Nachgeben
Prinzip: Dem Druck des Gegners nachgeben statt dagegenhalten

Das Nachgeben ist ein taktisches Prinzip des Liechtenauerschen Fechtens: Wenn der Gegner im Band Druck auf die eigene Klinge ausübt, gibt man diesem Druck nach, anstatt ihn mit Kraft zu kontern.
Das Nachgeben hat zwei strategische Funktionen:
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Umgehung der gegnerischen Stärke: Statt gegen den Druck anzukaempfen, wird die eigene Klinge aus dem Druck herausgezogen oder gedreht, um auf der anderen Seite der gegnerischen Klinge zum Angriff zu kommen.
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Provozierte Überreaktion: Wenn der Gegner kräftig druckt und die eigene Klinge plötzlich nachgibt, geraet der Gegner aus der Balance – ein Moment der Blöße, der sofort mit einem eigenen Angriff (Nachreisen oder Stich) genutzt werden kann.
Das Nachgeben steht in engem Zusammenhang mit dem Fühlen im Band und mit dem Prinzip von Binden und Band. Es ist ein Ausdruck des hohen Stellenwerts von Empfinden und Indes in der Deutsche Fechtschule: Nicht Kraft, sondern Timing und Klingengefühl entscheiden den Kampf.