Rosen (Meyer)

Meyers Zwerchhau-Zirkel als Täuschungstechnik und Trainingsmittel

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Was sind die Rosen?

Die Rosen sind eine genuin Meyer’sche Erfindung: ein zirkuläres Bewegungsmuster, bei dem der Fechter den Zwerchau in einer ein- oder mehrfach wiederholten Abfolge ausführt. Der Name rührt von der blumenartigen Kreisbewegung der Klinge. Meyer stellt die Rosen als fortgeschrittenes Stück dar, das “nicht für die Anfänger”, sondern für den geübten Fechter bestimmt ist.

Der Grundaufbau: Zwerchhau von rechts → Zwerchhau von links → Schritt vorwärts → Wiederholung. Je nach Ausgangshut variiert Meyer: Aus dem Ochs führt er “die Rosen im Wechsel” (Hände wechseln nach jedem Zwerchhau), aus dem Tag die “gefehrlichen Rosen” (angetäuschte Zwerchhaue, die den Gegner zu vorzeitiger Parade verleiten).

Innovation und Praxis

Die Rosen sind in keiner Quelle vor Meyer belegt. Sie sind Meyers eigenständige Erweiterung des Zwerchhau-Konzepts. In der modernen Turnierpraxis sind sie bekannt und umstritten: Befürworter sehen sie als Mittel der Distanzüberbrückung und optischen Verwirrung; Kritiker weisen auf ihre rhythmische Vorhersehbarkeit hin, die ein erfahrener Gegner mit einem geraden Stich brechen kann.

Die Rose ist keine separate Technik, sondern eine Anwendungsform des Zwerchhaus. Sie verbindet den Meisterhau mit dem Prinzip der Bewegungswiederholung und der optischen Täuschung — typisch für Meyers System.

Quellen

  • Meyers Fechtbuch 1570, 1570, 1. Buch, Kap. 9.
  • Forgeng, Jeffrey L.: The Art of Combat. London 2015.
  • Norling, Roger: The Roses of Joachim Meyer. HROARR, 2014.
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