Benigne Prostatahyperplasie (BPH)

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Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.

Beschreibung

Die Prostata (Vorsteherdrüse) ist ein kastaniengroßes Organ unterhalb der Harnblase, das den oberen Teil der männlichen Harnröhre umgibt. Beim Samenerguss transportiert sie ihr Sekret zusammen mit den Spermien in die Harnröhre. Verschiebt sich im Alter das hormonelle Gleichgewicht, kommt es häufig zu einer – ganz normalen – gutartigen Vergrößerung der Drüse. Das bis zur Orangen-große herangewachsene Organ verdrängt zunehmend das eigentliche Prostatagewebe. Beschwerden entstehen (erst), wenn es die Harnröhre einengt. Über 50 % der 50-jährigen Männer und rund 75 % der über 80-Jährigen sind betroffen.

Symptome (Blasenentleerungs-/Miktionsstörung)

  • Häufiges Wasserlassen, vor allem nachts, mit dem ständigen Gefühl, die Blase nicht richtig entleeren zu können (Pressen, damit der Harn überhaupt kommt; Warten, bis das Nachträufeln aufhört)
  • Abgeschwächter Harnstrahl
  • Unvollständige Entleerung der Blase

Ursachen

Sie sind nicht vollständig geklärt. Offenbar führt der mit dem Alter sinkende Testosteronspiegel zur Kompensation zu einer Vermehrung des Prostatagewebes. Östrogene, Androgene und das Sexualhormon bindende Globulin (SHBG) spielen bei der Entstehung eine entscheidende Rolle. Für das Wachstum verantwortlich gemacht werden unter anderem eine verstärkte Umwandlung von Testosteron in Östrogen (durch Aromatase) sowie eine erhöhte Bildung von Dihydrotestosteron (DHT) durch die 5α-Reduktase.

Phytotherapeutika

Phytosterolhaltige Phytopharmaka (> Tab. 5.7, > Tab. 5.8) mit Brennnesselwurzel, Kürbissamen und Sägepalmenfrüchten lindern die typischen Miktionsbeschwerden – das ist das primäre Therapieziel –, ohne die Vergrößerung selbst rückgängig zu machen. Die Ursache des Prostatawachstums kann weder ein synthetisches noch ein pflanzliches Arzneimittel beseitigen. Bei starker Kongestion kommen Präparate mit Roggenpollenextrakt zur Anwendung.

Im Stadium 1 und 2 gelten Phytopharmaka als „Mittel der Wahl". Sie sind besser verträglich (ein wichtiger Punkt bei der nötigen Langzeittherapie) und kostengünstiger als synthetische Prostatamittel.

[!TIP] Praxistipp Die benigne Prostatahyperplasie erfordert eine Langzeittherapie. Empfehlenswert sind standardisierte Fertigpräparate; Teemischungen gelten als unterstützende Maßnahmen.

Wirkmechanismus und Wirkung (> Tab. 5.7)

Wirkmechanismus Wirkung
Hemmen das Prostatawachstum (antiproliferativ): durch Hemmung der Aromatase (wandelt Testosteron in Östrogen); durch Hemmung der 5α-Reduktase (wandelt Testosteron in DHT) Verbessern die Nykturie; verringern Harnflusszeit und Restharnvolumen; verbessern die Blasenentleerung; lindern die Reizerscheinungen der Blase
Beseitigen Stauungsödeme im Bereich von Prostata und unteren Harnwegen
Kräftigen den Blasenschließmuskel
Entzündungshemmend
Bakteriostatisch

Differenzierter Einsatz nach BPH-Stadium (> Tab. 5.8)

Stadium BPH nach Alken Phyto-Prostatamittel
Stadium I–II Hoch dosierte Kürbissamenspezialzüchtungen, Brennnesselwurzelextrakt
Stadium II Sägepalmfrüchte (Mono-/Kombinationspräparate)

Phytotherapeutika für die BPH

  • Brennnesselwurzel
  • Hypoxis-rooperi-Wurzel
  • Kürbissamen
  • Sägepalmenfrüchte
  • Roggenpollenextrakt
  • Kleinblütiges Weidenröschen

Pflanzenporträts

Brennnesselwurzel

Sägepalme

Therapiekonzept

Therapieziel: Hemmung des Prostatawachstums und Linderung der Beschwerden durch phytosterolhaltige Arzneidrogen.

