Ausrüstung und Waffen

Schutzkleidung, Übungswaffen und Sicherheit im HEMA-Training

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Schutzkleidung

Die Sicherheitsausrüstung ist im HEMA nicht verhandelbar. Im Zentrum steht die Fechtmaske, die nach CEN-Level 2 (1600 N) gewählt werden sollte — viele Turniere schreiben diesen Standard inzwischen vor. Ein robuster Hinterkopfschutz (Back-of-Head-Protector) ergänzt die Maske, da die Liechtenauersche Indes-Arbeit oft zu Treffern am Hinterkopf führt.

Die Fechtjacke (Gambeson) muss Stiche und Hiebe absorbieren. Bewährt haben sich Modelle der Marken SPES (Italien), PBT (Ungarn) und Neyman (Polen). Verstärkte Modelle mit 350N- oder 800N-Einlage bieten zusätzlichen Schutz für Turnierfechter.

Unverzichtbar sind ferner: Fechthandschuhe — hier haben sich die schweren Handschuhe von SPES (Heavy Gloves), Sparring Gloves und HF Armory durchgesetzt; Ellenbogen- und Knieschützer aus Hartplastik; ein Tiefschutz (obligatorisch für alle Geschlechter); und ein Brustschutz, für Frauen zusätzlich mit Hartplastikverstärkung. Beinschützer werden kontrovers diskutiert — im Langschwert-Training sind sie empfehlenswert, da tiefe Krumphau-Aktionen das Schienbein gefährden.

Fechtwaffen

Das Federschwert (kurz: Feder) ist die Standard-Übungswaffe für das Lange Schwert. Anders als ein stumpfes Schwert verfügt es über eine schmale, flexible Klinge mit charakteristischem Schilt (Parierverbreiterung an der Klingenbasis) und einem breiten Ort, der das Durchdringen der Maske verhindert. Führende Hersteller sind:

  • Peter Regenyei (Ungarn) — Der klassische Standard; robust, ausgewogen, preislich zugänglich.
  • SIGI Forge (Deutschland) — Besonders flexible Klingen mit ausgezeichneter Sicherheitsbilanz, bevorzugt im Turnier.
  • Kvetun Armoury (Georgien/Portugal) — Hochwertige Verarbeitung, ausgewogene Federn.
  • Ensifer (Polen) — Bekannt für extrem haltbare Klingen.

Die Wahl zwischen diesen Herstellern hängt von persönlicher Präferenz, Budget und Einsatzzweck (Training vs. Turnier) ab.

Unterschiede der Klingentypen

  • Federschwert: Primär für Sparring und Turnier optimiert. Flexibler, sicherer Ort.
  • Scharfes Schwert: Scharf geschliffene Klinge. Ausschließlich für den Schneid-Test an Tatami oder vergleichbaren Medien bestimmt. Dient der Validierung von Hiebmechanik.
  • Stumpfe Klinge (Blunt): Historisch korrekte Schwertgeometrie ohne Schliff. Eher für Partnerdrill als für intensives Sparring geeignet, da die Steifigkeit höher und der Ort schmaler ist als beim Federschwert.

Messer, Dussack, Rappier

Für das Training von Langem Messer, Dussack und Rappier existieren spezialisierte Übungswaffen. Messerschulen verwenden zumeist spezielle Messer-Federn oder Nylontrainer (Blackfencer, Purpleheart Armoury). Rappiertrainingswaffen orientieren sich an historischen Vorbildern, verfügen aber über verdickte Ortpartien und flexiblere Klingen.

Ausrüstungspflege und Sicherheitskultur

Ausrüstung muss vor jedem Training optisch und mechanisch geprüft werden: Maskengitter auf Risse oder Verformungen, Handschuhe auf durchgescheuerte Polsterung, Klingen auf scharfe Grate und Materialermüdung. Beschädigte Ausrüstung ist sofort aus dem Verkehr zu ziehen. Eine etablierte Sicherheitskultur, in der Bedenken offen angesprochen werden können, ist das Fundament jeder Trainingsgruppe.

Kosten und Einstieg

Der Einstieg in HEMA erfordert eine realistische Budgetplanung. Einsteiger benötigen initial: Fechtmaske (ca. 80–150 €), Handschuhe (ca. 100–180 €), eine Feder (ca. 200–350 €) und eine Jacke (ca. 150–250 €). Viele Vereine stellen Leihausrüstung zur Verfügung — die erste Investition sollte die Maske sein, gefolgt von Handschuhen und einer eigenen Feder.

Quellen

  • Wiktenauer — Vergleichende Informationen zu Waffentypen und historischen Vorbildern.
  • Hersteller-Websites: Regenyei, SIGI, SPES und Kvetun für aktuelle Produktinformationen und Sicherheitsstandards.
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