Löffelkraut

pflanzenprofilpflanzecochlearia officinalis
Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.

Löffelkraut (Cochlearia officinalis)

  • Familie: Brassicaceae
  • Droge: Cochleariae herba (Kraut, vorzugsweise frisch — getrocknet deutlich schwächer)

Inhaltsstoffe

  • Senfölglykoside (Glucosinolate): v. a. Glucocochlearin → Senföl (Isothiocyanate) beim Zerkauen
  • Vitamin C (bis 100 mg/100 g Frischpflanze — historisch das Skorbutmittel der Seefahrer)
  • Kalium, Mineralstoffe, Bitterstoffe

Wirkungen (innerlich und äußerlich)

Innerlich:

  • Durchblutungsfördernd (Senföle reizen leicht und weiten die Gefäße)
  • Antiseptisch/antibakteriell (Senfölglykoside)
  • Sekretolytisch: regt Speichel-, Schleim- und Magensaftsekretion an
  • Vitamin-C-reich: beugte historisch Skorbut vor, stützt Immunsystem und Bindegewebe
  • Verdauungsanregend, harntreibend

Äußerlich:

  • Mundpflege: bei Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen (Mundspülung, Gurgeln)
  • Leicht hautreizend-durchblutungsfördernd (Einreibungen)

Indikationen (HMPC/ESCOP wo bekannt)

  • Historisch: Skorbut (Vitamin-C-Mangel)
  • Mundpflege: Zahnfleischentzündungen, Stomatitis, Mundschleimhautentzündungen, Parodontose-Unterstützung
  • Durchblutungsstörungen, “Blutreinigung”, Frühjahrskur
  • Chronische Katarrhe der Atemwege (sekretolytisch)
  • Traditionell bei rheumatischen Beschwerden und Hautproblemen
  • HMPC: kein Monograph (traditionelle Arzneipflanze, heute kaum arzneilich reguliert)

Anwendungen (Tee/Tinktur mit Dosierung)

In der Blutreinigungstinktur: 1 EL Löffelkraut (Blätter), getrocknet oder frisch (2 EL). Siehe Blutreinigungstinktur.

Tee: 1–2 TL frisch oder getrocknet mit 150 ml heißem (nicht kochendem) Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen, 2–3× tgl. 1 Tasse.

Tinktur: 3× tgl. 15–25 Tropfen in Wasser.

Mundspülung/Gurgeln: 30 Tropfen Tinktur auf 100 ml lauwarmes Wasser oder ungesüßter Tee, mehrmals täglich.

Frischkraut: junge Blätter klein geschnitten als Wildsalat oder auf Brot (Senfölgeschmack, vitaminreich).

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Nebenwirkungen: Senföle können bei empfindlichen Personen Magenreizung, Sodbrennen und Hautreizung auslösen. Frischpflanze großzügig dosiert kann den Magen reizen.

Gegenanzeigen: Akute Magen- und Darmgeschwüre, Nierenerkrankungen (bei hohen Dosen), Schwangerschaft (Senföle reizend). Bei äußerlicher Anwendung zuerst kleine Hautstelle testen.

Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
Nach oben ↑