Hypertonie und Hypotonie - Blutdruckerkrankungen

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Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.

Hypertonie und Hypotonie

Den Blutkreislauf hält der Blutdruck in Gang. Als normal gelten Werte von 120/130-80/90 mmHg. Kleinere Schwankungen sind unbedenklich, denn der Organismus reagiert damit auf seelische und körperliche Belastungen. Hält die Abweichung an und erreicht sie Krankheitswert, ist eine Abklärung und Behandlung nötig.

Hypertonie (Bluthochdruck)

Etwa 20 % der Menschen sind von Hypertonie betroffen. Sie entwickelt sich schleichend, tut zu Beginn “nicht weh” und wird oft nur zufällig entdeckt – manchmal erst über ihre Folgeschäden.

Symptome

Erst im fortgeschrittenen Stadium treten auf: Kopfschmerz, Nasenbluten, Kurzatmigkeit und Ohrensausen. Die gravierendsten Komplikationen sind Herzinfarkt und Schlaganfall.

Ursachen

  • Primäre Hypertonie (80-90 %): Ursache unbekannt (Ausschlussdiagnose, oft Zufallsbefund)
  • Sekundäre Hypertonie: z. B. Nieren-/hormonelle Erkrankungen (Primärleiden behandeln!)

[!WARNING] Achtung Bei Hypertonie besteht ein 60 % höheres Risiko für Arteriosklerose bzw. Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Hypotonie (Niedriger Blutdruck)

Von Hypotonie spricht man bei Werten um 105/60 mmHg bzw. wenn der systolische Druck dauerhaft unter 100 mmHg liegt und die eher harmlose Regulationsstörung die Lebensqualität einschränkt. Je nach subjektivem Wohlbefinden kann ein niedriger Blutdruck aber auch eine konstitutionelle “Normvariante” ohne Krankheitswert sein – der “Wohlfühlblutdruck” gilt geradezu als “Lebensversicherung” gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Symptome

Sie entstehen durch die Minderversorgung des Gehirns: Kopfschmerz, Schwindel, Sehstörungen, häufig kalte Hände/Füße, Müdigkeit sowie Leistungs- und Konzentrationsschwäche.

Ursachen

Anlagebedingt, durch körperliche/seelische Erschöpfung, Anämie/Blutverlust, zu geringe Flüssigkeits- und Kochsalzzufuhr, Herzmuskelschwäche, Rhythmusstörung, chronische Erkrankungen, Infektionskrankheiten oder als Folge von Depressionen.

Phytotherapeutika

Pflanzliche Präparate behandeln erfolgreich die Hypotonie und die Grenzwerthypertonie (Blutdruck 140/160-90 mmHg). Bei höheren Blutdruckwerten lassen sich Arzneidrogen/Präparate adjuvant einsetzen.

Antihypertonika (blutdrucksenkend)

Pflanze Wirkung Besonderheit
Knoblauch Mild blutdrucksenkend, vasodilatativ, lipidsenkend, antioxidativ Beugt KHK vor
Mistel Blutdrucksenkend, vasodilatierend Als Kaltauszug
Olivenbaum Blutdrucksenkend, vasodilatierend Blätter
Weißdorn Blutdruckregulierend, herzstärkend, gefäßwiderstandsenkend Wichtigstes Phytokardiakum

Antihypotonika (kreislaufanregend)

Pflanze Wirkung
Rosmarin Positiv inotrop, kreislaufanregend, durchblutungsfördernd
Kampfer (ätherisches Öl) Kreislaufanregend
Lavendel Äußerlich kreislaufanregend (als Bad)
Weißdorn Blutdruckregulierend (in beide Richtungen), herzstärkend

Unterstützende Therapiesäulen

Kategorie Hypertonie Hypotonie
Sedativa Baldrian, Lavendel, Melisse, Passionsblume (reduzieren laut Studien stressbedingte Hypertonie)
Tonika/Amara Kaffee, Mate, Schwarztee; Bitterstoffdrogen: Schafgarbe, Wermut, Enzian
Entspannung Yoga, autogenes Training, Kneipp: wechselwarme Arm-/Fußbäder, Wassertreten, Heliotherapie
Kreislauftraining Sport, Gymnastik, Bewegung an frischer Luft Hydrotherapie, Trockenbürsten, Wechselduschen, Wechselarmbad, Fußbad mit kampferhaltigem Rosmarin
Küchenapotheke Sesamöl, Sellerie (2 Stangen/Tag), Granatapfel, Hibiskusblüten (10 g/Tag als Tee) Ausreichend Flüssigkeit und Kochsalz, heiße Gemüsebrühe, Kaffee, Schwarztee, tonisierende Bitterstoffe
Kontraindiziert Plötzliches Aufstehen, übermäßige Hitze

Pflanzenporträts

Knoblauch

Rosmarin

Therapiekonzept Hypertonie

Alle Therapieschritte werden parallel durchgeführt; Dauer: mehrere Wochen bis Monate.

