Tausendgüldenkraut

Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.
Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea)
- Familie: Gentianaceae
- Droge: Centaurii herba (Tausendgüldenkraut, blühendes Kraut)
Inhaltsstoffe
- Bitterstoffe (Sekoiridoide): Swertiamarin, Gentiopikrin, Swerosid, Erythrocentaurin — Bitterwert ca. 2.000–4.000
- Xanthone, Flavonoide, Phenolcarbonsäuren, Phytosterole
Wirkungen (innerlich und äußerlich)
- Appetitanregend: Bitterstoffe stimulieren die Geschmacksknospen und über den Reflexbogen die Magensaft- und Speichelsekretion
- Magensaftanregend, verdauungsfördernd (choleretisch, leicht cholekinetisch)
- Tonisierend: kräftigend bei Schwäche und Rekonvaleszenz
- Leicht fiebersenkend, tonisierend auf den Kreislauf
- Stärkend bei Essschwäche und Magenschwäche
Indikationen (HMPC/ESCOP wo bekannt)
- HMPC (traditionell): Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen, leichte Magen-Darm-Beschwerden
- ESCOP: Appetitlosigkeit, Dyspepsie
- Appetitlosigkeit, Magenschwäche, Schwächezustände
- Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl, Blähungen
- Rekonvaleszenz, allgemeine Entkräftung
Anwendungen (Tee/Tinktur mit Dosierung)
Tee: ½–1 TL Kraut mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 8 Min. ziehen lassen. ½ Stunde vor den Mahlzeiten, 3× tgl. 1 Tasse. Tagesdosis: 1,5–2 g Droge.
Tinktur: Bitterstofftinktur, 15–30 Min. vor den Mahlzeiten 3× tgl. 10–20 Tropfen in Wasser.
In den Magentropfen: 2 EL Tausendgüldenkraut (getrocknet oder frische 1 Handvoll) — bitterstoffhaltige Magenkomponente. Siehe Magentropfen.
Nebenwirkungen und Gegenanzeigen
Nebenwirkungen: Selten Magenbeschwerden.
Gegenanzeigen: Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre (Bitterstoffe). Nicht in der Schwangerschaft und Stillzeit anwenden (in den Magentropfen zudem Wermut). Bei Übersäuerung des Magens zurückhaltend dosieren.
Kombinationen (mit Wikilinks zu vorhandenen Profilen)
- Mit Gelber Enzian, Wermut, Schafgarbe, Kamille und Löwenzahn in den Magentropfen
- Mit Wermut und Schafgarbe bei Appetitlosigkeit und Magenschwäche
- Mit Mariendistel und Artischocke zur Anregung von Leber und Galle
Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
Nach oben ↑