Arzneidroge Darreichung
Brennnesselwurzel Tees, Präparate
Hypoxis-rooperi-Wurzel Präparate
Kürbissamen Tees, Präparate
Sägepalmenfrüchte Präparate
Roggenpollenextrakt Präparate
Kleinblütiges Weidenröschen Tees
Dauer: Als Langzeittherapie, mindestens 3 Monate Tees, Präparate, Auflagen

[!NOTE] Hinweis Die Präparate zur Behandlung der benignen Prostatahyperplasie eignen sich auch für die chronische abakterielle Prostatitis. Bei Harnverhalt zur Krampflösung: siehe Therapiekonzept akute Harnwegsinfekte (Harnwegsinfekte).

Teemischungen und Rezepte

Prostata-Tee

  • Urticae radix (Brennnesselwurzel) 33 g
  • Epilobii herba (Kleinblütiges Weidenröschenkraut) 33 g
  • Solidaginis virgaureae herba (Echtes Goldrutenkraut) 34 g ad 100 g

M.D.S. 1 TL der Mischung mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 10 Min. bedeckt ziehen lassen, dann abgießen. 2–3-mal täglich 1 Tasse trinken.

Präparate

Präparat Zusammensetzung Dosierung
Bazoton Uno Brennnesselwurzel 1-mal tägl. 1 Tbl.
Granufink Prosta Plus Sabal Sägepalme, Kürbissamen 3-mal tägl. 1 Kps.
Harzol Phytosterol aus Hypoxis-rooperi 1-mal tägl. 2 Kps.
Natu-prosta 600 mg uno Brennnesselwurzel 1-mal tägl. 1 Tbl.
Nomon mono Kürbissamen 3-mal tägl. 1 Kps. vor den Mahlzeiten
Pollstimol Roggenpollen 2–3-mal tägl. 2 Kps.
Prosta Fink forte Kürbissamen 1-mal tägl. 1 Kps. vor einer Mahlzeit
Prostagutt uno Sägepalme 3-mal tägl. 1 Kps.
Prosta Urgenin Brennnesselwurzel, Sägepalme 2-mal tägl. 1 Kps.
Prosta-Truw Brennnesselwurzel 1-mal tägl. 1 Kps.
Prostagalen uno Sägepalme 1-mal tägl. 1 Kps.
Remiprostan Sägepalme 1-mal tägl. 1 Kps.
Sitosterin Phytosterol aus Hypoxis-rooperi-Wurzel 3-mal 2 Kps. vor oder nach den Mahlzeiten
Strogen uno Sägepalme 1-mal tägl. 1 Kps.

Hinweise

  • Die BPH erfordert eine Langzeittherapie – standardisierte Fertigpräparate sind zu empfehlen
  • Teemischungen gelten als unterstützende Maßnahmen
  • Die Therapiedauer beträgt mindestens 3 Monate
  • Phytopharmaka sind im Stadium I und II das Mittel der Wahl; sie sind besser verträglich und kostengünstiger als synthetische Prostatamittel
  • Die Präparate zur BPH eignen sich auch für die chronische abakterielle Prostatitis
  • Nur ein bewegter Körper ist ein gesunder Körper – Bewegung unterstützt die Durchblutung und versorgt die Gelenke mit Nährstoffen („Gelenkschmiere")

Zusammenfassung

Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) betrifft über 50 % der Männer über 50 und führt zu typischen Miktionsbeschwerden (Nykturie, abgeschwächter Harnstrahl, Restharngefühl). Phytosterolhaltige Phytopharmaka mit Brennnesselwurzel, Kürbissamen und Sägepalmenfrüchten sind in den Stadien I bis II das Mittel der Wahl. Sie hemmen das Prostatawachstum (über Aromatase- und 5α-Reduktase-Hemmung), lindern die Miktionsbeschwerden, verbessern die Blasenentleerung und wirken entzündungshemmend. Behandelt wird als Langzeittherapie über mindestens 3 Monate mit standardisierten Fertigpräparaten. Der Prostata-Tee aus Brennnesselwurzel, Weidenröschenkraut und Goldrutenkraut dient als unterstützende Maßnahme. Dieselben Präparate lassen sich auch bei chronischer abakterieller Prostatitis einsetzen.

Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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