Mistel

pflanzenprofilpflanzeviscum album
Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.

Mistel (Viscum album)

  • Familie: Santalaceae (früher Viscaceae/Loranthaceae)
  • Droge: Visci albi herba (Mistelkraut)
  • Hauptkomponenten: Lektine (Mistellektine I–III), Viscotoxine, Flavonoide

Inhaltsstoffe

  • Glykoproteine (Lektine, Mistellektine I, II, III): immunmodulierend, zytotoxisch
  • Polypeptide (Viscotoxine): membranaktive Proteine mit zytolytischer Aktivität
  • Flavonoide (Quercetin, Rutin)
  • Schleimstoffe (polysaccharidische Komponenten)
  • Biogene Amine: Cholin, Acetylcholin, Histamin, Tyramin (in geringen Mengen)
  • Lignane (Eleutherosid E)
  • Triterpene

Wirkungen

  • Blutdrucksenkend (antihypertensiv): Gefäßerweiterung über Acetylcholin und Flavonoide
  • Vasodilatierend (gefäßerweiternd)
  • Bradykardisierend (herzfrequenzsenkend)
  • Immunmodulierend (Lektine, Polysaccharide)
  • Zytotoxisch, antiproliferativ (Lektine hemmen Ribosomen)
  • Mild sedierend

Indikationen

  • Hypertonie (adjuvante unterstützende Behandlung)
  • Arteriosklerose-Prophylaxe
  • Unterstützend in der onkologischen Therapie (Misteltherapie, nur unter ärztlicher Aufsicht!)
  • Leichte Herzrhythmusstörungen

Anwendungen

Achtung: Mistelpräparate nur unter ärztlicher Aufsicht anwenden (Dosierung, Toxizität)!

Kaltauszug: 2 TL geschnittenes Kraut mit kaltem Wasser ansetzen, 6–12 Std. ziehen, abseihen. Nur unter ärztlicher Aufsicht.

Tinktur: 10–20 Tr. 3× tgl. Nur unter ärztlicher Aufsicht.

Fertigarzneimittel: Mistelgesamtextrakte sind standardisierten Präparaten vorzuziehen (regulatorische Einschränkungen beachten).

Nebenwirkungen / Gegenanzeigen

Nebenwirkungen: Übelkeit, Durchfall, allergische Reaktionen. Bei parenteraler Anwendung (Injektionen) Fieber, grippeähnliche Symptome, Schüttelfrost, lokale Entzündungsreaktionen an der Einstichstelle.

Gegenanzeigen: Eiweißallergie, akute Infektionskrankheiten, hohes Fieber, chronische progressive Infektionen (Tuberkulose), Schwangerschaft und Stillzeit. Mistel-Zubereitungen sind verschreibungspflichtig bzw. apothekenpflichtig.

Kombinationen

  • Mit Weißdorn (Kaltauszug) bei Hypertonie als adjuvante ergänzende Behandlung
Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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