Darmsanierung

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Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.

Dysbiose - Darmsanierung

Beschreibung

Im Darm leben Billionen wertvoller Mikroorganismen, die in ihrer Gesamtheit die “Darmflora” ausmachen. Die Darmschleimhaut fungiert als mechanische Schutzbarriere gegen pathogene Keime und Fremdstoffe; so wird die Ausbreitung schädlicher Bakterien und Pilze im Darm verhindert, ebenso das Eindringen von Allergenen durch die Darmwand. Ist das gesunde Darmmilieu aus dem Gleichgewicht geraten, spricht man von einer Dysbiose oder Dysbakterie, aus der sich häufig Pilze (Candida albicans) ausbreiten (per Stuhluntersuchung diagnostizierbar).

Eine geschädigte Darmflora gilt als Mitverursacher für:

  • chronische Entzündungen und Dyspepsien
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien
  • Infektanfälligkeit oder Immunschwäche
  • Müdigkeit und Leistungsabfall
  • Entzündungen von Haut und Schleimhaut
  • Migräne oder depressive Verstimmungen

Symptome

  • Verdauungsbeschwerden aufgrund von Gärungs- und Fäulnisprodukten, unspezifische Beschwerden
  • evtl. Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Immunschwäche, Allergien

Ursachen

  • Antibiotika und andere Medikamente
  • Fehlernährung, Verdauungsstörungen, Schad- und Konservierungsstoffe u.v.m.

Leaky-Gut-Syndrom

Eine Symbioselenkung zielt darauf ab, die gesunde Funktion des Verdauungstrakts und die Darmflora wiederherzustellen: Verdauungsprobleme sollen verschwinden, die Resorption aller wichtigen Nährstoffe gesichert und “Lücken” im Darmimmunsystem (Leaky-gut-Syndrom) geschlossen werden. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Gifte, Bakterientoxine, unvollständig aufgeschlossene Nahrungsbestandteile u.v.m. wegen der beeinträchtigten Barrierefunktion aus dem Darm in den Körper gelangen. Die Durchführung einer Darmsanierung erstreckt sich über 1-3 Monate.

Phytotherapeutika und Präparate

Mittel Wirkung
Apfel, Karotten Enthalten Pektine. Das “lieben” physiologische Darmbakterien; sie nehmen daraufhin schnell an Zahl und Masse zu und verdrängen die pathogenen Keime.
Bio-Apfelessig 3-mal tägl. 1 TL in wenig Wasser gemischt trinken. Verringert Anlagerung von Pilzfäden an der Darmschleimhaut.
Bitterstoffe Verbessern Durchblutung der Verdauungsschleimhäute; verbessern über Regulation der Verdauungssäfte das Darmmilieu.
Chlorella pyrenoidosa Kann durch ihren hohen Chlorophyllgehalt das Wachstum pathogener Bakterien unterdrücken. Fördert Milchsäurebakterien und Abwehrfunktionen (Produktion und Aktivität von Makrophagen). Unterstützt so das darmassoziierte Immunsystem gegen pathogene Bakterien.
Fasten Möglichst die Sanierung mit klassischem Fasten einleiten (wie Gärtner vor dem Einsäen und Bepflanzen eines neuen Gartenbeets zuerst Unkraut jäten).
Leinsamen/Flohsamen Binden oder adsorbieren Bakterien, Toxine, Kanzerogene; unterstützen dadurch die physiologische Bakterienflora. 5-6-mal/Tag den Schleimabsud von je 2 TL Leinsamen/Flohsamen einnehmen.
Milchzucker Am besten in Kamillentee. “Nährstoff” für die natürlichen Darmbakterien (“Eugalan”, “Edelweiß” Milchzucker).
Myrrhe Eliminiert schädliche Darmbakterien.
Pfefferminze Beruhigt und entkrampft den Verdauungstrakt.
Probiotika Nicht pathogene, meist lebende Mikroorganismen wie Laktobazillen, Bifidobakterien und spez. Streptokokken (Enterococcus faecium). Wehren pathogene Keime ab. Wirken immunstimulierend und antikanzerogen.
Sauerkraut, milchsaure Kost, Kanne-Brottrunk, Joghurt Unterstützen die Darmsanierung.
Zistrosenblätter Regulieren Darmflora, stärken die Abwehrkräfte, antioxidativ und entgiftend, leiten Schwermetalle aus (Cystustee, Dr. Pandalis).

