Roland Warzecha

Gründer der Hammaborg und Pionier der Schild-Schwert-Forschung

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“Fechten ist, was die Quellen sagen — nicht was wir glauben, was sie sagen sollten.”

Biographie

Roland Warzecha ist der Gründer der Historischen Fechtgemeinschaft Hammaborg und eine der prägendsten Figuren der frühen deutschen HEMA-Bewegung. Seine Arbeit verbindet experimentelle Archäologie, quellenkritische Methodik und praktische Fechterfahrung zu einem eigenständigen Forschungsansatz.

Warzecha begann in den 1990er Jahren mit der praktischen Rekonstruktion historischen Fechtens — zu einer Zeit, als HEMA in Deutschland noch eine weitgehend unbekannte Disziplin war. Die Gründung der Hammaborg markierte den Beginn einer systematischen, gruppenbasierten Erforschung der Liechtenauer-Tradition und verwandter Quellen.

Schild-und-Schwert-Forschung

Warzechas herausragender wissenschaftlicher Beitrag liegt in der Erforschung des Schild-und-Schwert-Kampfes. Anders als das Lange Schwert, das in den mittelalterlichen Fechthandschriften ausführlich behandelt wird, ist die Schild-Schwert-Kombination textlich unterrepräsentiert, obwohl sie archäologisch und historisch die dominante Bewaffnung des frühen und hohen Mittelalters war.

Warzecha hat durch die Kombination von Bildquellenanalyse, archäologischen Funden und praktischem Experiment maßgeblich zur Schließung dieser Lücke beigetragen. Seine Rekonstruktionen des Buckler-Einsatzes und der Schilddynamik haben die Annahme widerlegt, dass die Texte der Liechtenauer-Tradition nicht auf den Schildkampf anwendbar seien. Im Gegenteil: Warzecha konnte zeigen, dass viele der von Liechtenauer beschriebenen Prinzipien — Vor und Nach, Winden, Verführen — mit dem Schild ebenso wirksam sind wie ohne ihn.

Methodik und Vermächtnis

Warzechas methodischer Ansatz — die sogenannte “Hammaborg-Methode” — fordert die permanente Rückbindung jeder praktischen Rekonstruktion an den Quellentext. Jede Übung, jede Technikdemonstration muss sich durch den Wortlaut der Handschrift legitimieren können. Dieser textpositivistische Zugang war in den 2000er Jahren nicht unumstritten, hat sich aber als methodischer Standard der deutschen HEMA-Forschung etabliert.

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