Blutweiderich

pflanzenprofilpflanzelythrum salicaria
Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.

Blutweiderich (Lythrum salicaria)

  • Familie: Lythraceae
  • Droge: Lythri herba (Kraut — zur Blütezeit geerntet, gesamte Pflanze)
  • Volksname: Blutkraut — die purpurroten Blütenähren gaben der Pflanze ihren Namen

Inhaltsstoffe

  • 10–20 % Gerbstoffe (Gallotannine, Ellagitannine) — Träger der adstringierenden und durchfallhemmenden Wirkung
  • Schleimstoffe, Flavonoide (Vitexin, Isoorientin)
  • Salicarin (Glykosid), Phytosterine, Spuren ätherischen Öls
  • Vitamin C, Kaliumsalze

Wirkungen

Innerlich:

  • Adstringierend (zusammenziehend) auf die Darmschleimhaut: dichtet die Schleimhaut ab, hemmt Durchfall
  • Entzündungshemmend und mild schmerzberuhigend auf Magen-Darm-Schleimhaut
  • Antibakteriell (v. a. gegen Gram-positive Keime, experimentell belegt)
  • Blutstillend (Hämostyptikum) bei Darm- und Magenblutungen (traditionell)
  • “Blutreinigend” und kräftigend im traditionellen Sinne

Äußerlich:

  • Wundheilungsfördernd, adstringierend und keimhemmend
  • Bewährt bei Ekzemen, Hautentzündungen und schlecht heilenden Wunden (Umschlag, Spülung)
  • Als Sitzbad bei Hämorrhoiden und Genitalentzündungen

Indikationen

  • HMPC: Traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur symptomatischen Behandlung von leichtem Durchfall und leichten dyspeptischen Beschwerden
  • Kommission E: unspezifische Durchfälle, örtliche Behandlung von Schleimhautentzündungen des Mund- und Rachenraumes
  • Durchfall, auch wechselnd mit Verstopfung (traditionell)
  • Als Bestandteil “blutreinigender” Frühjahrskuren und Stoffwechselkuren
  • Äußerlich: Hautentzündungen, Ekzeme, Hämorrhoiden

Anwendungen

  • Tee (Dekokt): 1–2 TL (ca. 1–2 g) Blutweiderichkraut mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Min. zugedeckt ziehen lassen, abseihen. Bei Durchfall 2–3 Tassen täglich über den Tag verteilt. Tagesdosis: 4–6 g Droge.
  • Tinktur: Lythri tinctura, 2–3-mal täglich 20–40 Tropfen in etwas Wasser.
  • Umschlag/Spülung (äußerlich): 2 EL Kraut auf 250 ml Wasser, 10 Min. abkochen, abseihen; auf Wunden und Ekzeme legen bzw. zum Spülen verwenden.
  • Sitzbad: 100 g Kraut mit 2 Litern Wasser abkochen, dem Sitzbadewasser zusetzen.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Nebenwirkungen: In therapeutischer Dosierung praktisch keine. Bei sehr hohen Dosen Verstopfungsneigung (adstringierende Gerbstoffe).

Gegenanzeigen:

  • Chronische Verstopfung (Obstipation) und obstipierende Darmerkrankungen
  • Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme gerbstoffempfindlicher Medikamente (verzögerte Resorption)
  • In Schwangerschaft und Stillzeit innerlich nur nach Rücksprache (fehlende Daten)

Kombinationen

Siehe auch

Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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