Prämenstruelles Syndrom (PMS)

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Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.

Beschreibung

Rund 60-80 % der Frauen zwischen 35 und 55 Jahren – möglich ist es aber auch schon mit 12 – kennen das Gefühl etwa 7-10 Tage vor der Menstruation: In der Zeit “vor den Tagen” will es mit dem Wohlbefinden nicht recht klappen.

Symptome

Die Frau ist gereizt, schwankt zwischen aggressiver Haltung und dem Drang zu weinen, ist empfindlich, niedergeschlagen und müde, mitunter lebens- und lustlos, übermäßig hungrig oder umgekehrt appetitlos. Kopf- oder Migräneschmerzen, Schlafprobleme, geschwollene, schwere und berührungsempfindliche Brüste (Mastodynie), Wassereinlagerungen im Gewebe und Gewichtszunahme kommen hinzu. Ebenso typisch sind Völlegefühl, Verdauungsstörungen sowie Schmerzen im Unterleib oder Kreuzbereich. Mit dem Einsetzen der Blutung klingen die Beschwerden wieder ab.

Ursachen

Trotz jahrzehntelanger Forschung sind die Ursachen nicht eindeutig geklärt. Als gesichert gelten Störungen des hormonellen Gleichgewichts – sei es durch einen Östrogenüberschuss, einen Progesteronmangel oder einen erhöhten Prolaktinspiegel. Begünstigt werden die Beschwerden durch psychosoziale Faktoren, Hormonstörungen von Schilddrüse oder Nebennieren, Umweltgifte, Fehlernährung, Nahrungsmittelallergien, einen Mangel an Vitaminen oder Mineralstoffen, zu viel Stress, ungenügende körperliche Fitness, Depressionen oder traumatische Erlebnisse.

Praxistipp: Ein Tee aus Frauenmantel und Schafgarbe kann die hormonelle Schieflage beim prämenstruellen Syndrom wieder ausgleichen – über mehrere Zyklen hinweg getrunken.

Phytotherapeutika

Die Beschwerden vor der Menstruation lassen sich in der Regel gut mit Heilpflanzen und naturheilkundlichen Anwendungen behandeln. Voraussetzung ist eine Therapie über 4-6 Zyklen.

Heilpflanze Wirkung und Anwendung
Basilikum Urtinktur, homöopathische Tiefpotenz: lindert Brustschwellung, reguliert Zyklus, hellt Stimmung auf. Vom 5. Zyklustag bis zum Eisprung Basilicum Urtinktur, danach Basilicum D4 (nach Margret Madejski)
Frauenmantel Gelbkörperregulierende Wirkung: beugt hormonellem Ungleichgewicht vor. Mehrere Zyklen lang 2-3 Tassen am Tag trinken
Keuschlammfrüchte (Mönchspfeffer) Mittel der Wahl. Wirken über eine Senkung der Prolaktinsekretion. Nahezu nebenwirkungsfrei, deshalb zur Langzeittherapie geeignet
Leinsamen Phytoöstrogenhaltig: gleichen Östrogenhaushalt aus, lindern dadurch prämenstruelle Brustbeschwerden. Reich an γ-Linolensäure
Nachtkerzenöl Verbessert laut Studien die PMS-Symptome signifikant
Traubensilberkerze Lindert neurovegetative Begleitbeschwerden (sonst Mittel der Wahl bei klimakterischen Beschwerden)

