Nelkenwurz

pflanzenprofilpflanzegeum urbanum
Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.

Nelkenwurz (Geum urbanum)

  • Familie: Rosaceae
  • Droge: Gei urbani rhizoma (Wurzelstock mit Wurzeln)

Inhaltsstoffe

  • Gerbstoffe (bis 20 %): v. a. Ellagitannine
  • Ätherisches Öl: Eugenol (der “Nelkengeruch” der Wurzel) und Gein
  • Bitterstoffe, Geuminsäure

Wirkungen (innerlich und äußerlich)

Innerlich:

  • Adstringierend (Gerbstoffe): bildet eine schützende Gerbhaut auf der Darmschleimhaut und wirkt dadurch durchfallhemmend
  • Verdauungsstärkend und tonisierend: kräftigt einen gereizten Magen-Darm-Trakt, mildert Darmkatarrhe
  • Leicht antiseptisch (Eugenol)
  • Kräftigend, magenberuhigend

Äußerlich:

  • Zusammenziehend bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut (Gurgellösung)
  • Wundheilungsfördernd (Umschläge)

Indikationen (HMPC/ESCOP wo bekannt)

  • Leichte, unspezifische Durchfälle und wechselnder Stuhlgang
  • Verdauungsstörungen, Magen-Darm-Katarrh, Appetitlosigkeit
  • Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut (äußerlich)
  • Kommission E: (früher) unspezifische Durchfallerkrankungen und leichte Entzündungen der Mundschleimhaut; HMPC: kein aktueller Monograph

Anwendungen (Tee/Tinktur mit Dosierung)

In den Verdauungstropfen: 2 EL Nelkenwurz (Geum urbanum), getrocknet. Siehe Verdauungstropfen.

Tee (Dekokt): 1–2 TL geschnittene Wurzel mit 150 ml kaltem Wasser ansetzen, aufkochen, 10 Min. köcheln lassen, abseihen. 2–3× tgl. 1 Tasse.

Tinktur: 3× tgl. 20–30 Tropfen in etwas Wasser.

Gurgellösung (äußerlich): abgekühlter Dekokt oder 30 Tropfen Tinktur auf 100 ml Wasser, mehrmals täglich.

Anwendungsdauer: bei Durchfall nur wenige Tage (Gerbstoffe), bei Verdauungsschwäche kurweise 2–3 Wochen.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Nebenwirkungen: Gerbstoffe können bei empfindlichen Personen Magendruck oder Sodbrennen auslösen; sie verzögern die Aufnahme von Arzneimitteln — 1–2 Stunden Abstand einhalten.

Gegenanzeigen: Akutes Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür (Gerbstoffreizung). Verstopfung kann sich verschlechtern. Langzeitanwendung in hoher Dosis vermeiden.

Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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