Darmmykose

indikationendarmdarmmykosecandidapilz
Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.

Beschreibung

Beim Darmpilz – zumeist Hefen der Gattung Candida albicans – vermehren sich die Pilze ungehemmt und rasant. Zucker wird im Darm von ihnen zu minderwertigem Alkohol (Fusel) umgewandelt, was die Leber belastet. Gefährlich ist die schnelle Vermehrung, die Bildung von Hyphen (Pilzfäden), durch die ein Eindringen in Gewebe und Blutbahn möglich wird, sowie die Entstehung giftiger Stoffwechselprodukte. Sicher nachgewiesen wird der Befall über eine Stuhlprobe.

Symptome

  • Unspezifisch: Durchfall oder Verstopfung, Völlegefühl, Blähungen oder Bauchschmerzen
  • Evtl. Leistungsabfall, Migräne, Gelenkbeschwerden, Lebererkrankung

Therapieprinzip

Ziel ist die Wiederherstellung der ganzheitlichen Gesundheit durch Stärkung der Selbstheilungskräfte. Die Therapie kann, besonders bei starkem Befall, langwierig sein und verlangt neben der sorgfältigen Phytotherapie eine vollständige Ernährungsumstellung. Der Leitsatz “Der Keim ist nichts, das Terrain ist alles” rückt die Milieusanierung in den Mittelpunkt der Behandlung.

Küchenapotheke bei Darmmykose

Mittel Wirkung
Ballaststoffreiche Kost mit Salat, Obst und Gemüse Unterstützen das Befreien des Darmes von “Pilznestern”
Bitterstoffe: Radicchio, Endivie, Ingwer, bittere Küchenkräuter und Präparate Regen die Verdauungssaftsekretion an, damit die Nahrung gut aufgespalten/resorbiert wird und kein Überangebot an Nährstoffen im Darm bleibt, das die Pilzbildung eher anregt
Galgant und Meerrettich Reichlich damit würzen, da antimykotisch
Knoblauch So viel frische Zehen/Tag wie verträglich
Kohl und Sauerkraut Können Darmpilze bis in die Krypten angreifen
Molkekuren, Joghurt, Sauerkraut, “Kanne Brottrunk” Wirken durch die rechtsdrehende Milchsäure der mykotischen Entwicklung entgegen
Wermut- oder Lapachotee 2-3 Tassen/Tag sehr bewährt

Phytotherapeutika

Gruppe Wirkungen Besonderheiten
Bitterstoffe (Wermut, Enzian, Engelwurz) Verbessern die Durchblutung der Verdauungsschleimhäute; regulieren über die Verdauungssäfte das Darmmilieu Während der gesamten Kurdauer einnehmen
Antimykotische Pflanzen Direkt pilzhemmend Siehe Therapiekonzept
Myrrhe, Kaffeekohle, Kamille Antimykotisch, adstringierend, entzündungshemmend Kombinationspräparat Myrrhinil intest
Ätherische Öle (Kümmel, Oregano, Nelke, Eukalyptus) Fungizid, antimikrobiell
Kapuzinerkresse Antimykotisch, speziell für Kinder geeignet Tropaeolum S

Drei-Phasen-Therapie der Darmmykose

Bewährt ist eine Drei-Phasen-Therapie, bei der die Phasen aufeinander aufbauen. Begonnen wird mit:

  1. Umstellung der Ernährung auf kohlenhydratarme Anti-Pilz-Kost
  2. Parallel dazu: mindestens 3-wöchige antimykotische Therapie
  3. Direkt danach: 3-6-wöchige Darmsanierung

Während der gesamten Kurdauer Bitterstoffgaben bzw. -Präparate zur “Milieusanierung” einnehmen (Ventri-loges, Iberogast, Amaratropfen).

Phase 1: Umstellung der Ernährung auf eine Anti-Pilz-Kost

  • Anti-Pilz-Diät für 1-3 Wochen: Der Hefe soll ihre Nahrungsgrundlage (alle “einfachen” Kohlenhydrate) entzogen werden. Im Vordergrund steht eine vollwertige Ernährung (Salat, Gemüse, Vollkornprodukte): Sie übt vermutlich einen mechanischen “Putz-Effekt” aus, denn die faserige Struktur der Ballaststoffe “fegt” die Pilznester aus den Darmzotten hinaus und regt zugleich die Darmbewegungen an. Nur bei konsequenter Ernährungsumstellung hält der Erfolg an.
  • Zucker strikt meiden (in Speisen, Getränken [Obstsäfte], Honig, Süßigkeiten, Weißmehlprodukte)
  • Alkoholkonsum reduzieren

Phase 2: Antimykotische Therapie (mindestens 3 Wochen)

  • Myrrhinil-Intest (Myrrhe, Kaffeekohle, Kamille), zugleich mehrmals täglich
  • Repha-Os Mundspray (Blutwurz, Ratanhiawurzel, Myrrhe, Anisöl, Eukalyptusöl, Nelkenöl, Levomenthol). Für Kinder: Tropaeolum S
  • Ätherisches Kümmelöl (fungizide Wirkung): 3-mal tägl. 1-2 Tr. Kümmelöl in Joghurt

[!WARNING] Auf gute Mundhygiene achten! Zahnbürste alle 2-3 Tage wechseln (Darmbesiedelung tritt häufig zusammen mit einem Befall im Mund auf). Zahnspangen und -bürsten stets gründlich reinigen (über Nacht in Myrrhentinktur desinfizieren, ca. 40 Tr. in 1 Glas Wasser oder regelmäßig einsprühen mit Repha-Os Mundspray), sie können ein Pilzreservoir darstellen.

