Wechseljahresbeschwerden

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Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.

Wechseljahresbeschwerden (Klimakterium)

Beschreibung

Zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr – also während der Prämenopause – stellen die Eierstöcke nach und nach ihre Arbeit ein. Der Vorrat an Follikeln in den Ovarien geht zur Neige, die Eisprünge werden seltener, die Östrogenproduktion sinkt. Weil zunächst vor allem das Gelbkörperhormon Progesteron abnimmt, während Östrogen noch erhalten bleibt, entsteht vorübergehend ein Überschuss an Östrogen – die sogenannte Östrogendominanz. Die Hormonspiegel fallen dabei nicht gleichmäßig, sondern unterliegen täglichen, teils stürmischen Schwankungen – und genau daraus erwachsen die typischen Beschwerden. Mit dem Klimakterium gehen Frauen sehr unterschiedlich um: Je etwa ein Drittel leidet stark, ein Drittel mäßig und ein Drittel gar nicht.

Achtung: Eine Hormontherapie in den Wechseljahren erhöht das Risiko für Brust-, Gebärmutter- und Gebärmutterhalskrebs, für Thrombosen, Embolien, Herzinfarkte und vieles mehr. Sollte eine solche Behandlung in Betracht kommen, ist sie individuell auf Beschwerdebild und Wohlbefinden abzustimmen.

Symptome

In der Prämenopause: Unregelmäßige, verstärkte, verlängerte oder zwischenzeitlich auftretende Blutungen, prämenstruelle Beschwerden, Stimmungslabilität wie in der Pubertät bis hin zu Depressionen, Herz- oder Schlafstörungen, Gewichtszunahme und vor allem Hitzewallungen.

In der Menopause: Trockene Haut und Schleimhäute, eventuell Osteoporose sowie vermehrt auftretende koronare Herzerkrankungen. Ist die Regelblutung 1 Jahr lang ausgeblieben, befindet sich die Frau in der Menopause, und die klimakterischen Beschwerden lassen nach und nach nach.

Hitzewallungen

Nicht jede Frau plagen Hitzewallungen – manche schätzen es geradezu, endlich nicht mehr ständig zu frieren. Die Regulation der Körpertemperatur liegt im Zwischenhirn; wird sie durch den erniedrigten Östrogenspiegel “gereizt”, reagiert sie mit den bekannten Wallungen: Die Hitze steigt stoßartig in den ganzen Körper auf, das Gesicht rötet sich sichtbar, die Frau gerät in Schweiß und ist schließlich nass geschwitzt. Mitunter kommen Frösteln oder Kreislaufprobleme hinzu.

Trockene Haut und Schleimhaut

Je weiter der Östrogenspiegel sinkt, desto weniger Wasser kann das Unterhautfettgewebe infolge der verringerten Kollagenproduktion speichern. Haut und Schleimhaut (an Auge, Nase, Mund und Scheide) trocknen aus; die Haut wird dünner, faltiger, weniger elastisch und empfindlicher. Die Folgen: Juckreiz der Scheide (Pruritus vulvae) und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr – die trockene Scheidenschleimhaut macht das Liebesspiel schmerzhaft.

Gelenkschmerzen

Mit fallendem Östrogenspiegel wird weniger Synovialflüssigkeit, die “Gelenkschmiere”, gebildet – Gelenkschmerzen treten dadurch vermehrt auf. Die Therapie heißt vor allem: Bewegung!

Osteoporose

Die Knochenmasse nimmt ab, Elastizität und Stabilität der Knochen lassen nach, die Brüchigkeit wächst. Verantwortlich ist neben dem Östrogenmangel vor allem die nachlassende Elastizität des Kollagens.

