Meerrettich

pflanzenprofilpflanzearmoracia rusticana
Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.

Meerrettich (Armoracia rusticana)

  • Familie: Brassicaceae
  • Droge: Armoraciae radix (Meerrettichwurzel)
  • Hauptkomponenten: Senfölglykoside (Glucosinolate), Allylsenföl

Inhaltsstoffe

  • Glucosinolate (Sinigrin, Glucobrassicin): Vorstufen der Senföle
  • 0,05–0,2 % ätherisches Öl (Allylsenföl, 2-Phenylethylsenföl): wird durch das Enzym Myrosinase bei Verletzung/Zerkleinerung aus den Glucosinolaten freigesetzt
  • Vitamin C (ca. 100 mg/100 g), Flavonoide
  • Enzym Myrosinase (Thioglucosidase)

Wirkungen

  • Antimikrobiell: Allylsenföl wirkt stark antibakteriell (grampositiv, gramnegativ), antiviral und antimykotisch
  • Hyperämisierend (durchblutungsfördernd) auf Haut und Schleimhäute
  • Sekretolytisch, expektorierend (Atemwege)
  • Immunstimulierend

Indikationen

  • Akute und chronische Atemwegsinfekte (Sinusitis, Bronchitis)
  • Harnwegsinfekte (adjuvant)
  • Traditionell bei Muskel- und Gelenkschmerzen (äußerlich)

Anwendungen

Fertigarzneimittel (z.B. Angocin®): Kombination mit Kapuzinerkresse, standardisiert.

Frischwurzel: 2–3 g geriebene Wurzel 3× tgl. mit etwas Honig. Vorsicht: Reizt die Magenschleimhaut!

Nebenwirkungen / Gegenanzeigen

Nebenwirkungen: Magenschleimhautreizung, Sodbrennen bei hoher Dosierung. Äußerlich: Hautrötung, Reizung.

Gegenanzeigen: Magen- und Darmgeschwüre, Nierenerkrankungen. Schwangerschaft und Stillzeit, Kinder unter 4 Jahren.

Kombinationen

  • Mit Kapuzinerkresse bei Harnwegs- und Atemwegsinfekten (Angocin®-Kombination)
Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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