Naturheilkundliche Tipps beim PMS

Bereich Maßnahmen
Entspannung, Sport, Bewegung Mindern Gefühl des Aufgeblähtseins; stimmungsaufhellend
Entgiftungsfunktion unterstützen Mit “bitterer Medizin”: Löwenzahn, Artischocke, Engelwurz, Wermut, Mariendistel (Leberunterstützung)
Ernährung Ballaststoffreich, vollwertig; Vitamin E (lindert Schmerz und Spannung in den Brüsten); Vitamin B6 (fördert Umwandlung von Linolsäure in γ-Linolensäure: lindert PMS-Beschwerden); mehrfach ungesättigte Fettsäuren normalisieren Prostaglandinstoffwechsel; tägl. 1-2 TL Leinöl in Quark/Kartoffeln (oder Nachtkerzen-/Borretschsamenöl)
Kopfschmerz Pestwurzpräparat; entspannendes Lavendelbad; entlastendes Senfmehlfußbad
Reizbarkeit Tee mit stärkendem Eisenkraut, stimmungsaufhellendem Johanniskraut, entspannender Melisse, Lavendel oder Passionsblume, kreislaufanregendem Rosmarin; Tees mit Zimt oder Vanille würzen (stimmungsaufhellend)
Schlaflosigkeit Tee mit Baldrian, Melisse, Passionsblume; feuchtheiße Bauchkompressen/Fuß-/Vollbäder mit Lavendel, Melisse, Kamille
Verdauungsprobleme Tee, Baucheinreibung/Bauchkompresse mit Kümmel, Fenchel, Anis; Schafgarben-Leberwickel entlastet die (östrogenabbauende) Leber

Pflanzenporträts

Frauenmantel

Mönchspfeffer

Therapiekonzept PMS

Alle Therapieschritte werden parallel durchgeführt.

Therapieziel Hormonregulation Leberunterstützung Linderung der Beschwerden: Mastopathie Linderung der Beschwerden: Dyspepsie Nervöse Unruhe / Stimmungslabilität
Pflanzen/Maßnahmen Mönchspfeffer, Wolfstrapp, Leinöl, Nachtkerzenöl, Yams Therapiekonzept Hepatopathie Mönchspfeffer, Leinöl, Nachtkerzenöl Therapiekonzept Verdauungsstörungen Therapiekonzept nervöse Unruhezustände / depressive Verstimmungen
Dauer Als Langzeittherapie über mehrere Monate Mindestens 6 Monate Über mindestens 3-6 Zyklen Nach Bedarf Über mindestens 3-6 Zyklen
Formen Präparate, Nahrungsergänzungsmittel, Auflagen Präparate, Nahrungsergänzungsmittel Pflegeprodukt, Präparate Tees, Präparate Tees, Präparate

Teemischungen / Rezepte

PMS-Tee

  • Alchemillae herba (Frauenmantelkraut) 30 g
  • Hyperici herba (Johanniskraut) 30 g
  • Melissae folium (Melissenblätter) 30 g
  • Calendulae flos (Ringelblumenblüten) 10 g

1 TL mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 7 Min. bedeckt ziehen lassen und 3-mal tägl. 1 Tasse trinken; 1 Woche vor Einsetzen der Menstruation beginnen.

Verdauungsfördernder Tee bei PMS

  • Alchemillae herba (Frauenmantelkraut) 30 g
  • Cnici benedicti herba (Benediktenkraut) 20 g
  • Matricariae flos (Kamillenblüten) 20 g
  • Liquiritiae radix (Süßholzwurzel) 15 g
  • Foeniculi fructus cont. (Fenchelfrüchte, angestoßen) 15 g

1 TL mit 1 Tasse heißem Wasser übergießen, 10 Min. bedeckt ziehen lassen und 2-3-mal tägl. 1 Tasse trinken; 1 Woche vor Einsetzen der Menstruation beginnen.

Tee bei Reizbarkeit (naturheilkundliche Empfehlung)

Tee mit stärkendem Eisenkraut, stimmungsaufhellendem Johanniskraut, entspannender Melisse, Lavendel oder Passionsblume, kreislaufanregendem Rosmarin. Mit Zimt oder Vanille würzen.

Tee bei Schlaflosigkeit (naturheilkundliche Empfehlung)

Tee mit Baldrian, Melisse, Passionsblume. Ergänzend: feuchtheiße Bauchkompressen oder Fuß-/Vollbäder mit Lavendel, Melisse, Kamille.

