Meisterwurz

pflanzenprofilpflanzepeucedanum ostruthium
Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.

Meisterwurz (Peucedanum ostruthium)

  • Familie: Apiaceae
  • Droge: Imperatoriae rhizoma (Wurzelstock mit Wurzeln, auch Imperatoriae ostruthii radix)

Inhaltsstoffe

  • Ätherisches Öl (bis 1,5 %)
  • Bitterstoffe (Peucedanin, Ostruthin)
  • Cumarine und Furanocumarine (u. a. Imperatorin, Isoimperatorin)
  • Harz, Gerbstoffe, Saponine

Wirkungen (innerlich und äußerlich)

Innerlich:

  • Bitterstofftonisch: regt über die Bitterrezeptoren Speichel-, Magen-, Galle- und Pankreassaftsekretion an — Appetit und Verdauung werden gestärkt
  • Kräftigend und roborierend: traditionelle “Kraftwurzel” bei Erschöpfung, Blutarmut und Schwächezuständen
  • Blutbildungsfördernd (traditionell bei Anämie; verbessert zusammen mit den übrigen Zutaten der Blutarmut-Tinktur die Nährstoffresorption)
  • Kreislaufstabilisierend und durchwärmend (ätherisches Öl)
  • Magenberuhigend, krampflösend, leicht blähungstreibend
  • Traditionell: leicht schweißtreibend und fiebersenkend bei Erkältungskrankheiten

Äußerlich:

  • Durchblutungsfördernd (leicht hautreizend, ähnlich den übrigen Apiaceen-Bitterdrogen)

Indikationen (HMPC/ESCOP wo bekannt)

  • Blutarmut (Anämie) und Rekonvaleszenz — Kernbestandteil der Blutarmut-Tinktur
  • Burn-Out, Erschöpfungszustände, Antriebsschwäche — Kernbestandteil der Burn-Out-Tinktur
  • Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche, Völlegefühl, Blähungen
  • Kreislaufschwäche, niedriger Blutdruck
  • Traditionell: fieberhafte Infekte, Erschöpfung nach Krankheit
  • HMPC: kein Monograph (Volksarzneipflanze, in der klassischen Phytotherapie geschätzt)

Anwendungen (Tee/Tinktur mit Dosierung)

In der Blutarmut-Tinktur: 3 EL Meisterwurzwurzeln, getrocknet; die Wurzel wird 10 Min. mitgekocht. Siehe Blutarmut-Tinktur.

In der Burn-Out-Tinktur: 3 EL Meisterwurz (Wurzel), getrocknet. Siehe Burn-Out-Tinktur.

Tee (Dekokt): 1 TL (1–2 g) geschnittene Wurzel mit 150 ml kaltem Wasser ansetzen, aufkochen, 10 Min. köcheln lassen, abseihen. 1–2× tgl. 1 Tasse.

Tinktur: 2–3× tgl. 20–30 Tropfen in etwas Wasser, vor den Mahlzeiten.

Magenbitter: Meisterwurz-Tinktur mit Wermut und Enzian kombinieren (siehe Kombinationen).

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Nebenwirkungen: Die Furanocumarine können die Haut lichtempfindlicher machen (Photosensibilisierung) — bei äußerlicher Anwendung Sonne meiden. Bei hohen Dosen Magenreizung möglich.

Gegenanzeigen: Schwangerschaft und Stillzeit (Apiaceen-ätherisches Öl, keine ausreichenden Daten). Bei bekannter Allergie gegen Doldenblütler (Apiaceae) vorsichtig. Nierenerkrankungen: nur nach Rücksprache.

Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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