Phytotherapeutika

Heilpflanze Wirkung und Anwendung
Traubensilberkerze (Cimicifuga) Östrogenartiges Phyto-SERM: laut Studien herausragende Besserung von Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, Schlafstörungen, Stimmungslabilität, Trockenheit der Scheide, Muskel- und Gelenkschmerzen und Osteoporoseschutz. Erste Wirkungen nach ca. 2 Wochen. Nach 4-6-monatiger Einnahme mindestens 2-monatige Pause einlegen
Rotklee Östrogene Wirkung, mildert klimakterische Symptome, antikarzinogen, antioxidativ. Als Tee problemlos, in isolierter Form/Fertigpräparat nicht bei Östrogenabhängigem Tumor
Salbei Schweißhemmendes Antihidrotikum: Tinktur, Präparat, Frischpflanzensaft oder lauwarmer Salbeitee. Äußerlich mit doppelt starkem Salbeitee waschen (1 EL Droge/Tasse Tee, 15 Min. ziehen lassen)
Zitrone Tagsüber Zitronenwaschung: angenehm, erfrischend – in 1 l warmem Wasser 1 TL Salz (emulgiert ätherische Öle) auflösen und 1-3 Tr. ätherisches Zitronenöl mischen
Johanniskraut Antidepressiv, stimmungsaufhellend bei Stimmungslabilität
Mönchspfeffer Hormonregulierend, zyklusregulierend
Mönchspfeffer + Traubensilberkerze + Johanniskraut Kombinationspräparate für komplexe Wechseljahresbeschwerden

Haut- und Schleimhautpflege

  • Hochwertige, intensive und möglichst natürliche Hautpflege: 2 %iges Nachtkerzenöl und Sanddornfruchtfleischöl mit “Skin-Repair”-Effekt lassen sich in Bodylotion oder Körperöl einarbeiten
  • Bei entzündlich-trockenen, brennenden und geröteten Augen helfen Auflagen mit Leinsamen oder Fenchel
  • “Farben essen”: Anthocyane, Karotinoide und Flavonoide stecken in Roter Bete, Karotten, Brokkoli, Heidelbeeren und Ähnlichem
  • Bei trockenerer Scheidenschleimhaut: natürliche Gleitmittel, die zugleich nähren und pflegen – etwa Johanniskrautöl oder hochwertiges Mandelöl; auch Muskatellersalbeiöl eignet sich (sein ätherisches Öl enthält unter anderem die östrogenhaltige Komponente Sclareol). Achtung: Fette Öle greifen Latex an, daher ist die Verhütung mit Kondomen nicht gesichert
  • Granatapfelkernöl: enthält pflanzliche Östrogene und wirkt hormonregulierend – vor allem auf den weiblichen Hormonhaushalt und das Immunsystem; bei mangelnder Feuchtigkeit in der Scheide kann ein Vaginalovulum (Pekana) mit Granatapfelextrakt angewendet werden

Gelenkschmerzen und Osteoporose

  • Ingwer: wärmt, fördert die Durchblutung und enthält in seinem ätherischen Öl schmerzstillende, salizylsäureähnliche Gingerole; möglich sind Massagen mit Ingweröl oder ein Ingwerbad
  • Bewegung an frischer Luft: setzt an den Knochenzellen Wachstums- und Stabilisierungsreize; das UV-Licht der Sonne regt die Vitamin-D-Produktion an (das wiederum ist mitverantwortlich für die Einlagerung von Kalzium in die Knochen)
  • Vollwertige Ernährung: genug Kieselsäure, Vitamine und Mineralstoffe (Obst, Trockenfrüchte, Getreide, Hirse, Buchweizen, Nüsse, Gemüse, gesäuerte Milchprodukte); wenig Fleisch, denn es baut Kalzium eher ab
  • Den Kieselsäurehaushalt stützen: kieselsäurereich sind Hirse, Schachtelhalm, Hohlzahn, Brennnessel, Vogelmiere, Melde, Schlangenknöterich und Löwenzahn

Hinweis: Um die aktuelle Hormonsituation genau zu bestimmen, empfiehlt sich eine Hormonuntersuchung über den Speichel.

Pflanzenporträt

Traubensilberkerze

Therapiekonzept Wechseljahresbeschwerden

Alle Therapieschritte werden parallel durchgeführt.

