Labkraut

Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.
Labkraut (Galium verum / G. aparine)
- Familie: Rubiaceae
- Droge: Galii herba — Echtes Labkraut (Galium verum) und Klettenlabkraut (Galium aparine), Kraut inkl. Blüte
Inhaltsstoffe
- Iridoidglykoside (v. a. Asperulosid)
- Gerbstoffe (bis 4 %), Flavonoide
- Kieselsäure, Anthrachinon-Derivate
- Labenzyme (in der früheren Käserei zur Milchgerinnung genutzt)
Wirkungen (innerlich und äußerlich)
Innerlich:
- Lymphtreibend: regt Lymphfluss und Lymphknotenaktivität an — bei Lymphstau und geschwollenen Lymphknoten (z. B. im Rahmen von Infekten)
- Harntreibend und durchspülend für die Harnwege
- Adstringierend (Gerbstoffe): leicht durchfallhemmend, tonisierend
- Mild krampflösend und beruhigend
- Stoffwechselanregend, blutreinigend (traditionell)
Äußerlich:
- Wundheilungsfördernd, adstringierend (Umschläge, Waschungen)
Indikationen (HMPC/ESCOP wo bekannt)
- Lymphstau, geschwollene Lymphknoten (auch nach Infekten)
- Durchspülung bei Harnwegsbeschwerden und leichter Wassereinlagerung (nicht bei akuter Blasenentzündung mit Fieber)
- Frühjahrskur, “Blutreinigung”
- Traditionell: leichte Durchfälle, Hautausschläge (Skrofulose)
- HMPC: kein Monograph (traditionell verwendet, wenig belegt)
Anwendungen (Tee/Tinktur mit Dosierung)
Tee: 1–2 TL Kraut mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen, 2–3× tgl. 1 Tasse.
Tinktur (frisches Kraut): 3× tgl. 10–20 Tropfen in Wasser; als Kur 3–6 Wochen.
In den Lymphtropfen: 2 EL Labkraut (Echtes oder Klettenlabkraut), frisch oder 1 EL getrocknet. Siehe Lymphtropfen.
Äußerlich: Umschläge und Waschungen mit Tee oder verdünnter Tinktur (30 Tropfen auf 100 ml Wasser).
Nebenwirkungen und Gegenanzeigen
Nebenwirkungen: Bei hohen Dosen gelegentlich Magenreizung (Gerbstoffe). Sehr gut verträglich.
Gegenanzeigen: Akute Harnwegsinfekte mit Fieber gehören in ärztliche Behandlung. Schwangerschaft: wegen anregender Lymph- und Stoffwechselwirkung nur nach Rücksprache anwenden.
Kombinationen (mit Wikilinks zu vorhandenen Profilen)
- Mit Löwenzahn, Brennnessel und Schachtelhalm bei Lymph- und Entschlackungskuren
- Mit Goldrute und Hauhechel bei Durchspülung der Harnwege
- Mit Ringelblume und Kamille bei geschwollenen Lymphknoten und Hautreizungen
- In den Lymphtropfen zusammen mit Löwenzahn, Ringelblume, Frauenmantel und Kamille
Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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