Maiglöckchen

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Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.

Maiglöckchen (Convallaria majalis, Convallariaceae)

Droge: Convallariae herba

Inhaltsstoffe:

  • 0,1-0,5 % herzwirksame Cardenolidglykoside (ca. 40 verschiedene, u.a. Convallatoxin, Convallatoxol, Convallosid)
  • Steroidsaponine, Flavonoide (Quercetin, Kämpferol), Chelidonsäure

Wirkungen:

  • Positiv inotrop, macht die Herzarbeit ökonomischer
  • Venentonisierend: senkt den pathologisch erhöhten Venendruck, aquaretisch
  • Rascher Wirkungseintritt

[!TIP] Praxistipp Die Convallariaglykoside sind schwächer als die der Meerzwiebel und für leichte Formen der Herzinsuffizienz geeignet. Sie kumulieren nicht, lassen sich dadurch gut steuern und haben weniger Nebenwirkungen.

Indikationen:

  • Mittel der Wahl beim Altersherz, bei Herzinsuffizienz NYHA I–II
  • Herzneurosen, unterstützend bei chronischem Cor pulmonale
  • Digitalisüberempfindlichkeit (direkter Angriff am Myokard, kein Einfluss auf das Reizleitungssystem)
  • Besonders zur Therapie bradykarder Formen der Herzinsuffizienz mit Ödemen

Anwendungen

  • Fertigarzneimittel (nur standardisierte Präparate!): Convallaria-Gesamtextrakt, Dosierung nach Herstellerangabe, Tagesdosis entspricht 0,6-1,2 mg Convallatoxin
  • Wegen der geringen therapeutischen Breite NUR in Form von Fertigarzneimitteln anwenden
  • Keine Selbstmedikation! Verschreibungspflichtig bzw. apothekenpflichtig

Nebenwirkungen / Gegenanzeigen

Nebenwirkungen: Übelkeit und Erbrechen, Herzrhythmusstörungen, Bradykardie, bei Überdosierung Extrasystolen und Kammerflimmern möglich.

Gegenanzeigen: Gleichzeitige Therapie mit Digitalisglykosiden und Chinidin, Kaliummangelzustände, Hyperkalzämie, schwere Bradykardie. Schwangerschaft und Stillzeit. Hochstalter mit eingeschränkter Nierenfunktion.

Kombinationen

  • Mit Weißdorn bei leichter Herzinsuffizienz NYHA I-II (positiv inotrop + koronardurchblutend)
  • Mit Herzgespann bei nervösen Herzbeschwerden mit Tachykardie
  • Mit Melisse bei funktionellen Herzbeschwerden mit Unruhezuständen
Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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