Schachtelhalm (Ackerschachtelhalm)

Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.
Schachtelhalm / Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense)
- Familie: Equisetaceae
- Droge: Equiseti herba (Ackerschachtelhalmkraut)
- Hauptkomponenten: Kieselsäure (Siliciumdioxid), Flavonoide, Saponine, Kaliumsalze
Inhaltsstoffe
- 5–10 % Kieselsäure (Siliciumdioxid, SiO₂), wasserlöslich zu ca. 30–50 % und im Tee kolloidal gelöst
- Flavonoide (Luteolin-, Quercetin- und Kaempferol-Glykoside)
- Saponine (Equisetonin, 0,1 %)
- Kaliumsalze (ca. 1 %)
- Gerbstoffe und Phenolcarbonsäuren (Kaffeesäure, Chlorogensäure)
- Piperidinalkaloide in Spuren
Wirkungen
- Diuretisch (aquaretisch): Die Harnmenge steigt, ohne dass sich die Elektrolyte verschieben (dank Flavonoide und Kaliumsalze)
- Bindegewebsfestigend: Kieselsäure fördert die Quervernetzung von Kollagen und Elastin
- Wundheilungsfördernd (epithelisierend) über die Kieselsäure
- Entzündungshemmend (Flavonoide)
- Osteoplasten-stimulierend, fördert also den Knochenaufbau
Indikationen
- Durchspülung bei Harnwegsinfekten (HMPC: “Zur Erhöhung der Harnmenge zur Durchspülung der Harnwege”)
- Nierengrieß und Nierensteine (Prophylaxe)
- Bindegewebsschwäche und Cellulite
- Unterstützung der Knochenheilung
- Atemwegsinfekte (adjuvant in Kombinationspräparaten)
Anwendungen
Tee (Durchspülungstherapie): 2 TL geschnittenes Kraut auf 150 ml kochendes Wasser, 5–10 Min. ziehen lassen. 3–4-mal täglich.
Tinktur: 20–30 Tr. 3-mal täglich.
Bad: 100 g getrocknetes Kraut auf 1 L Wasser ansetzen und dem Badewasser zufügen. 15–20 Min. baden.
Nebenwirkungen / Gegenanzeigen
Nebenwirkungen: Selten Magen-Darm-Beschwerden.
Gegenanzeigen: Herz- oder Niereninsuffizienz mit Ödemen (keine Durchspülungstherapie!). Schwangerschaft und Stillzeit (nur nach Rücksprache). Nicht mit dem Sumpfschachtelhalm (Equisetum palustre) verwechseln — dieser ist giftig!
Kombinationen
- Mit Eibisch, Kamille und Schafgarbe (Imupret®) bei Atemwegsinfekten
- Mit Brennnessel und Goldrute zur Durchspülungstherapie
Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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