Therapieziel Stimmungslabilität Hitzewallungen Dyspepsie Hormonregulation Leberunterstützung
Pflanzen/Maßnahmen Therapiekonzept nervöse Unruhezustände / depressive Verstimmungen Salbei, Mönchspfeffer, Granatapfel, Leinöl, Nachtkerzenöl Therapiekonzept Verdauungsstörungen Mönchspfeffer, Traubensilberkerze, Rhapontikrhabarber, Yams Therapiekonzept Hepatopathie
Dauer Beschwerdeorientiert, nach Bedarf Mindestens 3-6 Monate Nach Bedarf Als Langzeittherapie über 3-6 Monate Über mehrere Monate
Formen Tees, Präparate Tees, Präparate, Pflegeprodukte, Nahrungsergänzungsmittel, Auflagen Präparate Präparate, Nahrungsergänzungsmittel Präparate, Nahrungsergänzungsmittel

Teemischungen / Rezepte

Triebs- und libidosteigernder Tee

  • Damianae herba (Damianakraut) 50 g
  • Rosmarini folium (Rosmarinblätter) 25 g
  • Menthae piperitae folium (Pfefferminzblätter) 25 g

1 TL mit 1 Tasse heißem Wasser übergießen, 7 Min. bedeckt ziehen lassen und 2-3-mal tägl. 1 Tasse trinken.

Schweißhemmender Tee

  • Salviae folium (Salbeiblätter) 50 g
  • Juglandis folium (Walnussblätter) 50 g

1 TL mit 1 Tasse heißem Wasser übergießen und 10 Min. bedeckt ziehen lassen. Mehrmals tägl. 1 Tasse trinken.

Quark-Leinöl-Frühstück (hormonregulierend)

1-2 EL Leinöl, 2 EL Milch, 125-150 g Magerquark, 1-2 TL Honig, 2 EL Linusit Leinsamen, 3 EL gewürfelte Früchte nach Jahreszeit, 1 EL Haferflocken, Nüsse, Gewürze wie z.B. Zimt oder Kardamom miteinander mischen und regelmäßig morgens zum Frühstück genießen. Wirkt hormonregulierend bei Wechseljahresbeschwerden.

Präparate

Hitzewallungen / Schweißhemmung

  • Menosan Salvia (Salbei) DHU: mehrmals tägl. 3 Tr.
  • Sweatosan N (Salbei): abends 1-4 Tbl.
  • Salvia Urtinktur (Salbei) Ceres/DHU: mehrmals tägl. 3 bzw. 10 Tr.
  • Tinctura salviae (Salbei) DAB: mehrmals tägl. 20 Tr.; bei Nachtschweiß 1-mal tägl. 1 Tbl., bei Tagesschweiß 3-mal tägl. 1 Tbl.

Stimmungslabilität / Libidosteigerung

  • Ardey-aktiv Pastillen (Ginseng): 3-mal tägl. 1 Tabl.
  • Cefagil (Damiana): Zur Libidosteigerung bei akuten Zuständen: jede ½-1 Std. höchstens 12-mal tägl. 1 Tbl., bei chronischen Verlaufsformen: 1-3-mal tägl. 1 Tbl.
  • Curarina (Taigawurzel): 2-mal tägl. 30 Tr.
  • Eleu-Kokk (Taigawurzel): 2-mal tägl. 1 Tbl.
  • Ginsana G115 (Ginseng): 1-mal tägl. 2-4 Kps.
  • Ginseng Curarina: 2-mal tägl. 2 Kps.
  • Ginseng SL: 2-mal tägl. 1-2 Kps.
  • Manuia (Damiana, Ginseng, Acid. phos. D2, Ambra D3): 1-6-mal tägl. 1 Tbl.
  • Orgaplasma (Ginseng): 2-mal tägl. 2 Tbl.
  • Vitango (Rosenwurz): morgens und mittags je 1 Kps. ½ Std. vor den Mahlzeiten

