HEMA in Deutschland

Die deutsche HEMA-Szene — Vereine, Verbände und Meisterschaften

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Die HEMA-Szene in Deutschland

Deutschland nimmt innerhalb der internationalen HEMA-Bewegung eine Sonderstellung ein: Es ist das Ursprungsland der Deutschen Fechtschule und beherbergt heute eine der aktivsten und vielfältigsten HEMA-Communitys Europas. Die Szene ist dezentral organisiert und umfasst schätzungsweise 150–200 Vereine, Trainingsgruppen und lose Zusammenschlüsse. Der geografische Schwerpunkt liegt in den Ballungsräumen Hamburg, Berlin, dem Rhein-Main-Gebiet und München, doch auch in kleineren Städten existieren aktive Gruppen.

Wichtige Vereine und Gruppen

Der Verein Hammaborg (Hamburg), gegründet von Roland Warzecha, gehört zu den Pionieren der deutschen HEMA-Bewegung. Hammaborgs methodischer Schwerpunkt auf Schwert und BucklerWikinger-Schwert hat internationale Standards gesetzt. Ochs (München und weitere Standorte) ist einer der größten deutschen HEMA-Vereine mit umfangreichem Kursangebot und professioneller Trainingsstruktur. Zornhau (Bonn/Rheinland) hat sich durch intensive Quellenarbeit und Publikationstätigkeit einen Namen gemacht, insbesondere zur Hs. 3227a. Indes Salzburg (Österreich, aber stark mit der deutschen Szene vernetzt) vertritt einen konsequent quellenbasierten Ansatz. Der Schwertbund und regionale Zusammenschlüsse wie die Fechtschule Ruhr runden das Bild ab.

Verbände und Organisation

Der Deutsche Dachverband für Historische Fechter (DDHF) fungiert seit 2014 als Interessenvertretung der deutschen HEMA-Szene. Er veranstaltet Fortbildungen, gibt Sicherheitsrichtlinien heraus und vertritt Deutschland bei der IFHEMA (International Federation for Historical European Martial Arts).

Meisterschaften

Die Deutschen Meisterschaften im historischen Fechten werden jährlich ausgetragen und umfassen Disziplinen wie Langes Schwert, Schwert und Buckler, Langes Messer und Ringen — Überblick. Die Berliner Meisterschaft gehört zu den traditionsreichsten Turnieren Deutschlands und zieht internationale Teilnehmer an.

Deutsche Beiträge zur Forschung

Die deutsche Forschung wird international maßgeblich geprägt durch Dierk Hagedorn, dessen Transkriptionen und Editionen (darunter die Edition der Hs. 3227a und des Cod. 44.A.8) als Standardreferenzen gelten. Herbert Schmidt hat mit seinem Schwertkampf-Lehrwerk eine einflussreiche praktische Einführung vorgelegt. Rainer Welle leistete mit seiner Dissertation zum Ringkampf im 15. und 16. Jahrhundert grundlegende Vorarbeiten zur wissenschaftlichen Erschließung der Quellen. Hans-Peter Hils’ † wegweisende Dissertation von 1985 zu Liechtenauers Zettel hat das Feld überhaupt erst für die akademische Forschung geöffnet.

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