Die Blume des Kampfes (Cod. 5278)

Fiore-nahe Kompilation mit Kriegsbuch-Anteil (Konrad Kyeser)

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Überblick

  • Signatur: Cod. 5278, Österreichische Nationalbibliothek, Wien
  • Datierung: 1420er Jahre
  • Sprache: Frühneuhochdeutsch
  • Aufbewahrungsort: Österreichische Nationalbibliothek, Wien
  • Umfang: 203 Blätter

Der Wiener Cod. 5278 ist eine zweiteilige Kompilation: Er vereint ein Kriegsbuch nach Konrad Kyesers Bellifortis („Kampfstärke") mit dem ältesten Vertreter der Handschriftengruppe, die unter dem Namen „Die Blume des Kampfes" bekannt ist. Der Fechtteil steht vermutlich in der Tradition des italienischen Meisters Fiore dei Liberi — sei es als direkte Übernahme oder als eigenständige Überlieferung einer älteren, auch Fiore zugrunde liegenden Tradition.

Inhalt

  1. 1r–173r — Vermischte Schriften, darunter Auszüge aus dem Bellifortis des Konrad Kyeser (Waffenkunde, Rezepte, Härtungsmittel, Öle).
  2. 174r–176rRossfechten-Illustrationen (Blume des Kampfes)
  3. 177r–179rStangenwaffen
  4. 179r–186rHarnischfechten
  5. 187r–189rDolch
  6. 189r–196rRingen
  7. 196r–201rLanges Schwert
  8. 201r–203r — Schwert gegen Dolch

Der Fechtteil folgt damit einer ähnlichen Progression wie die Gladiatoria-Gruppe: vom Speer über das Harnischfechten zum Ringen — ein Bildprogramm, das auf den gerichtlichen Zweikampf zuläuft.

Stellung in der Fechttradition

Der Cod. 5278 ist eine wichtige frühe Fiore-nahe Quelle im deutschen Sprachraum und steht außerhalb der Liechtenauer-Tradition. Er belegt, dass die Fechtkunst des frühen 15. Jahrhunderts in mehreren parallelen Strömungen überliefert wurde. Als Bildhandschrift (einseitig, sechs Illustrationen pro Seite, ohne Text) ist er zugleich ein Schlüsselwerk für die visuelle Rekonstruktion des Fiore-nahen Harnischkampfs.

Quellen

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