Deutscher Dachverband für Historische Fechtkunst
DDHF — Der deutsche HEMA-Verband

“DDHF — die organisierte Stimme des deutschen HEMA.”
Der Verband
Der Deutsche Dachverband für Historische Fechtkunst e. V. (DDHF) ist der zentrale Interessenverband der deutschen HEMA-Szene. Als eingetragener, gemeinnütziger Verein bündelt er die Anliegen von Einzelpraktikern, Trainern und Vereinen und fungiert als Schnittstelle zu Sportverbänden, Versicherungsträgern und politischen Institutionen.
Aufgaben
Vertretung nach außen
Der DDHF vertritt das historische Fechten gegenüber etablierten Sportstrukturen — insbesondere gegenüber dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und den Landessportbünden. Ein zentrales Ziel ist die Anerkennung des historischen Fechtens als eigenständige Sportart mit entsprechendem Versicherungsschutz und Zugang zu öffentlicher Sportförderung.
Standardisierung und Qualitätssicherung
Der Verband arbeitet an der Entwicklung einheitlicher Standards für Trainerausbildung, Wettkampfregeln und Sicherheitsanforderungen. Die Etablierung eines bundesweit anerkannten Trainer-Zertifikats ist ein langfristiges Projekt, das die Professionalisierung der HEMA-Ausbildung vorantreiben soll.
Versicherung und Rechtssicherheit
Ein praktisch zentrales Anliegen des DDHF ist die Bereitstellung von Vereins- und Veranstalter-Versicherungen, die auf die spezifischen Risiken des historischen Fechtens zugeschnitten sind. Viele HEMA-Gruppen scheitern an der Versicherungsfrage — der DDHF adressiert dieses strukturelle Problem durch Rahmenverträge mit Versicherern.
Wettkampfwesen
Der DDHF organisiert und sanktioniert nationale Meisterschaften im historischen Fechten. Die Einführung standardisierter Wettkampfregeln, die sowohl die Sicherheit der Fechter als auch die historische Authentizität der Techniken gewährleisten sollen, ist ein kontrovers diskutiertes Projekt: Puristen befürchten eine “Versportlichung”, Praktiker begrüßen die Möglichkeit, Fechtkönnen unter standardisierten Bedingungen zu messen.
Kritische Diskussion
Die Rolle des DDHF ist innerhalb der deutschen HEMA-Szene nicht unumstritten. Debatten über Wettkampfformate, das Verhältnis von Quellenarbeit und Sportbetrieb und die Ausrichtung des Verbands auf Breitensport vs. Spitzensport begleiten seine Entwicklung. Dennoch ist der DDHF die einzige Institution, die das Potenzial hat, die fragmentierte deutsche HEMA-Landschaft strukturell zu konsolidieren.