Hopfen

Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.
Hopfen (Humulus lupulus)
- Familie: Cannabaceae
- Droge: Lupuli flos (Hopfenzapfen)
- Hauptkomponenten: Bitterstoffe (Humulon, Lupulon), ätherisches Öl, Flavonoide, Gerbstoffe
Inhaltsstoffe
- 15–30 % Bitterstoffe (Hopfenbitterharze): Humulone (alpha-Säuren), Lupulone (beta-Säuren), Xanthohumol (prenyliertes Chalkon)
- 0,3–1 % ätherisches Öl: Myrcen, Humulen, Caryophyllen
- Flavonoide (Xanthohumol, Isoxanthohumol)
- Gerbstoffe (2–4 %)
- Östrogenartig wirksame Substanzen (8-Prenylnaringenin)
Wirkungen
- Sedierend und schlaffördernd: die Bitterstoffe interagieren mit Melatonin-Rezeptoren und dem GABA-System
- Östrogenartig: 8-Prenylnaringenin bindet an die Östrogenrezeptoren alpha und beta
- Amarum: regt den Appetit an und fördert die Verdauung
- Antimikrobiell: Humulon und Lupulon wirken antibakteriell (grampositiv)
- Krampflösend (spasmolytisch)
Indikationen
- Ein- und Durchschlafstörungen (HMPC: “Linderung von leichten Symptomen von mentalem Stress und zur Förderung des Schlafes”)
- Nervöse Unruhe, Erschöpfungszustände
- Wechseljahresbeschwerden mit Schlafstörungen
- Appetitlosigkeit, dyspeptische Beschwerden
Anwendungen
Tee (Schlaftee): 1 TL Hopfenzapfen auf 150 ml kochendes Wasser, 10 Min. ziehen. Vor dem Schlafengehen.
Tinktur: 20–30 Tr. vor dem Schlafengehen.
Bad: 200 g Hopfenzapfen als Aufguss dem Badewasser zugeben.
Nebenwirkungen / Gegenanzeigen
Nebenwirkungen: Selten allergische Reaktionen. Durch die sedierende Wirkung kann die Verkehrstüchtigkeit eingeschränkt sein.
Gegenanzeigen: Östrogenabhängige Tumore (relative Kontraindikation). Schwangerschaft und Stillzeit (mangels Daten).
Kombinationen
- Mit Baldrian und Melisse als klassische Schlaftee-Kombination
- Mit Passionsblume und Hafer bei nervöser Erschöpfung und Einschlafstörungen
- Mit Traubensilberkerze bei Schlafstörungen in den Wechseljahren
Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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