Mädesüß

Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.
Mädesüß (Filipendula ulmaria)
- Familie: Rosaceae
- Droge: Filipendulae ulmariae herba (Mädesüßkraut), Filipendulae ulmariae flos (Blüten)
- Hauptkomponenten: Salicylsäurederivate, Flavonoide, Gerbstoffe
Inhaltsstoffe
- 0,5–1 % Salicylsäurederivate: Salicylaldehyd, Methylsalicylat, Salicin, Gaultherin (Vorläufer der Acetylsalicylsäure — historisches Vorbild von Aspirin)
- 4–5 % Flavonoide (Quercetin, Rutin, Hyperosid, Spiraeosid)
- 10–15 % Gerbstoffe (Ellagitannine, Gallotannine)
- Ätherisches Öl (Salicylaldehyd, Methylsalicylat)
- Phenolcarbonsäuren (Kaffeesäure, Chlorogensäure)
- Vitamin C (ca. 250 mg/100 g)
Wirkungen
- Entzündungshemmend: Hemmung der Cyclooxygenase (COX-1 und COX-2) über Salicylate und Flavonoide
- Schmerzlindernd (analgetisch) und fiebersenkend (antipyretisch)
- Magenschützend (ulkuprotektiv): Gerbstoffe und Flavonoide gleichen die potenziell magenschädigende Wirkung der Salicylate aus (gastroprotektive Begleitstoffe)
- Harntreibend (diuretisch), schweißtreibend (diaphoretisch)
- Keimhemmend (antibakteriell)
Indikationen
- Fieberhafte Erkältungskrankheiten (HMPC: “Linderung von Fieber bei Erkältungen”)
- Rheumatische Beschwerden, Gelenkschmerzen
- Kopfschmerzen, Migräne mit begleitenden Schwellungen
- Chronische Gastritis und Magengeschwür (adjuvant)
- Unterstützung der Harnausscheidung
Anwendungen
Tee: 1–2 TL geschnittenes Kraut auf 150 ml kochendes Wasser, 10 Min. ziehen. 3× tgl.
Tinktur: 20–30 Tr. 3× tgl.
Nebenwirkungen / Gegenanzeigen
Nebenwirkungen: Selten Magenbeschwerden (trotz der gastroprotektiven Begleitstoffe). Salicylat-Überempfindlichkeit möglich.
Gegenanzeigen: Salicylat-Allergie, Asthma bronchiale (Analgetika-Asthma). Bei Bluthochdruck und Herzinsuffizienz nur nach Rücksprache (mögliche Natriumretention durch Salicylate).
Kombinationen
- Mit Weidenrinde bei rheumatischen Beschwerden (beide enthalten Salicylate und wirken synergistisch)
- Mit Pestwurz bei Migräne mit begleitenden Schwellungen
- Mit Eibisch, Ringelblume, Melisse bei chronischer Gastritis und Magengeschwür
Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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