Bertram

pflanzenprofilpflanzeanacyclus pyrethrum
Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.

Bertram (Anacyclus pyrethrum)

  • Familie: Asteraceae
  • Droge: Pyrethri radix (Bertramwurzel)
  • Volksnamen: Deutscher Bertram, Römischer Bertram; der Wurzelstock schmeckt scharf-prickelnd

Inhaltsstoffe

  • Pellitorin (Isobutylamid) und verwandte Alkamide — Träger der speicheltreibenden und lokal erwärmenden Wirkung
  • Ätherisches Öl (Spuren), Inulin, Harze
  • Sesquiterpenlactone, Gerbstoffe, Phytosterine

Wirkungen

Innerlich (v. a. beim Kauen):

  • Stark speichelflussfördernd (sialagog): schon kleine Stücke der Wurzel lösen reichlichen Speichelfluss aus
  • Verdauungsanregend (Kaubitter): über den Speichel-Reflex wird die gesamte Magen-Darm-Sekretion angeregt
  • Leicht durchblutungsfördernd und wärmend
  • Antibakteriell und entzündungshemmend (experimentelle Daten)

Äußerlich / lokal:

  • Erwärmend und leicht schmerzlindernd auf Schleimhäuten (durchblutungssteigernd)
  • Adstringierend (gerbend) auf Zahnfleisch und Mundschleimhaut
  • Antiseptisch bei Entzündungen der Mundschleimhaut

Indikationen

  • Traditionell bei trockenem Mund (Xerostomie), vermindertem Speichelfluss und als “Kaubitter”
  • Mundschleimhautentzündungen, Zahnfleischentzündungen (Gingivitis, Parodontitis) und Aphthen
  • Halsschmerzen und Rachenkatarrh (als Gurgelmittel)
  • Verdauungsschwäche, Appetitlosigkeit (anregender Kaueffekt)
  • In der Volksmedizin als Bestandteil von Schnupfen- und Nebenhöhlentinkturen (Schleimhautdurchblutung)

Anwendungen

  • Kauen (Kaubitte): 1 kleines Wurzelstück (erbsengroß, ca. 0,2–0,5 g) für einige Minuten kauen, bis reichlich Speichel fließt, dann ausspucken. 1–3-mal täglich.
  • Mundspülung/Gurgellösung (Dekokt): 1 TL Wurzel in 150 ml Wasser 10 Min. kochen, abkühlen lassen, abseihen. 2–3-mal täglich den Mund spülen bzw. gurgeln.
  • Tinktur: Pyrethri tinctura, 2–3-mal täglich 10–20 Tropfen in etwas Wasser (speicheltreibend); verdünnt auch als Mundspülung.
  • Fertigarzneimittel: Bestandteil von Stomatitis- und Zahnfleischmitteln sowie Tinktur-Mischungen.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Nebenwirkungen: Bei Überdosierung Reizung und Brennen der Schleimhäute, vermehrter Tränen- und Speichelfluss, Niesen. Der scharfe Geschmack kann bei empfindlichen Personen Übelkeit auslösen.

Gegenanzeigen:

  • Entzündliche Magen-Darm-Erkrankungen (bei innerlicher Einnahme: Schleimhautreizung)
  • Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre
  • Schwangerschaft und Stillzeit (fehlende Sicherheitsdaten)
  • Überempfindlichkeit gegen Korbblütler

Kombinationen

Siehe auch

Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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