Johannisbeere, Schwarze

pflanzenprofilpflanzeribes nigrum
Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.

Johannisbeere, Schwarze (Ribes nigrum)

  • Familie: Grossulariaceae
  • Droge: Ribis nigri folium (Blätter), Ribis nigri gemmae (frische Knospen), Ribis nigri fructus (Beeren)

Inhaltsstoffe

  • Blätter: Flavonoide (Rutin, Quercetin), Proanthocyanidine, Gerbstoffe, ätherisches Öl, Vitamin C
  • Knospen: Anthocyane, Flavonoide, Phytohormone, Aminosäuren (gemmotherapeutisches Mazerat)
  • Beeren: Vitamin C, Anthocyane (Delfinidin, Cyanidin), Kalium, Pektin

Wirkungen (innerlich und äußerlich)

Innerlich:

  • Gefäßschützend: Anthocyane und Proanthocyanidine stärken das Kollagen und stabilisieren die Kapillarwände — die Blutungsneigung sinkt
  • Durchblutungsfördernd und entstauend bei Venenschwäche und schweren Beinen
  • Entzündungshemmend, antioxidativ
  • Harntreibend und ausleitend (Blätter, Knospen) — beliebt in Frühjahrskuren
  • Immunstärkend (Vitamin C, Knospen-Mazerat als “Drainage-Droge” der Gemmotherapie)

Äußerlich:

  • Zusammenziehend (Gerbstoffe): Gurgelwasser bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut
  • Adstringierende Umschläge bei oberflächlichen Hautentzündungen

Indikationen (HMPC/ESCOP wo bekannt)

  • HMPC (traditionell): Blätter als mildes Diuretikum bei leichten Harnwegsbeschwerden und zur Durchspülung
  • Venenschwäche, Kapillarfragilität, Neigung zu Nasen- und Zahnfleischbluten
  • Unterstützend bei Arteriosklerose und Durchblutungsstörungen
  • Infektanfälligkeit (Knospen, Beeren)
  • Traditionell bei rheumatischen Beschwerden (Gemmotherapie: “Gelenks-Drainage”)
  • HMPC-Monograph für das Knospen-Mazerat existiert nicht (Gemmotherapie ist nicht arzneimittelrechtlich reguliert)

Anwendungen (Tee/Tinktur mit Dosierung)

Blättertee: 2–3 g (1–2 TL) Blätter mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen, 2–3× tgl. 1 Tasse.

Gemmomazerat (frische Knospen, 1:10, Glycerin/Alkohol): 3× tgl. 10–15 Tropfen, als Kur über 3–6 Wochen (Knospen im zeitigen Frühjahr sammeln).

Beeren: frisch oder als Saft, täglich eine Handvoll.

In der Gefäß-Reinigungstinktur: 2 EL schwarze Johannisbeerblätter (besser: frische Knospen). Siehe Gefäß-Reinigungstinktur.

Gurgellösung: Blättertee oder 30 Tropfen Tinktur auf 100 ml Wasser, mehrmals täglich.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Nebenwirkungen: Blättertee sehr gut verträglich; bei empfindlichen Personen gelegentlich Magenreizung. Bei vorgeschädigten Nieren nur nach Rücksprache anwenden.

Gegenanzeigen: keine relevanten. Schwangerschaft und Stillzeit: Blättertee in üblicher Dosierung unbedenklich; Knospen-Mazerat (Alkohol) nur nach Rücksprache.

Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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