Therapieziele:

Blutdrucksenkung Beruhigung und Entspannung
Weißdorn, Knoblauch, Mistel, Olive Sedativa, Therapiekonzept nervöse Unruhezustände, Anxiolytika, Adaptogene

Blutdrucksenkung

Tees:

Misteltee:

  • Mistelkraut (Visci herba): 100 g
  • 2-4 TL mit 1/4 l kaltem Wasser übergießen, über Nacht stehen lassen. Morgens früh nüchtern trinken. Ebenso 1 Tasse für den Abend bereiten.

Blutdrucksenkender Tee (nach Weiss):

  • Mistelkraut (Visci herba)
  • Weißdornblätter und -blüten (Crataegi folium cum flore)
  • Melissenblätter (Melissae folium) zu gleichen Teilen auf 100 g
  • 1 TL mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 10 Min. bedeckt ziehen lassen. Morgens und abends 1 Tasse trinken.

Teemischung bei nierenbedingtem Bluthochdruck:

  • Weißdornblätter und -blüten (Crataegi folium cum flore): 40 g
  • Echtes Goldrutenkraut (Solidaginis virgaureae herba): 30 g
  • Schafgarbenkraut (Millefolii herba): 20 g
  • Wacholderbeeren, angequetscht (Juniperi fructus cont.): 10 g
  • 1 TL mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 10 Min. bedeckt ziehen lassen. 2-3 Tassen täglich trinken.

Teemischung bei nervösem Bluthochdruck:

  • Weißdornblätter und -blüten (Crataegi folium cum flore): 40 g
  • Passionsblumenkraut (Passiflorae herba): 20 g
  • Melissenblätter (Melissae folium): 20 g
  • Baldrianwurzel (Valerianae radix): 20 g
  • 1 TL mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 10 Min. bedeckt ziehen lassen. 2-3 Tassen täglich trinken.

Teemischung bei Hyperthyreose mit Rhythmusstörungen:

  • Eisenkraut (Verbenae herba)
  • Weißdornblätter mit -blüten (Crataegi folium cum flore)
  • Herzgespannkraut (Leonuri cardiacae herba)
  • Wolfstrappkraut (Lycopi herba)
  • Melissenblätter (Melissae folium) zu gleichen Teilen auf 100 g
  • 1 TL mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 10 Min. bedeckt ziehen lassen. 2-3 Tassen täglich trinken.

Präparate (Auswahl):

  • Antihyp Traditionell Schuck (Olivenblätter, Mistel, Birke, Weißdorn): zu Beginn 1 Woche lang 3-mal täglich 3 Drg., Erhaltungsdosis 3-mal täglich 1-2 Drg.
  • Cefavora (Ginkgo, Mistel, Weißdorn): mit 3-4-mal täglich 30-40 Tr. beginnen, bei Besserung reduzieren
  • Kwai forte (Knoblauch): 3-mal täglich 1 Drg. zu den Mahlzeiten
  • Rauwolfia Comp. Hanosan (Rauwolfia sepentina D4, Crataegus, Viscum album): 3-mal täglich 10-20 Tr.
  • Sapec (Knoblauch): 3-mal täglich 1 Drg.
  • Strongus (Knoblauch): abends 1-2 Kps.
  • Viscum album Urtinktur (Mistel) Ceres, DHU: 3-mal täglich 5 Tr.
  • Viscum Entoxin N (Mistel, Nitroglycerinum D3): akut 6-mal täglich 5 Tr., chronisch 3-mal täglich 5 Tr.

Nahrungsergänzungsmittel:

  • Bärlauch Mistel Weißdorn Tabletten Dr. Pandalis N: 3-mal täglich 2-4 Tabl.
  • Mistel Naturreiner Heilpflanzensaft Schoenenberger: 2-mal täglich 10 ml
  • Olivysat novo Bürger (Olivenblätter, Vitamin C, Vitamin B1, Folsäure): 2-3-mal täglich 1 Drg.
  • Olivenblätter Extrakt GPH Kapseln: 3-mal täglich 1 Kps.
  • Salus Mistel-Tropfen: 3-mal täglich 15-20 Tr.
  • Vasco-Tonin forte Tropfen (Mistel, Weißdorn, Rutin, Baldrian): 3-mal täglich 30 Tr.

Therapiekonzept Hypotonie

Alle Therapieschritte werden parallel durchgeführt; Dauer: akut und als Kur 4-6 Wochen.