Präparate

Hormonregulation

  • Agnucaston (Mönchspfeffer): 1-mal tägl. 1 Tbl.
  • Agnolyt (Mönchspfeffer): 1-mal tägl. 1 Kps. bzw. 40 Tr.
  • Epogam 1000 mg (Nachtkerzenöl): 2-mal tägl. 2-3 Kps.
  • Femicur N (Mönchspfeffer): 1-mal tägl. 1 Kps.
  • Mastodynon (Mönchspfeffer, Caulophyllum D4, Cyclamen D4, Ignatia D6, Iris D2, Lilium tigrinum D3): 2-mal tägl. 30 Tr. bzw. 2-mal tägl. 1 Tbl.
  • Neobonsen (Nachtkerzenöl): 2-mal tägl. 4-6 Kps.
  • Strotan (Mönchspfeffer): 1-mal tägl. 1 Tbl.

Dyspepsie

  • Balsamischer Melissengeist Weleda (Destillat aus Angelikawurzel, Koriander, Melisse, Muskatnuss, Zimtrinde, Zitronenöl): akut bis zu 5-mal tägl. 10-20 Tr.

Mastopathie (Brustspannen)

  • Mastodynon (s.o.): 2-mal tägl. 30 Tr. / 1 Tbl.
  • Mastopathie-Salbe (Condurango, Mönchspfeffer, Hydr. canadensis, Lilium, Pulsatilla D4): 1-3-mal tägl. 2-5 cm Salbe einreiben
  • Calendula Gel (Ringelblume) Weleda: 1-3-mal tägl. 2-3 cm Gel auftragen und Richtung Achsel ausstreichen
  • Lymphdiaral DS Salbe (Conium D4, Mercurius bijodatus D5, Stibium sulf. D2): Richtung axilläre Lymphknoten ausstreichen
  • Thyreogutt mono (Wolfstrapp): 3-mal tägl. 1 Kps. / 2-mal tägl. 1 Tbl.

Nahrungsergänzungsmittel

  • Leinöl: 1-mal tägl. 1-2 EL
  • Nachtkerzenöl (z.B. Primavera): 1-mal tägl. 2 TL

Pflegeprodukte

  • Wild Yam Creme Biovea: Vom 12. - 26. Tag des Zyklus 1-2-mal tägl. 1 Hub Creme auf die Oberarm- oder Oberschenkelinnenseite einreiben

Hinweise

  • Die Therapie sollte über mindestens 4-6 Zyklen durchgeführt werden.
  • Mittel der Wahl beim PMS ist Mönchspfeffer – nahezu nebenwirkungsfrei und für die Langzeittherapie geeignet.
  • Eine Unterstützung der Leber (Löwenzahn, Mariendistel, Artischocke) ist wichtig, denn in der Leber wird Östrogen abgebaut.
  • Zentrale Bedeutung hat die Ernährung: ballaststoffreich und vollwertig, mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Leinöl, Nachtkerzenöl).
  • Bei Mönchspfeffer die Gegenanzeigen beachten: Die Anwendung ist bei Hypophysentumor und Mammakarzinom kontraindiziert.

Zusammenfassung

Das prämenstruelle Syndrom betrifft die Mehrheit der Frauen und lässt sich gut pflanzenheilkundlich behandeln. Mönchspfeffer gilt dabei als Mittel der Wahl: Er senkt den Prolaktinspiegel, reguliert den Zyklus und mildert das breite Spektrum der PMS-Beschwerden – von Mastodynie über Stimmungsschwankungen bis hin zu Wassereinlagerungen. Frauenmantel ergänzt unterstützend mit seiner gelbkörperregulierenden Wirkung. Hinzu kommen die Entlastung der Leber, eine ausgewogene Ernährung mit essenziellen Fettsäuren sowie entspannende Maßnahmen. Mindestens 4-6 Zyklen sollte die Behandlung dauern.

Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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