Durchfall

indikationendarmdurchfalldiarrhoe
Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.

Beschreibung

Von Durchfall spricht man, wenn die Stuhlentleerung an mehr als 3 Tagen pro Tag erfolgt. Hinzu kommen eine verkürzte Kolontransitzeit, eine weichere Stuhlkonsistenz und eine vergrößerte Stuhlmenge, die von breiig bis wässrig reichen kann.

Symptome

  • Übelkeit, Erbrechen oder Darmkrämpfe/Darmkolik
  • Flüssigkeits- und Elektrolytverlust im Körper; das ist besonders bei Säuglingen gefährlich

Ursachen

Meist stecken funktionelle oder organische Störungen dahinter. Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Auslöser:

  • Störungen von Leber, Galle oder Pankreas
  • Allergien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Reizdarm, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
  • Ernährungsfehler, Alkoholabusus
  • Hyperthyreose
  • psychische Einflüsse
  • Medikamente
  • Tumore
  • bakterieller/viraler Infektionskrankheiten oder funktioneller Natur
  • Chronischer Durchfall: Besteht länger als 3-4 Wochen

[!TIP] Praxistipp Bei infektiös bedingten Durchfällen sollte die Hemmung nicht zu schnell und nicht zu stark einsetzen, damit die körpereigenen Ausscheidungs- und Selbstreinigungsmechanismen ihre Arbeit verrichten können. Nach 1-2 Tagen setzt die Therapie ein, bevorzugt mit Gerbstoffen, bis die akute Phase (4-7 Tage) abklingt. Gerbstofftees werden dabei ohne Süßung getrunken: Zucker bietet Hefen und Gärungsbakterien einen Nährboden und begünstigt die Gärung. Hält der Durchfall über 3-4 Tage an, ist eine ärztliche Abklärung nötig.

Phytotherapeutika

Gruppe Pflanzen Wirkungen Besonderheiten
Adsorbenzien Heilerde, Kaffeekohle, Medizinalkohle Binden mit ihrer stark vergrößerten Oberfläche und hohem Adsorptionsvermögen Gifte, Gärungs- und Bakterienprodukte Cave: binden auch Enzyme, Vitamine und Arzneistoffe → nur kurzfristig einnehmen
Antiphlogistika Kamille Entzündungshemmend
Gerbstoffdrogen Blutwurz, Brombeere, Eichenrinde, Frauenmantel, Gänsefingerkraut, Heidelbeere, Teestrauch (Grün-/Schwarztee) Zusammenziehend (adstringierend), austrocknend, sekretionshemmend, entzündungshemmend, reizmildernd, gerbend, durchfallhemmend, keimhemmend
Pektine Äpfel (gerieben), Bananen (geschlagen), Karotten (lange gekocht) Absorbieren Flüssigkeit, Gifte und Krankheitskeime; entzündungshemmend, schleimhautschützend, hemmen abnorme Darmflora Karotte blockiert das Andocken der Keime an die Darmwand
Peristaltikhemmende Drogen Uzarawurzel (Präparat) Mindern die Darmmotilität/Peristaltik, krampflösend, sekretions- und keimhemmend, antiemetisch, zusammenziehend
Quellstoffdrogen Flohsamen, Leinsamen Binden überschüssige Flüssigkeit im Darm, absorbieren Bakterientoxine u.a. Gifte, entzündungshemmend, schützen Schleimhäute vor Reizung Hinweis: ohne bzw. mit wenig zusätzlicher Flüssigkeit einnehmen

Pflanzenporträts

Blutwurz

Heidelbeere

Uzarawurzel

Therapiekonzept akuter unspezifischer Durchfall

Therapieziel: Beschwerdelinderung durch Gerbstoffdrogen, Pektine, Adsorbenzien und peristaltikhemmende Drogen.

Dauer: Je nach Beschwerdebild 3-4 Tage.

Therapieschritt Maßnahmen
Gerbstoffdrogen Tees, Präparate
Pektine Frischzubereitungen, Präparate
Adsorbenzien Präparate
Peristaltikhemmung Präparate

Beschwerdelinderung durch Gerbstoffdrogen

Stopfende Teemischung:

  • Rubi fruticosi folium (Brombeerblätter) 30 g
  • Alchemillae herba (Frauenmantelkraut) 30 g
  • Matricariae flos (Kamillenblüten) 20 g
  • Foeniculi fructus cont. (Fenchelfrüchte, angestoßen) 20 g

M.D.S. 1 TL der Mischung mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 10 Min. bedeckt ziehen lassen, dann abgießen. Mehrmals tägl. 1 Tasse trinken.

