Cgm 582

Ein Münchner Fechtbuch des 16. Jahrhunderts

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Cgm 582 (München)

Überblick

  • Signatur: Cgm 582, Bayerische Staatsbibliothek München
  • Datierung: 16. Jahrhundert
  • Sprache: Frühneuhochdeutsch
  • Aufbewahrungsort: Bayerische Staatsbibliothek, München

Inhalt

Der Cgm 582 ist ein Fechtbuch des 16. Jahrhunderts,Messer und Schwert kreist und inhaltlich in der Tradition des Goliath-Komplexes steht. Diese Verwandtschaft manifestiert sich in parallelen Textpassagen, identischen Technikdarstellungen und einer gemeinsamen didaktischen Systematik, die das Goliath-Material als eigenständigen Überlieferungsstrang innerhalb der breiteren Deutschen Fechtschule ausweist.

Das Messer-Kapitel ist das ausgeprägteste Segment der Handschrift. Es präsentiert eine strukturierte Abfolge von Stücken, die von der Grundhut über Hiebe und Stiche bis zu komplexen Entwaffnungen reichen — ein Repertoire, das in Aufbau und Terminologie eng mit den Goliath-Codices verwandt ist, aber eigenständige Akzente setzt. Das Schwertkapitel ist knapper gehalten und konzentriert sich auf die Anwendung der Meisterhaue in einem kompakten, auf die Praxis zugeschnittenen Format.

Die Handschrift repräsentiert den Typus des Gebrauchsmanuskripts: kein Prachtexemplar, sondern ein funktionales Arbeitsbuch für den Unterricht. Diese Schlichtheit ist quellenkundlich aufschlussreich, denn sie zeigt das Fechtbuch in seiner ursprünglichen Zweckbestimmung als Lehrwerkzeug eines tätigen Der Fechtmeister als Berufs — nicht als Sammelepistem für eine fürstliche Bibliothek.

Stellung im Goliath-Komplex

Der Cgm 582 erweitert den bekannten Bestand des Goliath-Überlieferungskomplexes um eine süddeutsche Variante und belegt die geographische wie zeitliche Streuung dieses Materials. Die Handschrift stützt die Hypothese, dass es im 16. Jahrhundert mehrere regional geprägte Rezensionen des Goliath-Stoffes gab.

Quellen

  • Wiktenauer: Cgm 582
  • Hils, Hans-Peter: Meister Johann Liechtenauers Kunst des langen Schwertes. Lang, Frankfurt a. M. 1985.
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