  • Essigtrunk: 1 EL Bio-Apfelessig (evtl. mit Kapuzinerkresse) auf ½ Glas warmes Wasser, frühmorgens nüchtern trinken.

Phase 3: Symbioselenkung bzw. Darmsanierung (3-6 Wochen)

  • Im Anschluss an die empfohlenen Maßnahmen und Arzneipflanzen eine Therapie mit mikrobiologischen Präparaten durchführen (s. Darmsanierung).
  • Begleitend schleimhautpflegende Teemischung/Infus: Je 40 g Matricariae flos (Kamillenblüten) und Millefolii herba (Schafgarbenkraut) mit 20 g Liquiritiae radix (Süßholzwurzel); 2-3-mal tägl. 1 TL/Tasse zubereiten/trinken.
  • Im Anschluss erfolgt eine Darmsanierung. Unabdingbar gehören die Ausleitung von Giften und die zugehörige Unterstützung der Entgiftungsorgane Leber und Niere dazu.

Therapiekonzept Darmmykose

Therapieziel: Anwendung folgender Antimykotika:

Antimykotikum Anwendung
Bärlauch Urtinktur, Essenz, Kapseln
Galgant Tabletten
Grapefruitkernextrakt Tropfen
Ingwer Urtinktur
Knoblauch Dragees
Ätherisches Kümmelöl 3-mal tägl. 2 Tr. auf etwas Brot
Meerrettich/Kapuzinerkresse Dragees
Myrrhe Kombinationspräparat
Ätherisches Oreganoöl Kapseln
Propolis Urtinktur, Kautabletten

Dauer: Je nach Stärke des Befalls für 3-6 Wochen.

Präparate

  • Absinthium Urtinktur (Wermut) Ceres: 3-mal tägl. 5 Tr.
  • Angocin Anti-Infekt N Dragees (Meerrettich, Kapuzinerkresse): 3-mal tägl. 4 Drg. nach dem Essen
  • Allium ursinum Urtinktur (Bärlauch) Ceres: 3-mal tägl. 10 Tr.
  • Galgant 0,2 g Tabletten Jura pharm: 3-mal tägl. 2 Tbl.
  • Myrrhinil intest (Myrrhe, Kamille, Kaffeekohle): 3-mal tägl. 4 Drg.
  • Tropaeolum majus Urtinktur (Kapuzinerkresse) Ceres: 3-mal tägl. 10 Tr.
  • Propolis-Urtinktur/Kautabletten Hanosan: 3-mal tägl. 10 Tr.

Ätherische Öle

  • Ätherisches Kümmelöl: 3-mal tägl. 2 Tr. auf etwas Brot

Nahrungsergänzungsmittel

  • Bärlau Essenz und Bärlau Kapseln (Bärlauch): 3-mal tägl. 1 TL bzw. 3-mal tägl. 1 Kps.
  • Bärlauch-Frischblatt-Granulat Dr. Pandalis und Bärlauch-Frischblatt-Mastitabs: 1-2-mal tägl. 1 TL Granulat bzw. 1-2 Mastitabs
  • Bärlauch Naturreiner Pflanzensaft Schoenenberger: 3-mal tägl. 10 ml vor den Mahlzeiten
  • CitroBiotic (Grapefruitkernextrakt): 3-mal tägl. 15 Tr.
  • IngwerPURE: 3-mal tägl. 20 Tr.
  • Oreganum IntMed (ätherisches Oreganoöl): 2-mal tägl. 1 Kps. 30 Min. vor dem Essen
  • Kwai forte (Knoblauch): 3-mal tägl. 1 Drg. zu den Mahlzeiten
  • Sapec (Knoblauch): 3-mal tägl. 1 Drg.

[!TIP] Praxistipp Liegt zusätzlich ein Befall der Mundschleimhaut vor, ergänzen die genannten Maßnahmen:

  • Repha-Os Mundspray (Pfefferminzöl, Myrrhe, Blutwurz, Rathania, Eukalyptusöl, Anisöl, Menthol, Nelkenöl): 3-mal tägl. 1-2 Sprühstöße in die Mundhöhle sprühen
  • CitroBiotic (Grapefruitkernextrakt): 3-mal tägl. 15 Tr. in 1 Glas Wasser geben und damit gurgeln

Verwandte Themen

Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
Nach oben ↑