Therapiekonzept Darmsanierung

Alle Therapieschritte werden parallel durchgeführt.

Symbioselenkung mit Probiotika Sanierung des Darmmilieus
Probiotika Bitterstoffe, Aromatika
Dauer: 4-12 Wochen, je nach Schweregrad der Dysbiose Dauer: 6-8 Wochen

Symbioselenkung mit Probiotika

Welche Probiotika zum Einsatz kommen, entscheidet sich anhand des Stuhlbefunds (Laboradressen) – jede Therapie ist also individuell. Bei pathogenen Keimen ist zu unterscheiden, ob es sich um Bakterien oder Pilze beziehungsweise um aerobe oder anaerobe Keime handelt. Pathogene Erreger müssen zuerst eliminiert werden, bevor die Darmflora mit physiologischen Keimen wieder aufgebaut werden kann. Auch hier richtet sich das Vorgehen nach dem Befund. Ein Kombinationspräparat kann sinnvoll sein, besser ist jedoch eine auf die jeweilige Situation genau abgestimmte Therapie.

Mögliche Präparate:

  • Colibiogen
  • Hylak N, Hylak plus
  • Omniflora N, Mutaflor
  • Symbioflor 1 und Symbioflor 2
  • Prosymbioflor

Mögliche Nahrungsergänzungsmittel:

  • Darmflora Plus select Dr. Wolz
  • Enterobact
  • ProBio-Cult

Dosierung und Dauer der Einnahme erfolgen in enger Abstimmung mit dem Patienten.

Teemischungen und Rezepte

Sanierung des Darmmilieus

Wurzeltee zur Darmsanierung:

  • Cichorii radix (Wegwartenwurzel) 30 g
  • Taraxaci radix (Löwenzahnwurzel) 30 g
  • Angelicae radix (Angelikawurzel) 20 g
  • Zingiberis rhizoma (Ingwerwurzel) 20 g

M.D.S. 1 gehäufter TL der Mischung mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 10 Min. bedeckt ziehen lassen, dann abgießen und 3-mal tägl. 1 Tasse trinken.

Aromatischer Tee zur Darmsanierung:

  • Matricariae flos (Kamillenblüten) 20 g
  • Basilici herba (Basilikumkraut) 20 g
  • Saturejae herba (Bohnenkraut) 20 g
  • Juniperi fructus cont. (Wacholderbeeren, angestoßen) 20 g
  • Cinnamomi cortex (Zimtrinde) 10 g
  • Lavandulae flos (Lavendelblüten) 10 g

M.D.S. 1 TL der Mischung mit 1 Tasse heißem Wasser übergießen, 7 Min. bedeckt ziehen lassen, dann abgießen und 3-mal tägl. 1 Tasse trinken.

Präparate-Empfehlungen

Bitterstoffe und Aromatika zur Milieusanierung

  • Amara Pascoe (Chinarinde, Enzian, Pomeranze, Zimtrinde): Kinder ab 12 Jahren und Erwachsene: 3-mal tägl. 15-20 Tr. nach dem Essen
  • Artemisia absinthium Urtinktur (Wermut) DHU, Ceres: 3-mal tägl. 5-10 Tr. nach den Mahlzeiten
  • Amara Weleda (Löwenzahn, Meisterwurz, Salbei, Schafgarbe, Tausendgüldenkraut, Wacholder, Wegwarte, Wermut): Kleinkinder zwischen 1-5 Jahren: 3-5 Tr., Kinder von 6-11 Jahren: 5-8 Tr., Kinder ab 12 Jahren und Erwachsene: 3-mal tägl. 10-15 Tr. Jeweils nach dem Essen
  • Carvomin Verdauungstropfen (Angelikawurzel, Benediktenkraut, Pfefferminze): 1-4-mal tägl. 40-50 Tr. (ca. 2 ml) mit etwas Flüssigkeit vor oder nach den Mahlzeiten
  • Iberogast (Angelikawurzel, Kamille, Kümmel, Melisse, Pfefferminze, Schöllkraut, Süßholz): Kinder von 3-5 Jahren: 10 Tr., Kinder von 6-12 Jahren: 15 Tr., Kinder ab 12 Jahren und Erwachsene: 3-mal tägl. jeweils vor oder zu den Mahlzeiten 20 Tr.
  • Gentiana lutea Urtinktur (Enzian) DHU, Ceres: mehrmals täglich Tropfen

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Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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