Therapieziele:

Kreislaufanregung mit Phytokardiaka Tonika Konstitutionsbehandlung mit Adaptogenen
Besenginster, Rosmarin, Weißdorn, Kampfer Enzian, Ingwer, Galgant Adaptogene (Dauer: 2-3 Monate)

Kreislaufanregende Tees:

Blutdrucksteigernder Tee:

  • Rosmarinblätter (Rosmarini folium): 25 g
  • Weißdornblätter mit -blüten (Crataegi folium cum flore): 25 g
  • Ingwerwurzel (Zingiberis rhizoma): 25 g
  • Taigawurzel (Eleutherococci radix): 25 g
  • 1 TL mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 10 Min. bedeckt ziehen lassen. 2-3 Tassen täglich trinken.

Präparate (Auswahl):

  • Aktivon Hevert Kreislauftropfen (Weißdorn, Campher D3, Cola D2, Kalium carbonicum D3): 3-mal täglich 5-10 Tr.
  • Angioton H (Weißdorn, Convallaria majalis D2, Adonis vernalis, Cactus, Lobelia inflata D3, Aether D1): 3-mal täglich 5-10 Tr.
  • Korodin (Weißdorn, D-Kampfer): 3-mal täglich 10 Tr. auf Zucker, Brot oder direkt auf die Zunge; bei Schwäche/Ohnmachtsanfällen im Abstand von 15 Min. 5-10 Tr.
  • Rosmarinus Urtinktur Ceres/DHU: 3-mal täglich 3 Tr. bzw. 3-mal täglich 10 Tr.
  • Rytmopasc (Weißdorn, Besenginster, Lilium tigrinum, Cheirantus cheiri, Apocynum, Gelsemium D2, Veratrum D3): 3-mal täglich 20 Tr.
  • Spartiol Cardio (Besenginster): akut 6-mal täglich 5 Tr., chronisch 1-3-mal täglich 5 Tr.
  • Spartium scoparium Urtinktur (Besenginster) DHU: 3-mal täglich 5 Tr.

Akut:

  • Aktivon Hevert Kreislauftropfen: bis zu 12-mal täglich 5-10 Tr.
  • Gentiana lutea Urtinktur (Enzian) DHU/Ceres: mehrere Tropfen direkt auf die Zunge
  • Galgant 0,1 oder 0,2 g Tablette tompharm: 1-2 Tabl. zerkauen

Teilbäder/Einreibungen:

  • Rosmarin-Armbad: Waschbecken mit lauwarmem Wasser füllen, dass die Arme bis gut über die Ellenbogen bedeckt sind. Eine Verschlusskappe Rosmarin Aktivierungsbad Weleda hineingeben, einige Minuten die Arme darin baden, dabei immer wieder tief einatmen und Oberarme mit Badewasser abwaschen.
  • Rosmarin-Einreibung: Dr. Hauschka Rosmarin Beinlotion – beide Arme bis zu den Achseln einreiben.

Hinweise und Warnungen

[!WARNING] Herzmedikamenten-Interaktionen bei Hypertonie

  • Die Wirkung blutdrucksenkender Medikamente wie ACE-Hemmer oder Kalziumkanalblocker kann durch Knoblauch verstärkt werden – Blutdruck regelmäßig kontrollieren!
  • Knoblauchpräparate vor chirurgischen Eingriffen und Zahnextraktionen absetzen (verlängerte Blutungszeit möglich).
  • Wolfstrapp nicht gleichzeitig mit Schilddrüsenhormonpräparaten einnehmen.
  • Bei sekundärer Hypertonie immer zuerst das Primärleiden behandeln!
  • Alkoholische/ätherische Rosmarinzubereitungen nicht in der Schwangerschaft; Tee ist unbedenklich.
  • Abends angewendet kann Rosmarin Einschlafstörungen verursachen.

Zusammenfassung

Die Phytotherapie eignet sich besonders für die Grenzwerthypertonie (140/160-90 mmHg) und die Hypotonie; bei höheren Blutdruckwerten bleibt sie adjuvant zur Schulmedizin. Zentral wirken Knoblauch (vasodilatativ, lipidsenkend), Mistel (blutdrucksenkend als Kaltauszug), Weißdorn (in beide Richtungen blutdruckregulierend) und der Olivenbaum. Sedativa wie Baldrian, Melisse und Passionsblume senken laut Studien stressbedingte Hypertonie. Bei Hypotonie sind Rosmarin, Kampfer und Bitterstoffe die Mittel der Wahl – ergänzt durch Kreislauftraining, Wechselduschen und Kneipp-Anwendungen. Die Küchenapotheke liefert mit Sesamöl, Sellerie, Granatapfel und Hibiskusblüten alltagstaugliche blutdrucksenkende Helfer.

Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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