Heidelbeertee:

  • Myrtilli fructus (Heidelbeerfrüchte) 100 g. 1 EL im Mörser anstoßen und mit 250 ml Wasser 20 Min. köcheln lassen, dann abgießen. Mehrmals tägl. 1 Tasse trinken.

Präparate:

  • Tormentillae tinctura DAB (Blutwurztinktur): Mehrmals tägl. 30-50 Tr. bis zur Beschwerdelinderung

Beschwerdelinderung durch Pektine

Frischzubereitungen:

  • Geriebener Apfel: Mehrmals tägl. 1 ungeschälten Apfel auf der Glasreibe reiben und essen.
  • Karottensuppe nach Moro: 500 g geschälte Karotten zerkleinern und in 1 l Wasser 1-1½ Std. kochen, 3 g Kochsalz (ca. 1 gestrichener TL) zufügen, ca. 1 TL Butter und 1 EL Zucker dazugeben und zu einem Brei verarbeiten. Über den Tag verteilt essen. Geeignet für Säuglinge ab 6 Monaten.

Präparate:

  • Aplona (Apfelpektin, Kamille): Für Kinder besonders geeignet. 2-3 Jahre: Anfangsdosierung 5 ml, dann stündlich 10 ml. 4-5 Jahre: Anfangsdosierung 10 ml, dann stündlich 20 ml. Ab 6 Jahren: Anfangsdosierung 30 ml, dann stündlich 15 ml. Erwachsene: Anfangsdosierung 30 ml, dann stündlich 15 ml.

Beschwerdelinderung durch Adsorbenzien

Präparate:

  • Birkenkohle Weleda (Antimonit D2, Birkenkohle, Kamille): Kinder von 6-12 Jahren: 2-3-mal tägl. 1 Kps., Kinder ab 12 Jahren und Erwachsene: 3-5-mal tägl. 1 Kps.
  • Carbo Koenigsfeld (Kaffeekohle): 4-mal tägl. 1 gestrichenen Messlöffel
  • Myrrhinil intest (Myrrhe, Kamille, Kaffeekohle): 3-mal tägl. 2-4 Drg. vor der Mahlzeit

Beschwerdelinderung durch peristaltikhemmende Drogen

Präparate:

  • Uzarawurzel-Präparat: Bereits für Kinder ab 2 Jahren geeignet. Dosierung nach Packungsbeilage.

Therapiekonzept chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Alle Therapieschritte werden parallel durchgeführt.

Therapieziel Mittel Dauer
Beschwerdelinderung Therapiekonzept akuter unspezifischer Durchfall (s.o.) Symptombezogen, je nach Beschwerden
Entzündungshemmung Flohsamen/Leinsamen, Gelbwurz, Kamille, Myrrhe, Weihrauch, Wermut Mehrere Wochen bis Monate
Darmsanierung Therapiekonzept Darmsanierung (s. Darmsanierung) Mehrere Wochen bis Monate

Entzündungshemmung - Präparate

  • Absinthium Urtinktur (Wermut): 3-mal tägl. 3 (Ceres) oder 10 (DHU) Tr.
  • Chamomilla Urtinktur (Kamille): 3-mal tägl. 3-5 (Ceres) oder 10 (DHU) Tr.
  • Curcu-Truw (Gelbwurz): 2-mal tägl. 1 Kps.
  • Myrrhinil intest (Myrrhe, Kamille, Kaffeekohle): 3-mal tägl. 4 Drg.
  • Flosa balance (Flohsamen): 3-mal tägl. 1 Beutel oder Dosierlöffel
  • Flosine balance (Flohsamen): 2-3-mal tägl. 5 g Granulat
  • Mucofalk Apfel/Fit/Orange Granulat (Flohsamen): 2-3-mal tägl. 1-2 Beutel bzw. Messlöffel

Entzündungshemmung - Nahrungsergänzungsmittel

  • Curcuflex (Gelbwurz): 2-mal tägl. 3 Kps.
  • Curcumin-loges (Gelbwurz): 2-mal tägl. 1 Kps.
  • Curcumin Extrakt 45 Dr. Wolz (Gelbwurz): 3-mal tägl. 1 Kps.
  • Curcusol (Gelbwurz): 2-mal tägl. 1 Kps.
  • Weihrauch-Dragees (z.B. H15 Hecht Pharma, MantraPharm): Tagesdosis je nach Beschwerdebild 1200-3600 mg auf 3 Gaben verteilt, nach dem Essen einnehmen, bei Besserung Dosis reduzieren auf individuelle Erhaltungsdosis

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Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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