Sennesblätter

Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.
Sennesblätter (Senna alexandrina / Cassia senna)
- Familie: Fabaceae
- Droge: Sennae folium (Sennesblätter), Sennae fructus (Sennesfrüchte)
- Hauptkomponenten: Sennoside A und B (Anthranoide)
Inhaltsstoffe
- 2–5 % Anthranoide (Sennoside A, B, C, D; Dianthron-Glykoside vom Emodin- und Rhein-Typ): Prodrugs, die erst im Dickdarm durch bakterielle beta-Glykosidasen in die aktiven Rheinanthropen umgewandelt werden
- Flavonoide und Schleimstoffe
Wirkungen
- Stimulierend abführend (laxierend): Im Dickdarm wird die Natrium- und Wasserresorption gehemmt (antiresorptiv) und zugleich die aktive Chlorid- und damit Wassersekretion angeregt (sekretagog)
- Propulsiv: Die Peristaltik wird gesteigert
Indikationen
- Kurzzeitige Behandlung gelegentlicher Obstipation (HMPC: “Zur kurzzeitigen Anwendung bei gelegentlicher Verstopfung”)
- Stuhlerweichung bei Hämorrhoiden und Analfissuren
Anwendungen
Tee: 1 TL Blätter auf 150 ml kochendes Wasser, 10 Min. ziehen lassen. Abends vor dem Schlafengehen trinken (Wirkung nach 8–12 Std.).
Fertigarzneimittel (Tabletten/Kapseln): Dosierung nach Herstellerangabe, abends einnehmen.
Max. Anwendungsdauer: 1–2 Wochen!
Nebenwirkungen / Gegenanzeigen
Nebenwirkungen: Bauchkrämpfe, Elektrolytverluste (Kalium!), bei chronischem Missbrauch Verstärkung der Obstipation (Rebound-Effekt), Melanosis coli (harmlose Pigmenteinlagerung), Albuminurie und Hämaturie.
Gegenanzeigen: Darmverschluss (Ileus), akut-entzündliche Darmerkrankungen, unklare Bauchschmerzen, Schwangerschaft und Stillzeit, Kinder unter 12 Jahren. Nicht länger als 1–2 Wochen anwenden!
Kombinationen
Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
Nach oben ↑