffel der Mischung mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen und dreimal täglich eine Tasse trinken.

Präparate

Anregung der Pankreastätigkeit

Präparat Zusammensetzung/Wirkstoffpflanze Dosierung
Curcu-Truw Gelbwurz 2-mal tägl. 1 Kps. nach den Mahlzeiten
Harongan Haronga 3–5-mal tägl. 1 Tabl. oder 4-mal tägl. 40 Tr.
Enzym-Harongan Haronga, Gelbwurz, Pankreasenzym 2 Drg. zu den Mahlzeiten
Metaharonga Haronga, Asa foetida, Eichhornia, Nux vomica, Okoubaka, Syzygium jambolanum, Taraxacum 3-mal tägl. 10 Tr. nach den Mahlzeiten
Pascopankreat Tabl. Wermut, Condurangorinde, Pankreasenzym mittags und abends je 1 gelbe Tablette vor und 1 rote Tablette während/nach der Mahlzeit

Substitution fehlender Verdauungsenzyme

Präparat Wirkstoff Dosierung
Bromelain POS Bromelain (aus Ananas) 3-mal tägl. 1 Drg. 1½ Std. vor den Mahlzeiten
Nortase Japanischer Reispilz 1–3 Kps. zu den Mahlzeiten
Phlogenzym mono Bromelain 1–2-mal tägl. 1 Tbl. vor den Hauptmahlzeiten
Wobenzym N Bromelain, Pankreasenzym, Rutosid 3-mal tägl. 2 Drg. 1½ Std. vor den Mahlzeiten

Nahrungsergänzungsmittel

Präparat Wirkstoffpflanze Dosierung
Curcuflex Gelbwurz 2-mal tägl. 3 Kps.
Curcumin-loges Gelbwurz 2-mal tägl. 1 Kps.
Curcumin Extrakt 45 Dr. Wolz Gelbwurz 3-mal tägl. 1 Kps.
Curcusol Gelbwurz 2-mal tägl. 1 Kps.
Regazym plus Enzyme aus Japanischem Reispilz, Ananas-, Papaya-, Feigen- und Kiwifruchtpulver 3-mal tägl. 1–2 Tabl. 1½ Std. vor den Mahlzeiten

Bei Begleitsymptomen (übermäßige Gasbildung)

Präparat Zusammensetzung Dosierung
Kohle Hevert Kapseln Kokosfaserkohle 4–5 Kps. zwischen den Mahlzeiten

Weitere Bittermittel: siehe Therapiekonzept Blähungen.

Hinweise

  • Bei Verdacht auf Pankreasinsuffizienz ärztliche Diagnostik veranlassen (Pankreaselastase im Stuhl, Amylase/Lipase im Serum, Bildgebung)
  • Erst den Pankreas anregen, dann Enzyme substituieren – nicht umgekehrt
  • Haronga nach 2 Monaten für 2–3 Monate absetzen (Behandlungspause einlegen)
  • Unter Haronga ist eine Photosensibilisierung möglich – auf Sonnenschutz achten
  • Akute Pankreatitis und verschlossene Gallenwege sind Kontraindikationen für Cholagoga und Pankreasstimulanzien
  • Bei sekundärem Diabetes mellitus regelmäßig den Blutzucker kontrollieren
  • Die Therapie ist langfristig (mindestens 6 Monate) angelegt

Zusammenfassung

Die exokrine Pankreasinsuffizienz ist eine oft spät erkannte Funktionsstörung mit Maldigestion und Malabsorption. Das phytotherapeutische Vorgehen ist zweistufig: Zunächst wird die Pankreastätigkeit mit Haronga, Gelbwurz und Bitterstoffen angeregt, anschließend erfolgt die Enzymsubstitution (Bromelain, Papain, Japanischer Reispilz). Haronga nimmt dabei die Rolle des Leitarzneimittels ein, da es den Pankreas stimuliert und zugleich die Stimmung aufhellt – ein besonders wertvoller Effekt angesichts der häufig begleitenden Depression. Flankiert wird die Therapie durch eine Leber-Galle-Diät (5 bis 8 kleine Mahlzeiten, Verzicht auf Zucker und tierisches Eiweiß) und wärmende physikalische Anwendungen. Bei 30 % der Betroffenen entsteht ein sekundärer Diabetes, der eine engmaschige Betreuung verlangt.

Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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