Petersilie

Petersilie (Petroselinum crispum)
- Familie: Apiaceae
- Droge: Petroselini herba (Kraut), Petroselini radix (Wurzel), Petroselini fructus (Früchte/Samen)
Inhaltsstoffe
- Ätherisches Öl (0,1–0,6 %): Apiol und Myristicin — im Samen am höchsten
- Flavonoide (Apiin), Furanocumarine (Bergapten)
- Vitamin C, Eisen, Kalium (Kraut und Wurzel)
Wirkungen (innerlich und äußerlich)
Innerlich:
- Harntreibend und durchspülend: Flavonoide und ätherisches Öl steigern die Harnausscheidung und spülen die Harnwege
- Krampflösend auf die glatte Muskulatur (Darm, Harnwege, Uterus)
- Menstruationsfördernd (traditionell): regt die Regelblutung an, lindert krampfartige Beschwerden
- Verdauungsfördernd, appetitanregend, leicht blähungstreibend
- Nährstoffreich (Eisen, Vitamin C) — unterstützend bei Schwäche
Äußerlich:
- Mild durchblutungsfördernd, bei Insektenstichen (traditionell)
Indikationen (HMPC/ESCOP wo bekannt)
- Durchspülung bei Harnwegsbeschwerden (als Begleittherapie, nicht allein bei akuter Blasenentzündung mit Fieber)
- Leichte Wassereinlagerungen (Ödeme) im Rahmen von Diätkuren
- Menstruationsbeschwerden, Ausbleiben der Regel (traditionell)
- Verdauungsschwäche, Blähungen
- Kommission E listete Petersilienfrüchte früher bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und als menstruationsfördernd; heute wegen Apiol stark umstritten; HMPC: kein Monograph
Anwendungen (Tee/Tinktur mit Dosierung)
In der Ödemtinktur: 1 EL Petersilie (Samen), getrocknet. Siehe Ödemtinktur.
In der Herzstärkenden Tinktur: 1 EL Petersilie, frisch (nährende, durchspülende Komponente). Siehe Herzstärkende Tinktur.
Tee (Kraut oder Wurzel): 1–2 TL mit 150 ml heißem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen, 2× tgl. 1 Tasse.
Tinktur: 3× tgl. 10–20 Tropfen in Wasser, nur kurzzeitig (2–3 Wochen, dann Pause).
Frischkraut: großzügig als Küchenkraut verwenden (blutbildend durch Eisen, durchspülend).
[!WARNING] Apiol-Gefahr Samen und ätherisches Öl (Apiol, Myristicin) sind in hoher Dosierung giftig: uterusstimulierend (abtreibend!), leberschädigend und neurotoxisch. Die Samen nie in hohen Dosen verwenden, keine Apiol-Präparate, keine Selbstmedikation. In der Schwangerschaft ist Petersilie in arzneilicher Dosierung kontraindiziert!
Nebenwirkungen und Gegenanzeigen
Nebenwirkungen: In Gewürzmengen unbedenklich. In arzneilicher Hochdosierung (v. a. Samen): Magen-Darm-Beschwerden, Nierenreizung, bei sehr hohen Dosen Leberschäden und Nervenschäden. Furanocumarine können bei Sonnenexposition die Haut sensibilisieren.
Gegenanzeigen: Schwangerschaft (kontraindiziert — wehen-/abtreibend!), Nierenentzündungen und Niereninsuffizienz, Magengeschwüre, Ödeme durch Herz- oder Niereninsuffizienz (nicht selbst behandeln).
Kombinationen (mit Wikilinks zu vorhandenen Profilen)
- Mit Brennnessel, Schachtelhalm und Goldrute bei Durchspülung der Harnwege
- Mit Frauenmantel, Schafgarbe und Gänsefingerkraut bei Menstruationsbeschwerden
- In der Ödemtinktur mit Brennnessel und Wacholder (kein Profil)
- In der Herzstärkenden Tinktur mit Rosmarin, Weißdorn und Melisse
- Hinweis: In den Abnehmtropfen übernimmt Odermennig die stoffwechselanregend-harntreibende Rolle — Petersilie ist dort nicht enthalten.