Das Feder — Hersteller und Modelle
Ein Überblick über Federschwert-Hersteller, Kaufkriterien und Modelle

Überblick über Federschwert-Hersteller
Das Federschwert (kurz Feder) ist die Standard-Übungswaffe des modernen HEMA. Es ist keine historische Waffe — das Federschwert wurde im 20. und 21. Jahrhundert als sichere Trainingswaffe für Langschwert-Techniken entwickelt. Der Markt hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten rasant professionalisiert und eine Handvoll international renommierter Hersteller hervorgebracht.
Regenyei (Ungarn): Peter Regenyei ist der Pionier des modernen Federschwerts. Seine Modelle sind robust, ausgewogen und preislich zugänglich (ca. 200–280 €). Die Regenyei Standard gilt als Einsteiger-Referenz: langlebig, zuverlässig, unprätentiös. Regenyeis Trnava-Modell ist etwas flexibler und leichter und wird von fortgeschrittenen Fechtern bevorzugt. Nachteile: Die Klingen sind steifer als bei Konkurrenten; die Ortpartie kann bei wiederholten harten Stichen Maschendraht verformen.
SIGI Forge (Deutschland/Österreich): SIGI hat mit der SIGI King (Langschwert) und der SIGI Maestro (leichte Langversion) den Markt revolutioniert. Die Klingen sind merklich flexibler als Regenyeis — besonders im vorderen Klingendrittel —, was die Sicherheit beim Stich drastisch erhöht. SIGI-Federn sind die bevorzugten Turnierfedern vieler Wettkampf-Fechter. Preislich im oberen Segment (ca. 320–400 €), mit entsprechend längerer Wartezeit.
Ensifer (Polen): Jan Chodkiewicz’ Ensifer-Schmiede produziert extrem robuste Federn. Die Klingen sind schwerer und haltbarer als die der Konkurrenz und werden von Fechtern geschätzt, die einen intensiven Trainingsalltag haben und keine häufigen Klingenwechsel wollen. Preis: ca. 280–350 €.
Kvetun Armoury (Georgien/Portugal): Kvetun bietet eine breite Modellpalette und ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis (ca. 220–300 €). Die Verarbeitung ist hochwertig, die Auslieferzeiten sind meist kürzer als bei SIGI oder Regenyei.
VB und Black Horse (Tschechien): Günstigere Alternativen im Einsteigersegment (ca. 150–200 €). Akzeptabel für Drills, aber nicht für intensives Turnier-Sparring.
Worauf achten beim Kauf?
Entscheidende Kaufkriterien:
- Flexibilität: Die Klinge muss im vorderen Drittel merklich nachgeben und sollte im Ort-Bereich nicht härter als 15–18 kg auf einen Kilogramm-Punkt lasten. Zu steife Klingen gefährden den Trainingspartner.
- Gewicht: Übliche Federschwerter wiegen 1300–1550 g. Leichtere Federn (< 1350 g) bevorzugen schnelle Fechter, schwerere (> 1450 g) solche, die mehr Klingengewicht in der Bindung spüren wollen.
- Balance: Der Schwerpunkt sollte etwa 5–8 cm vor der Parierstange liegen.
- Schilt: Die charakteristische Verbreiterung muss robust genug sein, um gegnerische Hiebe zu fangen und das Handschuh-Material vor Schnittverletzungen zu schützen.
Einsteiger-Feder vs Fortgeschrittenen-Feder
Einsteiger greifen idealerweise zu Regenyei Standard oder Kvetun — robuste, verzeihende Waffen für die Lernphase. Fortgeschrittene wählen oft SIGI für die überlegene Sicherheit im Turnier oder bleiben bei einer schwereren Ensifer-Feder für das tägliche Sparring.
Quellen
- Hersteller-Websites: regenyei.com, sigiforge.com, ensifer.com, kvetun.com.
- Community-Reviews: r/wma, HROARR.