Hormonregulation

  • Agnucaston (Mönchspfeffer): 1-mal tägl. 1 Tbl.
  • Agnolyt (Mönchspfeffer): 1-mal tägl. 1 Kps. bzw. 40 Tr.
  • Cefakliman mono (Traubensilberkerze): 2-mal tägl. 1 Kps.
  • Epogam 1000 mg (Nachtkerzenöl): 2-mal tägl. 2-3 Kps.
  • Femicur N (Mönchspfeffer): 1-mal tägl. 1 Drg.
  • femi-loges (Rhapontikrhabarber): 1-mal tägl. 1 Kps.
  • Klimadynon Uno (Traubensilberkerze): 1-mal tägl. 1 Tbl.
  • Neobonsen (Nachtkerzenöl): 2-mal tägl. 4 Kps.
  • Phyto-Strol compact (Rhapontikrhabarber): 2-mal tägl. 1 Tbl.
  • Remifemin mono (Traubensilberkerze): 1-mal tägl. 1 Tbl.
  • Remifemin plus (Traubensilberkerze, Johanniskraut): 2-mal tägl. 1-2 Tbl.
  • Sinei (Traubensilberkerze): 1-mal tägl. 1 Kps.
  • Strotan (Mönchspfeffer): 1-mal tägl. 1 Tbl.

Nahrungsergänzungsmittel

  • Delima Kapseln (Granatapfelkernöl): 2-mal tägl. 1 Kps.
  • Dr. Jacobs Granatapfel-Elixier: 1-mal tägl. 10-20 ml 1 Std. vor einer Mahlzeit
  • Leinöl: 1-mal tägl. 1-2 EL
  • Nachtkerzenöl (z.B. Primavera): 1-mal tägl. 2 TL
  • Schoenenberger Granatapfel-Muttersaft: 3-mal tägl. 5 ml vor den Mahlzeiten

Pflegeprodukte

  • Hameliswasser Primavera (Zaubernuss): Mehrmals tägl. damit einsprühen
  • Salbeiwasser Primavera: Mehrmals tägl. damit einsprühen
  • Wild Yam Creme Biovea: Vom 12.-26. Tag des Zyklus 1-2-mal tägl. 1 Hub Creme auf Oberarm- oder Oberschenkelinnenseite einreiben

Behandlung der Scheidentrockenheit

  • Delima feminin Vaginalzäpfchen (Traubenkernöl, Granatapfelsamenöl, Vitamin E): Bei Bedarf ein Zäpfchen einführen
  • Johanniskrautöl DAB: Zur Pflege 2-mal tägl. auftragen
  • Remifemin Feuchtcreme (Zaubernuss, Milchsäure): Zur Pflege 2-mal tägl. auftragen

Hinweise

  • Die Phytotherapie stellt eine rationale Alternative zur Hormonersatztherapie dar – mit deutlich geringeren Nebenwirkungen.
  • Traubensilberkerze (Cimicifuga) ist die am besten erforschte Heilpflanze bei Wechseljahresbeschwerden. Erste Wirkungen zeigen sich nach ca. 2 Wochen; nach 4-6 Monaten wird eine 2-monatige Pause eingelegt.
  • Salbei – innerlich wie äußerlich angewendet – ist bei Hitzewallungen und Schweißausbrüchen das Mittel der Wahl.
  • Zur Vorbeugung von Osteoporose: Bewegung, Sonnenlicht (Vitamin D) und kieselsäurereiche Ernährung (Hirse, Ackerschachtelhalm).
  • Scheidentrockenheit lässt sich mit pflanzlichen Ölen (Johanniskrautöl, Granatapfelkernöl) gut behandeln.
  • Bei fettem Öl als Gleitmittel können Latexkondome beschädigt werden.
  • Eine Hormonuntersuchung über den Speichel kann die individuelle Hormonsituation klären und so eine gezielte Phytotherapie ermöglichen.

Zusammenfassung

Beschwerden in den Wechseljahren lassen sich pflanzenheilkundlich hervorragend behandeln. Drei Mittel bilden das Fundament: Traubensilberkerze (Phyto-SERM) für die Hormonregulation und gegen Hitzewallungen, Salbei gegen die Schweißausbrüche und Johanniskraut gegen Stimmungslabilität. Ergänzend wirken Mönchspfeffer, Rotklee und Rhapontikrhabarber hormonregulierend. Flankiert wird die Therapie durch Bewegung, eine vollwertige, kieselsäurereiche Ernährung sowie eine natürliche Haut- und Schleimhautpflege mit pflanzlichen Ölen. Damit stellt die Phytotherapie eine evidenzbasierte Alternative zur Hormonersatztherapie dar.

Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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