Waschungen

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Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.

Definition und Prinzip

Waschungen spülen den Körper ganz oder teilweise mit Wasser – häufig angereichert mit einem Heilpflanzenauszug. Sie haben sich nicht nur in naturheilkundlich orientierten Kliniken, in Kur-, Palliativ-, Alten- und Pflegeheimen bewährt, sondern auch in der Haus- und Selbstpflege (z.B. Salbeiteewaschung in den Wechseljahren). Waschung ist mehr als Körperpflege oder bloß therapeutische Maßnahme – sie ist ein kleines Wohlfühlritual, eine aufmerksame Zuwendung und „medizinische Berührung", mag auch die Wirkstoffaufnahme über die Haut eher gering ausfallen.

Wirkprinzipien

Waschungen wirken über drei Mechanismen:

  1. Das reizableitende Wasser und die Wassertemperatur, die die Wärme- oder Kälterezeptoren der Haut anspricht und reflektorische Wirkungen auslöst.

  2. Den mechanischen Reiz durch den Waschlappen, über die entsprechende Waschrichtung (eher vagoton oder eher sympathikoton).

  3. Die Inhaltsstoffe, die entsprechende Rezeptoren an der Hautoberfläche reizen können (z.B. verschafft eine Pfefferminzwaschung ein kühles Empfinden, Malvenblüten lindern Juckreiz und schenken Feuchtigkeit).

So geht es

  1. Waschlappen ausdrücken: Den Waschlappen gut ausdrücken, damit die Haut benetzt, aber nicht triefnass wird. Die Waschung zügig durchführen und anschließend wärmeschützend abtrocknen bzw. abdecken.

  2. Reihenfolge: Mit dem Gesicht beginnen, dann die Arme (erst rechts, dann links), Oberkörper-Vorderseite, Bauch, Rücken, Beine und Füße.

  3. Wärmeentzug (z.B. bei Fieber): Nur wenn ein Wärmeentzug gewünscht wird, lässt man die Haut nach dem Befeuchten an der Luft trocknen – aber immer nur einzelne Gliedmaßen und Körperpartien, der Rest bleibt solange leicht abgedeckt, um die entstehende Verdunstungskälte zu nutzen. Es sollte aber nicht bis zum Frösteln kommen.

  4. Anregende Waschungen (sympathikoton): Bevorzugt vormittags durchführen: Bewegungsrichtung von der Peripherie zum Zentrum (herzwärts) mit leicht kreisenden Bewegungen und aktivierender Berührungsqualität. Wassertemperatur: lauwarm, 35-36 °C – erfrischend, belebend.

  5. Entspannende, beruhigende Waschungen (vagoton): Eher am späten Nachmittag und Abend durchführen: Bewegungsrichtung vom Zentrum zur Peripherie mit langsamen, ausstreichenden Bewegungen und mit weicher, beruhigender Berührungsqualität. Wassertemperatur ca. 40 °C – wärmend, entspannend.

Heilpflanzen für das Waschwasser

Heilpflanzen für das Waschwasser als Tee ansetzen: 5-7 EL Teedroge mit 1 l heißem Wasser überbrühen, bedeckt 10 Min. ziehen lassen, abgießen und dem Waschwasser zufügen. Mucilaginosa (Schleimstoffpflanzen) 1 Stunde lang kalt ausziehen, danach abgießen und dem körperwarmen Waschwasser zugeben.

Waschzusätze

Heilpflanze/Zubereitung Wirkung/Anwendung Hinweise
Ackerstiefmütterchen: Infus juckreizlindernd, antioxidativ, hautpflegend, entzündungshemmend; zur Hautpflege bei Problemhaut und Seborrhö Klassiker der Kinderheilkunde, bereits im Babyalter anwendbar
Grüntee/Schwarztee: Infus, 10-15 Min. ziehen lassen austrocknend, antibakteriell, entzündungshemmend; bewährt bei Strahlenpatienten, bei nässenden Wunden, wenn Patienten viel schwitzen Grüntee enthält mehr Bioflavonoide als Schwarztee
Malve: Mazerat entzündungshemmend, juckreizlindernd; lindert und pflegt die Haut bei Altersjuckreiz Malve lindert mit ihren kühlenden und beruhigenden Schleimstoffen trockene Ekzeme
Hamamelis: Infus lindert schnell den Juckreiz, oberflächlich schmerzlindernd; Hamamelis sorgt für eine gute Hautintegrität
Pfefferminze: Infus entzündungshemmend, fiebersenkend; bei Fieber, übermäßiger Schweißbildung, bei Juckreiz
Ätherisches Pfefferminzöl: 3-5 Tr./l Wasser, in 1 EL Salz, Honig, (Kondens-)Milch oder Sahne emulgiert Nur emulgiert und verdünnt dem Waschwasser zufügen!
Salbei: Infus, 10 Min. gezogen; lauwarm abwaschen, oder Tee in Pumpspray schweißhemmend, verbessert Hautintegrität, desodorierend, keimwidrig; bei Hitzewallungen, übermäßiger Schweißbildung, Nachtschweiß und Fieber Unterstützend dazu lauwarmen Salbeitee trinken: 3-5 Min. abgedeckt gezogen und mit 15 Tr. Salbeitinktur „aufgepeppt" (ätherische Öle lösen sich besser in Alkohol)
Zistrosen: Infus entzündungshemmend, juckreizlindernd, antibakteriell; Hautpflege bei Neurodermitis Gute Erfahrungen liegen bei Neurodermitis und in der Dammpflege nach Geburten vor
Fettes Waschwasser: 2 Becher Kondensmilch mit 2 EL fettem Öl kräftig schütteln, gleich ins Waschwasser geben pflegt, fettet trockene Haut; hinterlässt ein sehr angenehmes Hautgefühl. Waschen, Pflegen und Eincremen in einem: Highlight für Pflegepersonal und Patienten Fette Öle: Oliven-, Mandel-, Johanniskraut-, Ringelblumen-, Massageöl usw. Auf Wunsch ätherische Öle dazu
Honig pur: 2-3 EL Bio-Honig; oder 3-5 Tr. Benzoe mit 2-3 EL Bio-Honig emulgiert ins Waschwasser regt Hautstoffwechsel an, feuchtigkeitsbindend, antibakteriell; bei trockener und empfindlicher Haut Honig wirkt fühlbar „einhüllend" und ist zugleich Emulgator für ätherische Öle und Harze

Praktische Tipps

  • Waschungen eignen sich sehr gut als Anwendung, die man Patienten für die Selbstpflege zuhause mitgeben kann.
  • Die Waschrichtung (sympathikoton oder vagoton) je nach Tageszeit und gewünschtem Effekt wählen.
  • Nach der Waschung immer wärmeschützend abtrocknen und kurz nachruhen.

Siehe auch

Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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