Quitte

Quitte (Cydonia oblonga)
- Familie: Rosaceae
- Droge: Cydoniae semen (Samen), Cydoniae folium (Blätter), Cydoniae fructus (Früchte)
Inhaltsstoffe
- Samen: Schleimstoffe (bis 20 %, der “Quittenkernschleim”), Pektin, Gerbstoffe, geringe Mengen Glykoside (Amygdalin-Spuren)
- Früchte: Pektin, Vitamin C, Kalium, Gerbstoffe, Flavonoide
Wirkungen (innerlich und äußerlich)
Innerlich:
- Schleimhautschützend: der reichliche Quittenschleim überzieht gereizte Schleimhäute von Magen und Rachen mit einem schützenden Film
- Antiemetisch: beruhigt Übelkeit und Erbrechen, wirkt magenberuhigend
- Leicht adstringierend (Pektine, Gerbstoffe): stopfend bei Durchfall
- Nährend und stärkend (traditionell bei Schwäche und Blutarmut)
Äußerlich:
- Reizlindernd bei entzündeter, gereizter Haut (Umschläge mit dem Schleim)
- Gurgellösung bei Rachen- und Mundschleimhautreizung
Indikationen (HMPC/ESCOP wo bekannt)
- Übelkeit und Erbrechen (v. a. bei Magen-Darm-Verstimmung, Reiseübelkeit)
- Schleimhautreizungen in Mund und Rachen, Heiserkeit, trockener Reizhusten (traditionell)
- Magen-Darm-Katarrh, Durchfall, Sodbrennen
- Traditionell bei Schwäche und Blutarmut (Blätter und Samen in der Blutarmut-Tinktur)
- HMPC: kein Monograph (traditionelle Heil- und Nahrungspflanze)
Anwendungen (Tee/Tinktur mit Dosierung)
In der Blutarmut-Tinktur: 1 EL Quitte (Blätter oder Samen), getrocknet oder frisch (1 Handvoll). Siehe Blutarmut-Tinktur.
Quittenschleim (bei Übelkeit/Erbrechen): 1–2 TL Samen mit 150 ml kaltem Wasser übergießen, mehrere Stunden (über Nacht) quellen lassen, durch ein Sieb abseihen. Schluckweise trinken, 2–3× tgl.
Blättertee: 1–2 TL Blätter mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen, 2–3× tgl. 1 Tasse.
Gurgellösung: abgekühlter Schleim oder Blättertee, mehrmals täglich.
Fruchtzubereitungen: Quittengelee und Quittensaft aus gekochten Früchten als mildes Magenmittel bei Durchfall und Sodbrennen.
Nebenwirkungen und Gegenanzeigen
Nebenwirkungen: Der Samenschleim ist sehr gut verträglich. Die Samen enthalten geringe Mengen Amygdalin-Glykoside — Samen nicht zerkauen, nur im Ganzen aufquellen lassen und nicht in größeren Mengen innerlich anwenden.
Gegenanzeigen: keine relevanten bei üblicher Anwendung (Schleim, Tee, Früchte). Samen nicht verschlucken.
Kombinationen (mit Wikilinks zu vorhandenen Profilen)
- Mit Meisterwurz, Knoblauch und Mistel in der Blutarmut-Tinktur
- Mit Eibisch und Leinsamen (Schleimdrogen) bei Schleimhautreizung und Reizhusten
- Mit Kamille und Melisse bei Übelkeit, Erbrechen und Magen-Darm-Verstimmung
- Mit Spitzwegerich und Isländisch Moos bei Rachen- und Halsreizungen