Hans von Tübingen

Einer der siebzehn Meister

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Biographie

Hans von Tübingen ist einer der siebzehn in der Meisterliste des Paulus Kal (Cgm 1507) aufgeführten Fechtmeister. Sein Name setzt sich aus dem Rufnamen Hans und der Herkunftsbezeichnung von Tübingen zusammen, was ihn in den schwäbischen Raum — die Universitätsstadt Tübingen am Neckar — verortet. Diese geographische Zuschreibung passt zum Verbreitungsgebiet der Deutsche Fechtschule um deren südwestdeutsche Kernregion.

Außerhalb der Meisterliste ist über Hans von Tübingen quellenmäßig nichts bekannt. Keine Handschrift trägt seinen Namen als Autor, kein Glossentext ist ihm zugeschrieben. Seine Bedeutung ergibt sich allein aus der Tatsache, dass Paulus Kal — selbst Fechtmeister und Inhaber einer direkten Traditionslinie — ihn in die exklusive Liste der Meister aufnahm, deren Lehre er als authentische Fortführung der Liechtenauerschen Tradition anerkannte.

Die Aufnahme in die Siebzehn-Liste ist per se ein Gütesiegel. Kal war kein gleichgültiger Kompilator; seine Liste zeichnet eine personelle Genealogie der Fechtkunst, und jeder Name darin repräsentiert einen Meister, der in Kals Augen zum Traditionskern gehörte. Hans von Tübingen war folglich eine Person, deren fachliche Autorität im späten 15. Jahrhundert anerkannt war — auch wenn wir heute nicht mehr wissen, worauf sie sich gründete.

Die Siebzehn

Die Liste der siebzehn Meister im Cgm 1507 ist das einzige unabhängige Dokument, das eine personelle Traditionslinie von Johannes Liechtenauer über mehrere Generationen belegt. Sie nennt Namen wie Sigmund Ringeck, Peter von Danzig, Andres Juden, Jobs von der Nyssen, Nickel Preußen und eben Hans von Tübingen. Das Verhältnis dieser Namen zueinander — waren sie Zeitgenossen, Lehrer und Schüler, rivalisierende Meister? — lässt sich mangels externer Quellen nicht klären.

Hans von Tübingen steht stellvertretend für die zahlreichen Meister der ersten Generationen, deren Werk verloren ist, deren Name aber durch Kals Liste bewahrt wurde.

Quellen

  • Kals Meisterliste im Cgm 1507
  • Hils, Hans-Peter: Meister Johann Liechtenauers Kunst des langen Schwertes. Lang, Frankfurt a. M. 1985.
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